CDU-Chefin Angela Merkel schließt die Reihen: Kurz vor ihrem Wahlkampf traf sie Vorgänger Kohl - den sie 1999 aus dem Amt geschrieben hatte.
Fit wollte sie sein nach ihren Urlaubstagen in den Bergen, das Gehirn sollte "gut durchlüftet" für den Wahlkampf bereit sein, wie sie im parteieigenen Internetfernsehen verkündet hatte. So war Angela Merkel, die derzeitige CDU-Chefin und Bundeskanzlerin, gut vorbereitet, als sie am Montag ihren Amtsvorvorgänger traf, Helmut Kohl.
In privater, harmonischer Atmosphäre: Die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht Altkanzler Helmut Kohl in Ludwigshafen-Oggersheim. (© Foto: AP)
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Es war eine private Begegnung in Kohls Haus in Ludwigshafen-Oggersheim. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm teilte jetzt offiziell mit, dass die beiden ausführlich über den Mauerfall vor 20 Jahren und den Weg zur deutschen Einheit gesprochen haben. Das zweistündige Gespräch sei in "privater, harmonischer Atmosphäre" abgelaufen, der Gast aus Berlin lobte die Verdienste des Altkanzlers um die deutsche Wiedervereinigung.
Mit der jüngeren Vergangenheit verbindet die beiden Christdemokraten wohl eine unterschiedliche Wahrnehmung. Es war Angela Merkel, die sich 1999 in der CDU-Parteispendenaffäre demonstrativ von Kohl lossagte, der sie einst als "Mädchen" gelobt und in sein Regierungskabinett geholt hatte. Der Akt der Ostdeutschen sollte ihre eigene Karriere befördern.
Anfang Dezember forderte sie bedingungslose Aufklärung und vom großen Parteichef Kohl: "Ich fände gut, wenn er alles tut, was er zur Aufdeckung beitragen kann." Der Angesprochene aber behielt - großes Ehrenwort - die Namen der Spender lieber für sich.
Am 22. Dezember schließlich wandte sich Merkel in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gegen Kohl: "Die Partei muss also laufen lernen, muss sich zutrauen, in Zukunft auch ohne ihr altes Schlachtross, wie Helmut Kohl sich oft selbst gerne genannt hat, den Kampf mit dem politischen Gegner aufzunehmen. Sie muss sich wie jemand in der Pubertät von zu Hause lösen, eigene Wege gehen", schrieb sie.
Danach begann Merkels Siegeszug durch eine gebeutelte Partei. Nun hat sie, kurz vor der intensiven Phase des Wahlkampfs, die Nähe des "alten Schlachtrosses" wieder gesucht, der noch an den Folgen eines Sturzes leidet. Merkel schließt die Reihen. In einem Sonderzug wird sie in einigen Wochen mit der Familie Adenauer von Rhöndorf aus, dem Wohnort des ersten deutschen Kanzlers Konrad Adenauer (CDU), über Bonn und Leipzig nach Berlin fahren. Auch Kohl gehört, wenn auch in wohl kleinerer Rolle, zur politischen Nostalgie-PR der Kanzlerin.
Der Zufall will es, dass der Lobbyist Karlheinz Schreiber seit kurzem im Augsburger Gefängnis sitzt. Er gibt sich als Schlüsselgestalt in der alten Parteispendenaffäre, doch um solche trüben Geschichten ist es nach offizieller Darstellung beim Oggersheimer Dialog nicht gegangen.
Deutschlands Verantwortung
Merkel habe den Altkanzler gewürdigt, informiert Sprecher Wilhelm und zitiert wörtlich die amtierende Regierungschefin: "Es bleibt die historische Leistung des Bundeskanzlers Helmut Kohl, dass er gemeinsam mit seinen damaligen Partnern den Weg zur deutschen Einheit friedlich, in großem gegenseitigen Vertrauen und eingebettet in die europäische Einigung gestaltet hat."
Demnach stimmten Kohl und Merkel darin überein, dass Deutschland eine besondere historische Verantwortung für die europäische Einigung habe. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise, so Kohl, sei Europas Rolle in der Welt gefordert.
Nach dieser Einstimmung auf die wichtigen Fragen der Zeit konnte Merkel energiegeladen die Reise ins heimische Berlin antreten. Es ist schließlich Wahlkampf.
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(sueddeutsche.de/dpa/woja)
Ist doch einfach. Bei der FDP setzt man das fast voraus. Ist also schon eingepreist in die Prozente. Bei der SPD kann man sich das doch nicht vorstellen. Bei dem sozialen Anspruch dieser Partei passt es halt nicht. Ist also deshalb auch nicht eingepreist.
Aber vielleicht liege ich ja falsch.
"Vielleicht würde Schreiber ja sogar dafür sorgen, dass ddie FDP an der SPD vorbeizieht. "
Wie soll das gehen, wenn die FDP auch mitverwickelt ist? :-))
Bei Schreiber wäre ich auch vorsichtig. Bei der Waffenlobby haben wahrscheinlich auch einige Sozialdemokraten die Hand aufgehalten. Darauf kann man sich wirklich freuen. Wir werden es nach der Wahl sehen. Vielleicht würde Schreiber ja sogar dafür sorgen, dass ddie FDP an der SPD vorbeizieht.
Also Ihr werdet immer unduchsichtiger:-)
Also dass man Brandt in die Nähe von Terroristen bringt, ist natürlich nicht korrekt. Der Vergleich, dass auch terroristen schon einen Nobelpreis bekommen haben, ist nicht fair.
Die Auflistung von Siegerty ist aber ganz amüsant. Dass es das gibt, dass Leute, die Ihr ganzes Leben für "die da unten" gegen "die da oben" kämpfen und sich dann so unsozial verhalten. Wer hätte das gedacht.
Zurück zu Brandt. Ja, er war ein guter Kanzler. Irgendwie hat er sich auch zum Schluß ganz gut mit Helmut Kohl verstanden und auch richtige Worte im einigungsprozeß gefunden. Also auf brandt kann die Sozialdemokratie stolz sein. Was aber jetzt da ist, ist doch nur noch ein populistischer Bodensatz, der recht chancenlos gegen Merkel ist. Ausnahme Steinbrück. Der ist gut. Wäre mal was schönes, wenn er im Amt bleiben könnte. Dazu müßte man aber die Fraktion überzeugen. Das geht irgendwie in unsere Demokratie nicht. Eigentlich schade.
Also dass man Kohl seinen Platz in der Geschichte madig macht, ist ja wirklich lächerlich. Bei der Faktenlage ist es doch ganz einfach. Die 10 Punkte rechtzeitig rausgeholt und es geschafft, das Land ohne Gewalt und Ärger zu vereinen. Besser geht es doch nun wirklich nicht.
Übrigens Danke für den roten Balken.
Paging