Peking bemüht sich nicht, die Kontrolle der Presse zu bemänteln: Nun wird offiziell eine schwarze Liste für Journalisten eingeführt - angeblich um Falschmeldungen und Bestechlichkeit von Reportern zu verhindern.

Unverhüllte Pressekontrolle: In China sollen künftig Journalisten offiziell auf eine schwarze Liste gesetzt werden, die mit ihrer Berichterstattung negativ auffallen. Dies sei notwendig, um die Verbreitung falscher Meldungen sowie die Bestechung von Reportern zu verhindern, erklärte der stellvertretende Direktor des chinesischen Presserats, Li Dongdong, in Peking.

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Die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte, dass es den chinesischen Behörden vor allem um eine Verschärfung der Pressezensur gehe. Li zufolge sollen Journalisten auf der schwarzen Liste ihre Presseausweise verlieren und in ihrer Arbeit eingeschränkt werden. Es sei sicherzustellen, dass journalistische Standards eingehalten würden.

Befürworter der Maßnahmen verwiesen darauf, dass Journalisten häufig Bestechungsgelder annähmen, um Berichte zu schönen oder zu unterdrücken - etwa bei Unfällen in Bergwerken. Es ist jedoch bekannt, dass Journalisten für Enthüllungen über Korruption im öffentlichen und privaten Sektor schon häufig inhaftiert wurden.

Die neuen Regeln gelten nur für einheimische Medien, da chinesische Journalisten nicht für ausländische Publikationen arbeiten dürfen. Akkreditierte Journalisten aus dem Ausland werden vom Außenministerium überprüft. China hat während der Olympischen Spiele im vergangenen August einige Restriktionen für die Berichterstattung gelockert. Seitdem wurden die Auflagen aber wieder verschärft.

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(AP/ihe)