In der Neuauflage des Verfahrens gegen den früheren Bundesinnenminister steht heute das Urteil an. Die Staatsanwaltschaft will ihn mehr als 50.000 Euro Strafe zahlen lassen.
Die Staatsanwaltschaft verlangt für den CDU-Politiker Manfred Kanther 54.000 Euro Geldstrafe wegen Untreue. Für den ehemaligen CDU-Finanzberater Horst Weyrauch plädierte sie am Donnerstag in der Neuauflage des Verfahrens vor dem Wiesbadener Landgericht auf 45.000 Euro Geldstrafe wegen Beihilfe. Die Verteidigung signalisierte Einverständnis. Das Gericht will um 13 Uhr das Urteil verkünden.
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Ex-Innenminister und CDU-Politiker Manfred Kanther (© Foto: dpa)
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Kanther war im ersten Prozess vor zwei Jahren noch zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Weyrauch sollte 61.200 Euro Geldstrafe zahlen. Beide zogen daraufhin vor den Bundesgerichtshof, der das Urteil teilweise aufhob und das Verfahren an das Landgericht zurückverwies.
Dabei sollte die Kammer auch prüfen, ob Kanther sich des Betrugs zum Schaden der Bundesrepublik Deutschland schuldig gemacht hatte. Diesen Teil des Verfahrens stellte das Gericht jedoch am Donnerstag ein.
Kanther hat nach eigenem Eingeständnis Ende 1983 maßgeblich daran mitgewirkt, gut zehn Millionen Euro Parteivermögen der hessischen CDU in die Schweiz zu verschieben und daraus eine schwarze Kasse zu bilden. Ihre Aufdeckung im Jahr 2000 löste einen politischen Skandal aus.
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(dpa)
Bravo Don Vito, stimme Ihnen vollkommen zu. In meiner Seele raucht es noch, habe eben das Buch von Jürgen Roth "Der Deutschland Clan" gelesen. Politgauner über Politgauner.
Grüße
Herr Kanther vor Gericht. Der Kanther, der sich gerne als Verkörperung von Recht und Gesetz sah. Herr Kanther, der gerne gnadenlos gegen Verbrecher und alle die er dafür hielt vorgegangen wäre. Was macht dieser "rechtschaffene" Mann wenn es um seine Partei geht?
Er lügt, er betrügt, er verschiebt Gelder, er erfindet jüdische Vermächtnisse und was sonst noch. Am Ende seiner Tage muss er miterleben, dass die Öffentlichkeit mitbekommt, dass ausgerechnet er nur ein kleiner mieser Betrüger ist. Er hat ja noch nicht einmal soviel Charakter zu seinen Taten und den damit verbundenen Strafen zu stehen.
Es zeigt sich wieder einmal was wirklich hinter der moralischen Wende von Kohl und Komplizen steckte. Jener Kohl, der sich während seiner Amtszeit (nicht wie Schröder hinterher) von Leo Kirch schmieren ließ und heute noch sein Ganovenehrenwort über die Verfassung stellt. Es ging auch nur um Macht, Einfluss und Geld.
Schön, dass wenigstens ab und zu irgendwo die Decke gelüftet wird und man erahnen kann was da gespielt wurde.
Don Vito