Bush bäumt sich gegen das Unvermeidliche auf - und ist immer noch fern der Einsicht, dass der Irak-Feldzug ein grober strategischer Fehler war, der militärisch nicht zu korrigieren ist.
Nun hat selbst der Präsident der Vereinigten Staaten zugegeben, dass sein Land im Irak nicht kurz vor dem Sieg steht. Nicht nur George W. Bushs politische Gegner hatten diesen Schluss bereits gezogen, sondern selbst ihm nahestehende Politikveteranen wie die einstigen Außenminister Baker und Powell.
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Außerdem ist, ausweislich der Umfragen, die überwältigende Mehrheit der Amerikaner bereits zu dieser Einsicht gekommen. Man kann also Bushs Zugeständnis als Zeichen eines neuen Realismus werten, der endlich ins Weiße Haus Einzug gehalten hat.
Als überfällige Konzession an die Wirklichkeit könnte man auch die Ankündigung Bushs interpretieren, den Umfang der Streitkräfte langfristig zu erhöhen. Tatsächlich sind die strategischen Ziele der USA nur mit Zehntausenden zusätzlicher Soldaten zu erreichen.
Doch ist es wirklich ein Zeichen neugewonnen Realitätssinns im Weißen Haus, wenn der Präsident nun ernsthaft die kurzfristige Entsendung von bis zu 30.000 weiteren Soldaten in den Irak erwägt? Seine Generäle sagen, dass die Entsendung zu nichts führen werde.
Ist es Zeichen einer politischen Kurskorrektur, wenn er für den Krieg weitere 100 Milliarden Dollar beantragen will, zusätzlich zu den 70 vom Kongress genehmigten Milliarden? Irak wäre damit teurer als der gesamte Vietnamkrieg.
Bush bäumt sich gegen das Unvermeidliche auf - und ist immer noch fern der Einsicht, dass der Irak-Feldzug ein grober strategischer Fehler war, der militärisch nicht zu korrigieren ist. Zwei Jahre noch bleiben dem Präsidenten im Weißen Haus. Vieles deutet darauf hin, dass er so lange noch der Welt beweisen will, dass er doch recht hatte.
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(SZ vom 21.12.2006)
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