Mit ihrem Leitantrag für den kommenden Bundesparteitag läutet die CDU den Wahlkampf ein. Einem Zeitungsbericht zufolge erteilt sie darin vielen Herzensangelegenheiten der SPD eine klare Absage.

Die CDU will sich bei ihrem am kommenden Sonntag beginnenden Bundesparteitag nach einem Zeitungsbericht scharf vom Koalitionspartner SPD abgrenzen. Das gehe aus dem Leitantrag mit dem Titel "Chancen für alle - Bildung. Arbeit. Wohlstand" hervor, berichtet die Welt am Sonntag.

Bild vergrößern

CDU-Parteichefin Angela Merkel und ihr Generalsekretär Ronald Pofalla haben einen Leitantrag geschrieben, in dem sie dem Koalitionspartner SPD klare Absagen erteilen (© Foto: AP)

Anzeige

Darin heiße es unter anderem: "Die SPD stellt in diesen Tagen und Wochen vieles in Frage. Die CDU wird Kurs halten." An mehreren Stellen wolle die CDU bei ihrem Parteitag deutlich machen, "was mit uns nicht zu machen ist".

Darin verstecken sich scharfe Vorwürfe an den Koalitionspartner und Absagen an dessen Herzensangelegenheiten. Dem Zeitungsbericht zufolge wettert die CDU in dem Antrag gegen "eine Abkehr vom Kurs der Haushaltskonsolidierung verbunden mit falschen Versprechungen" und "gegen "ein Aufweichen der Grundsatzentscheidung zur Rente mit 67".

Auch einer erneute Diskussion über die beschlossene Gesundheitsreform, über Mindestlöhne, die "Arbeitsplätze vernichten", über eine Erhöhung der Einkommensteuer und über eine Verbreiterung einer Vermögensteuer erteile man "eine klare Absage".

Auf Konfrontationskurs zur SPD gehe die CDU auch in der Arbeitsmarktpolitik. So stehe in dem Antrag: "Erfahrungen der letzten Jahre zeigen: Viele Arbeitnehmer finden erst über die Zeitarbeit wieder eine Festanstellung. Wir werden nicht zulassen, dass diese positive Entwicklung durch neue Strangulierungen, wie sie der SPD- Parteitag beschlossen hat, abgewürgt wird."

Das Papier wird nach Informationen der Welt am Sonntag die Grundlage für die Rede der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel beim Parteitag sein. Generalsekretär Ronald Pofalla habe es in Abstimmung mit der Kanzlerin geschrieben.

Es ist anzunehmen, dass die im Leitantrag festgesteckten Positionen auch die Grundlage für ein Wahlprogramm 2009 sind. Damit bekennt sich die Partei deutlich zu den Beschlüssen des Leipziger Parteitag 2003, auf dem sie radikale Reformen der Sozialversicherungssysteme und des Steuerwesens beschlossen hatte.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Pflicht zur Kür

Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...

(dpa/sueddeutsche.de/bavo)