Der Chef der Unions-Mittelständler, Josef Schlarmann, hat Angela Merkel massiv kritisiert. Reformen interessierten die CDU-Chefin nicht mehr, der Kanzlerin gehe es vor allem um Machterhalt. Schlarmann berichtete zudem von Versuchen, Kritiker wie ihn massiv einzuschüchtern.
Josef Schlarmann sitzt im Bundesvorstand der CDU und ist Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung der Union. In dieser Funktion gab der 68-Jährige Hamburger dem Spiegel ein Interview, in dem er den Kurs der CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert.
Angela Merkel im November 2007 (© Foto: AFP)
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Schlarmann warf Merkel vor, in zentralen Feldern von den Partei-Grundsätzen abgewichen zu sein. "Wenn ich mir die Reformbilanz der Regierung Merkel heute ansehe, dann fällt mir nur ein Wort ein: ungenügend."
Die jüngsten Beschlüsse der großen Koalition wie die überplanmäßige Rentenerhöhung oder die Reform der Pflegeversicherung stünden im krassen Gegensatz zu Beschlüssen der Union, sagte der CDU-Wirtschaftsexperte. "Für Reforminhalte interessiert sich Angela Merkel kaum noch. Das Unionswahlprogramm von 2005 liegt auf dem Müll."
Als Erklärung für Merkels Wandel nannte Schlarmann den "Schock der Wahlnacht" 2005, als sie nicht, wie erhofft, einen klaren Sieg über die SPD erreichte, sondern die Union nur auf 35 Prozent kam. Schlarmann sagte, heute gehe es Merkel vor allem um Machtfragen, was legitim sei. "Aber ohne inhaltliches Konzept ist das Macchiavelli".
Kritik auch aus der Südwest-CDU
Er sei nicht länger bereit, einen solchen Kurs hinzunehmen. "Die Grenze ist überschritten", sagte Schlarmann, der für sich in Anspruch nahm, die Meinung vieler CDU-Mitglieder zum Ausdruck zu bringen.
Auch der baden-württembergische CDU-Generalsekretär Thomas Strobl kritisierte den politischen Kurs der Bundespartei. Er frage sich, "ob wir in dem klassischen Kernbereich der Union, nämlich einer stabilen Wirtschafts-, Steuer- und Finanzpolitik, noch ausreichend Kompetenz ausstrahlen, um unsere Wähler zu mobilisieren", sagte der Bundestagsabgeordnete der Berliner Zeitung (Samstag). Deshalb profitiere die CDU derzeit nicht stärker von der Schwäche der SPD.
Schlarmann forderte die Unions-Regierungschefs in den Ländern auf, gegen Merkel die Stimme zu erheben. "Die Ministerpräsidenten müssten deutlich machen, was CDU-Politik ist. Aber das tun sie leider nicht."
Der CDU-Spitze um Merkel warf er vor, parteiinterne Kritiker mundtot machen zu wollen. Es habe "massive" Versuche gegeben, ihn einzuschüchtern. Auf die Frage, ob Merkel persönlich auf ihn Druck ausgeübt habe, antwortete er: "Nein, das lässt sie machen. Vom Generalsekretär (Ronald Pofalla) zum Beispiel."
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(sueddeutsche.de/odg /bgr)
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So langsam muss es doch der letzte auch merken, es geht steil Berg ab. Aber das Volk erträgt es, wählt auf Länderebene die LINKE und das war`s dann. Merkel reist durch die Welt um Geschenke zu verteile, im Innland herrscht Stillstand. Keine einzige Reform, die den Namen auch verdient hätte, wurde zu Ende gebracht. Die ach so wichtigen und nötigen Gesetze kassiert das BVG wieder ein. Lobbyisten machen sich die Gesetze selber und die Damen und Herren Politiker warten auf die nächste Wahl. Die Hungersnot auf der Welt wird gefördert, weil die arroganten Industrienationen Nahrungsmittel verfeuern und zu Sprit verarbeiten, ohne an die Folgen für die ärmsten der Armen zu denken. Dann wird das Scheckheft genommen und die rote Heidi verteilt wieder Entwicklungshilfe. Wie krank ist das System? Ich frage mich ernsthaft, ob es nicht Zeit ist darauf "angemessen" zu reagieren.
...aber eventuell hat Frau Merkel hier mehr Gespür für das, was sich zur Zeit in dieser Republik abspielt.
Sie sieht die Bankenkrise - die Hypothekenabzocke - die Steuerhinterziehungen.
Insgesamt sind 1 Billion auf die Inseln verschwunden.
Gegen ihren Berater Heinrich von Pierer werden die Beweise immer massiver! Da verliert man in München schon mal ein paar Wählerstimmen!
In der Bevölkerung ist diese schamlose Bereicherung der Reichen entsprechend angekommen. Auf den Aufschwung in ihrem Geldbeutel warten die Massen vergeblich.
Dieses Signal der Massen versteht Merkel - sie braucht die Wähler - und nicht die paar Hanseln aus der Wirtschafts-Elite!!!
Diese Wirtschafts-Elite die nur in die eigenen Interessen der maßlosen Gier verfolgt, fordert Reformen auf Kosten der Massen. Hundt, Rogowski, Rodenstock, Braun und Konsorten sollten mal lieber die Klappe halten!!!
Sie braucht auch die Rentner - die vorwiegend konservativ wählen!
Die, die Deutschstämmigen, die man aus dem Osten geholt hat, sind nun fast alle Rentner. Darauf muß Frau Merkel schon Rücksicht nehmen!
Ja, wen wundert d a s denn, dass Frau Merkel was von Machterhalt versteht?
Die Frau ist schließlich im SED-System der DDR aufgewachsen und war vor der Wende als FDJ-Funktionärin Sekretärin für Propaganda in der SED-konformen Akademie der Wissenschaften.
Daran sollte man sich auch bei der CDU immer erinnern, wenn mal wieder über die Linken hergezogen wird, die ja zum Teil der gleichen Abstammung wie Frau Merkel sind...
Sie weiß schon, wie man unbequeme Kritiker zum Schweigen bringt. Dabei bedient sie sich im vorliegenden Fall natürlich ihres Getreuen in der CDU-Zentrale, Ronald Pofalla.
Jedenfalls wird Frau Merkel nichts tun, was ihren gegenwärtigen, dank einer gewaltigen Medienkampagne gegen die SPD und Beck erzielten demoskopischen Höhenflug stören könnte.