CDU in Berlin Friedbert Pflüger zieht sich aus der Politik zurück

Friedbert Pflügers Tage in der Politik sind gezählt. Der Mann, der für die CDU das Duell gegen Klaus Wowereit verlor, geht in die Wissenschaft. Sein Landesverband will den Abgang nicht kommentieren.

Der CDU-Politiker Friedbert Pflüger kehrt der Politik den Rücken und wechselt in die Wissenschaft. Vier Jahre nach seiner schweren Niederlage als Spitzenkandidat will er nicht mehr für das Berliner Abgeordnetenhaus kandidieren und sich auch im CDU- Bundesvorstand nicht zur Wiederwahl stellen, sagte der 55-Jährige am Freitag.

Nach 20 "erfüllten Jahren" zieht sich Friedbert Pflüger aus der Politik zurück.

(Foto: ddp)

Der frühere Bundespolitiker spielte in der Berliner Landespolitik zuletzt keine entscheidende Rolle mehr. "Ich bin dankbar für 20 erfüllte Jahre in der Politik. Nun möchte ich mich auf neue Aufgaben konzentrieren", sagte der frühere Mitarbeiter Richard von Weizsäckers.

Der Politikwissenschaftler leitet am King's College in London ein neues Institut, das sich mit Energie- und Ressourcensicherheit beschäftigt. "Die Ressourcen werden knapper, dadurch werden Spannungen steigen, und das wird uns in dem Institut beschäftigen", sagte Pflüger. Er bestätigte einen Bericht der Wirtschaftswoche.

Mit dem bundespolitisch erfahrenen Pflüger wollte die Berliner CDU 2006 den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ablösen. Der frühere Staatssekretär im Bundesvereidigungsministerium fuhr jedoch nur 21,3 Prozent Stimmen ein und verlor. Seit zwei Jahren ist der aus Hannover stammende Pflüger nur noch einfacher Abgeordneter im Landesparlament.

Die Berliner CDU rechnete Pflüger seinen Einsatz hoch an, bis er 2008 als Fraktionschef einen Machtkampf um den Posten des Landeschefs Ingo Schmitt anzettelte. Beide verloren ihre Ämter. Der ausgewiesene Außen- und Europaexperte strebte dann eine Nominierung für das Europaparlament an, die ihm seine Partei aber verweigerte.

Der Landesverband wollte Pflügers Abgang am Freitag nicht kommentieren. Pflüger sagte, er werde mit seiner Familie weiter in Berlin- Wilmersdorf wohnen. Nach London wolle er pendeln. Auch sein Büro an der Kurfürstenstraße werde er halten.