Vera Lengsfeld freut sich über die Aufregung um ihr Dekolleté-Plakat mit Kanzlerin Merkel. Nicht so die Frauen-Union: Deren Chefin wirft der CDU-Politikerin Effekthascherei vor.
Das provokante Dekolleté-Plakat der CDU-Politikerin Vera Lengsfeld sorgt für Aufregung in der Partei. Die Frauen-Union (FU) kritisierte das Wahlplakat als Profilierungsversuch. "Wir setzen auf Inhalte und nicht auf Effekthascherei", sagte die Vorsitzende der FU, Maria Böhmer.
Umstrittenes Wahlkampf-Plakat: Vera Lengsfeld und Angela Merkel. (© Foto: ddp)
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Das Plakat, auf dem Lengsfeld ebenso wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit tiefem Ausschnitt zu sehen ist, war weder mit Merkel noch mit der CDU-Zentrale abgesprochen.
Böhmer zeigte sich wenig begeistert von der Aktion. Sie habe die Plakate gesehen und sich dabei gedacht: "Das haben wir heute doch nicht mehr nötig", sagte sie. Eine CDU-Sprecherin sagte auf Anfrage, das Plakat sei "ohne Rücksprache" mit der Bundesgeschäftsstelle erstellt worden. Weiter wollte sich die Parteizentrale dazu nicht äußern.
"Das hätte mir die Kanzlerin gar nicht erlauben können", sagte die Berliner Bundestagskandidatin Lengsfeld bereits gestern zu sueddeutsche.de. "Denn dann hätte das jeder haben wollen." Es sei ihre Idee gewesen und habe eine Überraschung sein sollen. "Ich habe das mit meinem Kreisverband abgestimmt."
Die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Lengsfeld, die sich im Berliner Szenebezirk Friedrichshain-Kreuzberg um ein Direktmandat bewirbt, zeigte sich überrascht von dem großen Echo auf das Wahlplakat. "Dass es so einen Wirbel verursacht, war mir und uns allen nicht ganz klar. Aber es freut uns natürlich." Sie fügte hinzu: "Wer die Selbstironie nicht erkennt, dem ist nicht zu helfen."
Lengsfeld verteidigte die Aktion mit der Aufmerksamkeit, die das Plakat erhalte: "Wenn man nicht viel Geld für seinen Wahlkampf hat, dann ist man auf gute Ideen angewiesen. Und Aufmerksamkeit zu erregen, das ist mir gelungen". An einem Tag habe ihr Wahl-Blog 17.000 Klicks erzielt.
Auf dem Plakat steht unter den Fotos mit den großzügigen Ausschnitten der beiden Politikerinnen der Spruch: "Wir haben mehr zu bieten." Das Merkel-Bild zeigt die Kanzlerin in einem Kleid, mit dem sie bereits vor mehr als einem Jahr für Furore gesorgt hatte.
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(sueddeutsche.de/AFP/dpa/woja/gba)
Lengsfelds streben nach höherer Weihe ist doch nicht neu
Andererseits-
Jeder blamiert sich eben so gut er kann
Was hat denn die Frau Lengsfeld außer ihrem Dekolleté noch zu bieten?
Bei genauem Hinsehen gar nix......
wenn das der seelige Franz-Josef S. erleben müßte;-))
Frau Lengsfeld hat ihr Plakat vorher offenbar nicht bis zum Ende durchdacht: Statt ihrer und der Kanzlerin Vorderansicht hätte sie die Rückansicht in Szene setzen sollen. Schließlich geht es doch um POlitik. Der Slogan hätte auch da gepasst.
Ach, ist das alles langweilig.
Welches Pannenpotential hat die CDU/CSU im Bundestagswahlkampf 2009?
Das Wahlkampfplakat der Vera Lengsfeld mit dem Slogan Wir haben mehr zu bieten, das die Kanzlerin mit tief ausgeschnittenem Kleid in Oslo zeigt , kann der SPD-Wahlkampfleitung neue Hoffnung geben.
Was aber macht das Plakat der Vera Lengsfeld mit dem schon damals umstrittenen Foto der Kanzlerin so brisant?
Es kann als Symbol für einen inhaltsschwachen Kanzlerinnen-Wahlkampf gelten.
Es legt die Frage nahe: Was eigentlich unterscheidet Angela Merkel und Frank Walter Steinmeier? Nur der Busen? Der Busen bringt das Mehr. Dann ist der derzeitige Abstand in den Meinungsumfragen nicht gerechtfertigt. Die Assoziation Steinmeier ist Merkel gleichwertig und wäre dies auch als Kanzler, liegt nahe.
Vorwürfe von Seiten der CDU-Führung sind also gerechtfertigt.
Vera Lengsfeld ist CDU-Direktkandidatin für den Deutschen Bundestag in Berlin-Kreuzberg und damit Konkurrentin von Christian Ströbele, der den Wahlkreis 2005 direkt gewonnen hatte. Sie hat deshalb, wenn überhaupt, nur eine geringe Chance, wenn sie Aufmerksamkeit in den Medien erringt.
Das ist ihr gelungen.
Vera Lengsfeld hat sich also als erfolgreiche Wahlkämpferin erwiesen. Denn sie schaffte es nach der Logik unseres Mediensystems im Sommerloch in die Schlagzeilen, in Rundfunk und Fernsehen, was ihr mit Sachaussagen sicherlich nicht gelungen wäre .
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