Es ist mehr als Chuzpe, wenn Bush den geplanten Teilabzug der US-Streitkräfte aus dem Irak als Angebot der Versöhnung zwischen Befürwortern und Gegnern seines Krieges verbrämt. Die Wahrheit ist: Dem Präsidenten gehen schlicht die Soldaten aus.
Es gab wohlmeinende Parteifreunde, die Amerikas Oberbefehlshaber abgeraten hatten von diesem TV-Auftritt. Zu unbeliebt, zu unglaubwürdig ist dieser Präsident inzwischen bei seinen Landsleuten. Erst zu Beginn dieser Woche ergab eine Umfrage, dass nur noch fünf Prozent aller Landsleute George W. Bush zutrauen, den Krieg im Irak erfolgreich zu beenden. Anders gesagt: 95 von 100 US-Bürgern glauben, unter diesem Präsidenten werde ihre Nation das Ende des Elends eines längst verlorenen Krieges nicht mehr erleben.
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Bush spürt dieses Misstrauen. Genau deshalb hat er zunächst andere an die Heimatfront geschickt, die für ihn das Terrain bereiten sollten: Allen voran David Petraeus. Der angesehene US-Kommandeur im Irak warb im Kongress zwei Tage lang dafür, bis ins nächste Jahr mit etwa 160.000 Soldaten weiterzukämpfen gegen Terrorzellen, Aufständische und religiöse Milizen.
Erschöpfte Reserven
Der Militär genießt mehr Vertrauen im Volk als sein ziviler Dienstherr im Oval Office. Hinter der mit Orden und vier Sternen bewappneten Uniform von Petraeus hat der Präsident Schutz gefunden - und sich nun in der Nacht zum Freitag sämtliche Empfehlungen seines wichtigsten Soldaten zu eigen gemacht: Erst im Sommer 2008 soll Amerikas Truppenstärke wieder auf das Niveau sinken, wo es im Januar dieses Jahres lag - bei 130.000 Mann.
Es ist mehr als Chuzpe, wenn Bush diesen Plan nun als Angebot der Versöhnung zwischen Befürwortern und Gegnern seines Krieges verbrämt. Die Wahrheit ist: Dem Präsidenten gehen schlicht die Soldaten aus. Seine sogenannte Welle ("Surge") lässt sich nicht länger durchhalten, da nach 15 Monaten an der Front jedes Platoon ein Recht auf Rückkehr in die Heimat hat -und in den Planungsbögen des Pentagon keine Verbände mehr stehen, die sie ablösen könnten.
Auch deshalb zeihen die oppositionellen Demokraten den Präsidenten, er habe sich "der Beleidigung der Intelligenz des amerikanischen Volkes" schuldig gemacht. Nur, den Demokraten fehlt der Hebel, Bush zu stoppen. Unter dem Eindruck jüngster militärischer Erfolge halten die Republikaner im Kongress ihre Reihen weitgehend geschlossen. Die Zahl abtrünniger Zweifler auf der Rechten dürfte kaum reichen, um im Senat einen verbindlichen Beschluss für einen schnelleren Abzug durchsetzen zu können.
Das kriegsmüde Volk, das voriges Jahr auch wegen des Fiaskos im Irak für eine demokratische Mehrheit im Kongress votierte, wird diese Blockade am Ende beiden Parteien anlasten.
Immerhin, Bush hat ehrlich gesagt, was zukommt auf Amerika: Über Jahre, ja Jahrzehnte werde es amerikanische Truppen im Irak geben. Der Präsident will die Supermacht langfristig mit Militärbasen im Nahen Osten verankern und so den Einfluss der Mullahs in Iran - die eigentlichen Gewinner des Irakkrieges -eindämmen.
Das ist, nach all den früheren Hirngespinsten über Saddams Massenvernichtungswaffen und angeblichen Kontakten zu al-Qaida, eine neue, so verschämte wie realistische Begründung für Amerikas Einsatz im Irak. Ob das Volk und Bushs Nachfolger das auf Dauer mitmachen, ist jedoch längst noch nicht ausgemacht.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de)
Youtube-Hit aus USA
Auch wenn ich unbeschreiblich froh und dankbar dafür bin, dass unser Land 1945 von seiner mörderischen Diktatur befreit wurde, sehe ich keine Berechtigung für diese Nation, andere Staaten anzugreifen, zu bombardieren und zu besetzen. Der Grund mag darin liegen, dass die Begründung nicht schlüssig wirkt. Es wird behauptet, die Demokratie werde verteidigt. Das zu beseitigende Regime sei nicht demokratisch. Gleichzeitig schwingt sich hier eine Nation zum Wahrer der Demokratie auf, die selbst arge Versäumnisse in diesem Bereich erkennen lässt, die eigene "Unfehlbarkeit", also die strikte Weigerung der beidseitigen Teilnahme an Kriegsverbrecherprozessen nur als Beispiel genannt.
Die Bauchschmerzen, die diese Unstimmigkeit hervorruft, werden noch vergrößert durch diesen bitteren Beigeschmack des Charakters dieser Aktionen, der an die Kolonialisierungen und Missionierungen der früheren Jahrhunderte erinnern lässt. Demokratisiert werden müssen anscheinend vor allem Staaten, bei denen es etwas Interessantes zu holen gibt. Eine andere Meldung des heutigen Tages lautet: Preisexplosion auf dem Ölmarkt. Eine der Hauptursachen ist die große aktuelle Nachfrage der ame rikanischen Verbraucher.
Ein Hüter der Demokratie muss sich an seinen eigenen Anforderungen messen lassen. Er muss uneigennützig und konsequent handeln. Anderenfalls verliert er die Berechtigung, in andere Staatssysteme einzugreifen. Soweit es eine solche überhaupt geben kann.
wartet nur auf das Ausrufen des Kriegsrechtes nach einem atomaren Anschlag auf dem Boden der USA. Und irgendwie wird wohl der Iran da verwickelt sein.
die Irak-Geschichte dient wohl nur zur Ablenkung um auf den ganz großen Wurf zu warten.
Wie sich vielleicht einige erinnern war in der letzten Woche die Meldung von einem Bomber mit Atombomben an Bord (versehentlich). Es gibt spekulative Angaben und Berichte über die Anzahl der Bomben an Bord, mal heisst es 6 mal wieder nur 5 Sprengköpfe. Wie dem auch sei, letzten Endes waren Bei der Landung 5 Raketen. Ein Schelm wer sich Böses dabei denkt.
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Hillary Clinton warnte am 23.August bei einer Wahlkampfveranstaltung vor laufender Kamera, dass ein Terroranschlag vor den Wahlen den Republikanern helfen würde.
"Unsere Experten können mit großer Gewissheit sagen, dass die zentrale Führung der al-Qaida Anschläge mit massiver Auswirkung auf amerikanischem Boden plant", so CIA-Direktor Michael Hayden am 7.September in einer Rede in New York.
Wie auch immer es geht um knapp 700 MILLIARDEN Dollar Militäretat - pro Jahr. Da muss nun mal viel geredet und gekämpft werden, und der GWB muss diese Summe ja irgendwie auch rechtfertigen können
Da hatte ich hier irgendwo die falsche Schreibweise aufgeschnappt
und demonstrativ ebenso falsch verwendet. Wie peinlich.
dww
@superlooser: "Die Gesamtschau auf den Irak ergibt,
dass das wenigste Blut auf die Rechnung der USA geht."
Wenn es unter dem (miesen!) Saddam täglich mehr Opfer gegeben hätte
als seit der Besetzung des Irak durch die USA und die "Willigen", so
wäre das Land zum Zeitpunkt des Angriffskrieges wohl menschenleer gewesen.
Aber eine Aufrechnung von Opfern bringt hier genausowenig
wie im Vergleich von Opfern durch Kinderschänder vs. Verkehrstote.
"Eine islamische Demokratie, die Homosexuelle
aufgrund ihrer Homosexualität an Baukränen aufknüpft ..."
Tja ... das passiert leider nach wie vor in den USA, in Polen, etc.
das liegt doch nicht etwa an den Katholiken, Methodisten o.ä. ... ?
"Dieses Regime darf getrost gestürzt werden."
Interessante Frage: Wer hat das Recht, zu entscheiden,
ob ein Regime gestrost gestürzt werden darf ?
Wenn überhaupt, dann doch nur die UN, würde ich denken. Jeder andere,
der sich das anmasst, ist ein Verbrecher gegen die Völkergemeinschaft.
dww
(Achtung, jetzt wird's spekulativ)
Und warum haben wir Deutschen uns damals erfolgreich befrieden lassen
und sogar eine ganz ordentliche Demokratie etablieren können ?
Vielleicht, weil wir (bzw. unsere Ahnen) das Unrecht selber zugelassen haben,
durch Wahlrecht, blinden Gehorsam, ängstliche Anpassung usw.
Das erzeugte hinterher Scham und Demut, und die Bereitschaft,
neue Normen und Regeln in der Gesellschaft zu verankern
Im Irak hat sich das Volk zurecht kaum verantwortlich gefühlt für
Giftgasangriffe, Unterdrückung und andere Ungerechtigkeiten,
entsprechend sind sie nicht gerade fügsam den neuen Herrschern gegenüber.
Eine Reform des Islam kann von aussen nicht gelingen,
das müssen die betroffenen Menschen selber hinbekommen.
Wir können nur versuchen, ihnen vorzuleben, dass unsere Lebesweise
nicht nur dekadent und gotteslästerlich ist. Schaffen wir das ?
Oder von wem würde ein strenggläubiger Katholik die Verordnung akzeptieren,
dass Verhütung und Abtreibung ab sofort mit Gottes Wille vereinbar sind,
wenn nicht vom Papst selber ?
dww
o.K. aber eine Strategie, wie mit dem Irak verfahren werden muss, kann ich daraus nicht ableiten.
Wenn die USA abzieht, das ist vollkommen richtig, wird der Einfluss des Iran sehr stark sein. Aber wir haben dann wenigstens stabile Verhältnisse, Auslandvertretungen, Ansprechpartner und Diplomatie. Alles Dinge die es in dieser Form jetzt nicht gibt wie es nun ausschaut nicht geben wird.
Auch der Iran wird sich nicht isolieren können. Und glaube mir, der Ahmadinedschad ist nur ein kurzes, leider schändliches Kapitel. Selbst die Fundamentalisten im Iran haben ihm oft genug nahegelegt, sich zu mässigen. Dieser Mann representiert nicht das iranische Volk und noch nicht einmal die islamisch-religiösen Führer.
Der Iran hat sich bis zur ära "Achhabichdensatt" und sogar bis heute mehr und mehr geöffnet. Langsam aber stetig.
Wir müssen uns keine Sorgen um eine Atommacht Iran machen. Allerdings müssen wir uns dann Sorgen machen, wenn die USA ihre Drohungshaltung fortsetzen. Dann bröckelt auch der Wille zur öffnung und die Symphatie des iranischen Volkes.
Paging