In einem Entwurf für das Wahlprogramm verspricht die Unionsspitze Steuersenkungen - allerdings nur unter Vorbehalt.
Die Botschaft stammt von Renate Köcher, und was die Meinungsforscherin aus Allensbach der Unionsführung empfiehlt, setzt sich schnell fest in deren Köpfen. Verheißung lautet Köchers großes Wort, und seit die Wissenschaftlerin vom Bodensee es im Sommer des vergangenen Jahres bei einer Klausur erstmals ins Gespräch brachte, suchen die Kauders und Pofallas der Union eine ebensolche Verheißung, vor allem für den Bundestagswahlkampf.
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Wunsch und Wirklichkeit passen nicht immer zusammen - auch nicht im Wahlprogramm der Union. (© Foto: ddp)
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Nimmt man nun den Entwurf vom Entwurf für ein Steuerkonzept zum Wahlprogramm, dann scheint es, als sei die Union fündig geworden. Das Papier besteht bislang zwar aus gerade anderthalb Seiten. Außerdem wird es wahlweise als "Spekulation" oder als "Wasserstandsmeldung" beschrieben. Die Aussagen jedoch, die eine kleine Arbeitsgruppe da zusammengestellt hat, können durchaus als ernste Botschaft verstanden werden - und sie versprechen so viel und sagen so wenig über die Kosten, dass man, zumal in einer Weltwirtschaftskrise, durchaus von einer großen Verheißung sprechen könnte.
Die drei Autoren - CDU-Generalsekretär Pofalla, Unionsfraktionschef Kauder und Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon - haben aufgeschrieben, was an Steuersenkungen so alles wünschenswert wäre. Die Sätze sollen für alle gesenkt werden, der Eingangssteuersatz soll um zwei Punkte auf zwölf Prozent, der Mittelsteuersatz auf 23 Prozent sinken. Außerdem sollen die Freibeträge für Kinder auf das Niveau von Erwachsenen, also auf 8004 Euro steigen, ebenso soll die Grenze, ab der der Spitzensteuersatz greift, auf 60.000 Euro angehoben werden.
Hinzu kommen soll eine Förderung der privaten Altersvorsorge, es soll keine weitere Belastung der Energiepreise geben. Schließlich - und das ist noch längst nicht alles - sollen die persönlichen Freibeträge und Steuersätze bei der Erbschaftsteuer regionalisiert werden. Wie das alles bezahlt werden soll, wird verschwiegen. Nur ein Satz findet sich, nämlich der Wille, dass die "Haushaltskonsolidierung Ziel" bleibe. Davor heißt es in der zentralen Botschaft: "Wir wollen mehr Netto vom Brutto und der kalten Progression entgegenwirken. Steuerpolitik ist Kernkompetenz der Union."
Nun handelt es sich in der Tat erst um einen Entwurf vom Entwurf. Außerdem steht dieser Entwurf nach allen Erklärungen aus Partei und Fraktion unter dem Totalvorbehalt der für Mitte Mai geplanten Steuerschätzung. Dass das Papier gleichwohl schon jetzt an die Öffentlichkeit gelangte, spricht vor allem dafür, dass jemand der in den vergangenen Tagen schärfer werdenden Debatte um den Wahlkampfkurs etwas Wind aus den Segeln nehmen wollte.
Seitdem der CDU-Wirtschaftsrat öffentlich und die CDU-Mittelstandsvereinigung intern ihre Wünsche geäußert haben, entwickelt sich genau jene Diskussion, die Angela Merkel in den Monaten vor der Wahl vermeiden wollte. Der Wirtschaftsflügel fordert Steuersenkungen und eine Lockerung des Kündigungsschutzes, der Sozialflügel hält dagegen. Da scheint es nicht ungeschickt, beiden Seiten ein Papier zu präsentieren, in dem die Unionsführung mal aufschreibt, was sie gerne tun würde, wenn sie nur könnte.
Ob diese Form der Häppchennahrung wirklich beruhigend wirkt, ist jedoch nicht sicher. Wahrscheinlicher ist, dass nun, nach einigen Wochen relativer Ruhe, alle möglichen Gruppen mit ihren Ideen auftreten werden. Ein Beispiel folgte noch am Mittwoch. Peter Ramsauer, der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, zeigte sich offen für eine von der SPD geforderte Börsenumsatzsteuer, sollten die Sozialdemokraten seine Forderung unterstützen, den Mehrwertsteuersatz zum Beispiel für Gastwirte zu halbieren. Beide Ideen hatte die CDU zuletzt kritisiert; entsprechend misstrauisch dürfte sie den Schwall neuer Ideen empfinden. Verhindern freilich kann sie ihn nicht mehr.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 30.4.2009/vw)
Youtube-Hit aus USA
würde es schon reichen, wenn die Steuer zwischen dem Existenzminimum und eben dem aktuellen Spitzensteuersatz nicht in zwei unterschiedlich steilen Stufen, sondern linear laufen würde.
Aktuell wären auf exakt 52.000 im Jahr 14.000 Steuern fällig. Würde der Tarif linear ansteigen statt den Schröder-Knick zu haben (erste Progressionszone), käme der Normalmensch auf maximal 12500 (gerundet). Gerade der erste steile Anstieg ist leistungsfeindlich und für kleinverdiener ziemlich bitter. Damit wird ab dem ersten Euro über dem Existenzminimum und oft genug unter dem Hartz-IV Regelsatz _mindestens_ 15% plus Sozialversicherung abgezogen, ab 13.100 Euro ist man bei 24% Spitzensteuer (mit SV zusammen fast 50% Abzüge), bei 52.000 sind dann fast 60% weg.
Verstehe nicht was an der Erstellung eines vernunftbasierten politischen Programms schwer sein soll. Man läßt die CDU/CSU überlegen und schreibt dann das Gegenteil davon auf. Da kann man sich sogar das Durchrechnen schenken und hat ein funktionierendes System.
Ist doch alles klar, wenn Steuern gesenkt werden, heißt das weiterer Abbau des Sozialstaates, denn bei Banken- und Unternehmensrettungen werden Union/FDP nämlich nicht sparen. Steuersenkungen werden ausschließlich zu Lasten derer gehen, die sowieso am wenigsten haben. Hat Deutschland 50 % Superverdiener, oder welcher Normal-/Geringverdiener wählt die?
Juhu! Allen wird mehr in der Tasche bleiben, denen, die wenig verdienen, denen die mittelmäßig verdienen, und die, die ohnehin schon gut verdienen müssen erst ab 60.000 tief in die Tasche greifen! Aber Moment...
"Wir wollen mehr Netto vom Brutto und der kalten Progression entgegenwirken. Steuerpolitik ist Kernkompetenz der Union."
Wenn das so ist, wer bezahlt dann das Sozialsystem in Deutschland? Na bekanntlich ist das nicht Sache der CDU, schliesslich ist Hartz IV ja schon fast zuviel! Vor allen Dingen wenn bald noch mehr arbeitslos werden und es für sie eh nicht interessant sein wird die "private Altersvorsorge" in Anspruch zu nehmen, weil SIE KEIN GELD DAFÜR HABEN!
Ach so, logisch! Es bleibt mehr Netto von Brutto, d.h. weniger Sozialabgaben, und dann braucht man auch nicht soviel in die Rentenkassen einzuzahlen, weil die die es sich leisten können ja eh "privat" gefördert werden!
"Christlich Demokratische Union"
"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" = Christliche Wertvorstellung!
Weniger "Sozial"abgaben = Du bist Dir der Nächste
"Du bist Dir der Nächste"= Unchristliche Wertvorstellung!
CDU hat den Namen nicht verdient! Die sollten lieber mal dafür sorgen, dass es wieder Arbeitsplätze gibt, statt "Anreize" ( Hartz IV) zu schaffen um wieder arbeiten zu gehen. Wo kein Arbeitsplatz da keine Arbeit! Das kann doch nur ironisch gemeint sein.
mfg
Und morgen kommt die gute Fee und verwandelt Kürbisse in Hochzeitskutschen. Und wenn sie nicht gestorben sind, verarxxen sie uns immer weiter.
Paging