Eine Gruppe junger Unionspolitiker präsentiert Thesen gegen den Werteverfall. Nur mit einem klaren konservativen Profil könne die Partei ihr Wählerpotenzial voll ausschöpfen.
Kaum hatte es sich gegründet, schon war das aufmüpfige Bündnis wieder im Zerfall begriffen. Zwei Christdemokraten - der niedersächsische CDU-Fraktionschef David McAllister und sein rheinland-pfälzischer Kollege Christian Baldauf - legten so auffällig viel Wert darauf, nicht dazuzugehören, dass der Eindruck entstand, sie seien von höherer Stelle um Klarstellung gebeten worden.
Markus Söder: Der CSU-Generalsekretär hat ein Thesen-Papier zum Konservatismus vorgelegt. (© Foto: dpa)
Anzeige
Dann ließ das Thesen-Papier der "Schwarzen Jedi-Ritter'', wie einer aus der Vierer-Bande die Gruppe fröhlich nannte, auch noch auf sich warten. Jetzt aber haben Baden-Württembergs CDU-Fraktionschef Stefan Mappus, der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, der Generalsekretär der CDU Nordrhein-Westfalens, Hendrik Wüst, und sein Kollege Markus Söder von der CSU ihren Entwurf für einen "Modernen bürgerlichen Konservatismus'' vorgelegt.
Auf 16 Seiten versuchen sie ein konservatives Weltbild zu skizzieren, das den "wahren Leistungsträger'' aus dem Herzen sprechen soll. Busfahrer und Krankenschwestern, Polizisten und Lehrer, Handwerker und Kaufleute, Arbeiter, Angestellte und Unternehmer: "Sie stehen ihr Leben lang früh auf, arbeiten hart und meistern engagiert ihr Leben.''
Ihnen schulde die Politik wieder mehr Aufmerksamkeit. Nur mit klarem konservativen Profil könne die Union ihr Wählerpotenzial voll ausschöpfen. Wegen zu vieler Kompromisse in der Großen Koalition sei "das bürgerlich-konservative Element in den Hintergrund getreten''.
Bekenntnis zum C
Was aber fehlt der Union? Nicht nur in der CDU-Zentrale im Berliner Konrad-Adenauer-Haus fiel bei der Lektüre des Papiers auf, dass viele Forderungen nahezu wortgleich im neuen Grundsatzprogramm auftauchen. Die Parteichefin und Kanzlerin Angela Merkel vergisst in jüngster Zeit nie, sie in Reden mit zu nennen, wenn sie ihre zunehmend sozialdemokratische Politik mit rhetorischem Beiwerk umhüllt: Da ist das Bekenntnis zu Tugenden und Werten, zum christlichen C im Namen der Unionsparteien oder zum Patriotismus.
Für den Verfall der Werte wird dem Muster von konservativen Autoren wie Verfassungsrichter Udo di Fabio entsprechend die Achtundsechziger-Generation verantwortlich gemacht. Sogar die Entwicklung zur "kinderlosen Gesellschaft'' wird ihnen angelastet. Familienpolitisch zeigen sich die vier dabei durchaus auf Unionslinie, mit Distanz höchstens zu Familienministerin Ursula von der Leyen. Den von ihr forcierten Ausbau der Kinderbetreuung unterstützen sie zwar, sprechen sich aber für das von der CSU verlangte Betreuungsgeld aus.
Konservative Lager gespalten
Das konservative Lager in der Union spaltet sich in mindestens zwei Teile, nämlich die Wirtschaftsliberalen vom Schlage eines Friedrich Merz und die Sozialkonservativen, die traditionelle Werte auch durch eine ungebändigte Wirtschaft bedroht sehen. Die Autoren des Papiers ordnen sich auf dieser Seite ein und warnen: "Wo einseitig Wirtschaftsinteressen an die Stelle von Gemeinwohlinteressen treten, gefährdet das Freiheit und Solidarität.''
Arbeitnehmer hätten einen Anspruch auf Verlässlichkeit und Redlichkeit ihres Arbeitgebers und auf den Schutz vor Gewinnmitnahmedenken und Raubbau. Söder kann für sich reklamieren, dass CSU-Positionen stark durchschlagen. Das gilt auch bei der Zuwanderungspolitik: Hier wird Offenheit für Spitzenkräfte propagiert, jedoch betont: "Die Integrationsfähigkeit unseres Landes hat Grenzen''.
In große Unruhe hat das Papier die CDU-Spitze nicht versetzt. Sie versucht, die Gruppe zu vereinnahmen: "Als Volkspartei der Mitte brauchen wir starke Flügel, die gemeinsam schlagen'', sagte Generalsekretär Ronald Pofalla. Und will die vier mit Lob einfangen: "Das Papier liest sich gut, inhaltlich finden sich viele Punkte des Entwurfs zum neuen Grundsatzprogramm wieder.''
(SZ vom 7.9.2007)
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
Stockender Kita-Ausbau
So wie die neoliberale SPD ihre Wähler mit S verar*t, so verar*t die neoliberale CDU ihre Wähler halt mit dem C. Die einzigen Werte welche die besitzen sind die eigenen monetären. Bloß kann man halt dem Wähler das so direkt nicht sagen. Vielleicht sollte man mal den Neusprech reformieren, z.B:
"Wählt uns, die Partei mit der Kraft der Erneuerung"
"Wir die Partei der modernen Verdinglichung"
"Mut zur Aufgeschwünglichkeit"
"Die Chance zur Mutgerechtigkeit"
oder irgend sowas...
Mit dem C kann man heutzutage doch keinen mehr vorm Ofen hervorlocken.
z.B. ganz sicher am Werteverfall der Gesellschaft, ganz sicher an der Herausbildung einer durch und durch technologie- und damit fortschrittsfeindlichen Gesellschaft, die damit heute schon große Wettbewerbsprobleme mit Asien hat und in Zukunft noch größere, haben wird, erkennbar an dem ständigen enormen Kosten- und Lohndruck.
Der Mangel an Kindern aber ist nciht primär die Schuld der 68er. Hier steht das übergeschnappte Wirtschaftssystem weit mehr in der Verantwortung welches sich ganz auf Jugendwahn ausgrichtet hat unbeirrbar glaubt, nur mit jungen Menschen erfolgreich sein zu können. Somit auf die Jungen im Alter der Familiengründung einen Leistungs-, Flexibilitäts- und Karrieredruck ausübt, der eben die Kinder auf der Strecke beliben läßt.
Das ist das primäre Problem der Kinderlosigkeit dieses Landes, weniger mangelnde Kinderkrippenplätze! Würde man z.B. Männern und Frauen auch noch Karrieren ab 35 erlauben, sie auch noch ab 35 als qualifiziert ansehen, so könnten Kinder vernünftig geboren und erzogen werden.
Japan und andere Nationen (die USA eingeschlossen) machen vor, dass man auch mit einer älteren Belegschaft sehr erfolgreich sein kann - erfolgreicher als Deutschland mit Jugendwahn!
Bleibt natürlich immer noch der materielle Nachteil einer Familie mit Kindern gegenüber einer ohne KInder! Das ist dann in der Tat eine Werte-Problem an dem der Raffgier-Materialismus seinen Anteil hat.
Andererseits, warum eigentlich immer mehr Kinder? Ist die Welt nicht übervölkert? Und ist nicht diese Übervölkerung ein Kernproblem des Umweltschutzes undd er Nachhaltigkeit?
Diesem Widerspruch hätte ich sehr gerne einmal von unserem "hochkommunikativen Politikertöchterlein" und heutige Familienministerin Ursula v. der Leyen erklärt bekommen. das Argument mit dem Generationenvertrag/Umlageverfahren zählt dabei überhaupt nicht den das wäre leicht änderbar.
das wäre,
.....wenn in diesem Lande diejemigen wieder gewinnen könnten, die mit täglicher Hände Arbeit, Leistung, Einsatz, Engagement, Ideen ihre Leistung erbringen und nicht die Selbstdarsteller, Blender, Blöffer und Börsenzocker
...wenn man das Potential der über 40jährigen nutzen würde anstatt nach Zuwanderung von Fachkräften zu schreiben,
....wenn der Lobbyismus unter Strafe gestellt werden würde
....wenn es die Berufs- und Dauerpolitiker nicht mehr geben würde sondern für jedes Mandat nach max 8 Jahren Schluß wäre
......wenn man Familien wieder schätzen würde anstatt super-modern auf jährlich steigende hype Scheidungsraten zu glotzen
......wenn Verantwortungsbewußtsein anstatt Raffgier und Plünderung wieder Einzug in das Tagesleben halten würden, z.B. Nachhaltigkeit anstatt Quartalsziele !
......wenn man den Menschen nicht länger als Handelware mit Marktwert betrachten würde den man um den Globus verschickt, anheuert und verkauft wie ein UPS Packet
...wenn jeder, der Leistung erbingt, eine Chance hat, nicht nur die "Softskill"-Söhnchen
...wenn die christlichen Werte der jahrtausende alten abendländischen Tradition wieder mehr an Wert gewinnen würden. Das z.B. wäre gerade im Wettbewerb der Globalisierung enorm wichtig anstelle der kritiklosen Adaption von Verhalten und Kulturen aus anderen Kontinenten!
Hast Du Furcht, beherrschen wird sie Dich.
Yoda war ´ne weise Puppe ...
Wenn es nach der CDU/CSU geht, wird die 68er-Generation noch in hundert Jahren schuld daran sein, wenn in unserer Gesellschaft etwas schief läuft. Immer mit den Fingern auf andere zeigen und gleichzeitig ein Bündel diffuser Werte verkünden - das ist schon seit den Anfängen der Kanzlerschaft Helmut Kohls eine ebenso bewährte wie durchschaubare Methode.
Nur ist diese auch "moralische Erneuerung" genannte Taktik ein durch und durch faules Ei.
Wer hat denn Spendengelder bis zum Geht-nicht-mehr kassiert? Wer findet, wenn der politische Boden zu heiß wird, jederzeit einen gut dotierten Unterschlupf in der Wirtschaft? Wer jault denn jedesmal auf, wenn das Stichwort "Mindestlohn" nur erwähnt wird?
Und nun fällt diesen Herrschaften plötzlich ein, sich um Krankenschwestern und Busfahrer kümmern zu wollen. Dümmer und zynischer geht's wohl kaum. Aber daran sind sicher nicht die 68er schuld, sondern eher gewisse Teile der 67er-Generation (= das Geburtsjahr von Dr. Markus Söder).
Paging