Seit dem Ende des Kalten Krieges waren die russisch-amerikanischen Beziehungen nicht mehr so schlecht wie derzeit. Nun trifft sich Putin privat mit Bush junior und Bush senior. Werden sich die mächtigen Männer wieder vertragen?
Wollte Wladimir Putin die Stimmung beim Treffen in Kennebunkport gleich zu Beginn verderben, so würde ihn das keine Mühe kosten. Er müsste George W. Bush nur Grüße überbringen von seinem letzten ausländischen Besucher: von Hugo Chavez, dem Staatschef Venezuelas, der von einer tiefen Verachtung für den US-Präsidenten beseelt ist.
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Zur bislang letzten gemeinsamen Dinnerparty trafen sich Bush und Putin in Vietnam. (© Foto: Reuters)
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In Russland ist Chavez ein gerngesehener Gast. Geschätzt wird er als liquider Waffenkäufer, aber durchaus auch wegen seiner US-kritischen Haltung.
Dass die Russen den Besuch des Südamerikaners diesmal protokollarisch bewusst niedrig gehängt haben, spricht allerdings dafür, dass Putin am Familiensitz der Bushs keinen unnötigen Streit sucht.
Sein außenpolitischer Berater Sergej Prichodko lobte am Freitag artig, Kennebunkport sei als Verhandlungsort optimal. "Die informelle Begegnung der Staatsführer in einer ruhigen Atmosphäre trägt zur Effektivität bei, auf die wir hoffen", sagte er.
Ein bisschen Ruhe kann nach den Turbulenzen tatsächlich nicht schaden. Die russisch-amerikanischen Beziehungen befinden sich auf dem Tiefpunkt seit der Zeit des Kalten Kriegs. Am schärfsten wird derzeit die Auseinandersetzung um die amerikanische Raketenabwehr ausgetragen.
Mehr als ein Knalleffekt
Putins Sprecher Dmitrij Peskow machte in einer Telefonkonferenz mit internationalen Zeitungen klar, Putin warte nach seinem Vorstoß beim G-8-Gipfel in Heiligendamm noch immer auf eine persönliche Antwort von Präsident Bush. "Die bisherigen Äußerungen betrachten wir nicht als offizielle Antwort der amerikanischen Seite", betonte er.
Putin hatte die gemeinsame Nutzung der russischen Radaranlage im aserbaidschanischen Gabala vorgeschlagen - im Gegenzug für einen Verzicht auf die Stationierung von Abfangraketen in Polen und der Errichtung einer Radaranlage in Tschechien.
Beides soll die USA nach Moskauer Ansicht in Wahrheit nämlich gar nicht vor potentiellen Nukleargefahren aus Iran schützen, sondern zielt vielmehr auf russische Raketen. In Heiligendamm erreichte Putin mit dem Vorschlag freilich nicht mehr als einen Knalleffekt.
Der Spieler hieße Putin
Nach kurzem Nachdenken bedankten sich die Amerikaner und machten klar, dass sie die aserbaidschanische Anlage nur zusätzlich, nicht aber anstelle der Komponenten in Polen und Tschechien akzeptieren würden. Endlich aber würden die Russen einsehen, dass wirklich eine Gefahr aus Iran drohe, lobten sie.
Der Zorn in Moskau hierüber war groß. Generalstabschef Jurij Balujewskij und Vize-Außenminister Sergej Kisljak traten vor die ausländische Presse, um für den Putin-Vorschlag zu werben. "Die Idee ist klar und verständlich", sagte Kisljak. Sie mache die Anlagen in Polen und Tschechien überflüssig. "Wir glauben nicht, dass es eine Gefahr gibt", betonte er allerdings auch. Balujewskij drohte mit Gegenmaßnahmen.
Es sei doch klar, dass die geplanten US-Anlagen in Mitteleuropa mit dem russischen Atomarsenal nichts zu tun hätten, schrieb kürzlich die russische Ausgabe der Zeitschrift Newsweek, das Ganze sei ,,ein großes politisches Spiel''. Der Spieler hieße in diesem Falle Putin.
Freund der Diplomatie
Der Präsident, dessen zweite und letzte Amtszeit kommendes Jahr endet, beansprucht für sein wirtschaftlich erstarktes Land die Stellung einer Großmacht, die sich keine Vorhaltungen gefallen lassen muss. Nach Jahren in einer angeblichen Defensive ist Russland rhetorisch zum Angriff übergegangen und spielt mit der Angst vor einem neuen Kalten Krieg - am deutlichsten in Putins Münchner Rede Anfang des Jahres. Den USA warf er darin "ungezügelte Militäranwendung" und Doppelmoral vor.
Seit dieser Rede sind sich Bush und Putin mehrmals begegnet, eine Annäherung hat es bisher aber nicht gegeben. Das erklärt die ungewöhnliche Einladung nach Kennebunkport, wo der Präsident normalerweise keine ausländischen Gäste empfängt. Keine schlechte Idee war es wohl auch, George Bush senior zum Abendessen dazuzubitten. Der frühere Präsident ist ein Freund der Diplomatie- und er ist ein Kenner des Kalten Kriegs.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 30.6.2007)
Bilder des Tages
Treffen sich 3 und machen dabei Politik für ihre rund 500.000.000 "Untertanen".
Man nennt es auch Demokratie.
Wobei ich festhalten möchte, dass Russland eine präsidiale Demokratie hat. Genau wie die USA.
wo ist sie den die Provinznudel ? Darf sie nicht mitreden ? wäre doch schön vielleicht mit einem rosaroten Höschen und roten Schühchen ? Wirklich so gehts nicht Herr Putin und Bush ohne unsere Merkel, was bilden sich diese Herren eigentlich ein ??
ist ja süss und soo kleidsam.
toppt die vorstellung, die beiden mit schießer feinripp auf halbmast nebeneinander zu sehen.
ist das kleine rote, unten links im bild, vielleicht das narrenkäppchen?
Die Lobster sind ausgezeichnet!
"Das erklärt die ungewöhnliche Einladung nach Kennebunkport, wo der Präsident normalerweise keine ausländischen Gäste empfängt. Keine schlechte Idee war es wohl auch, George Bush senior zum Abendessen dazuzubitten."
Bush senior hat da wirklich einen guten Immobilien-Griff getan.
Es spricht für die Versöhnung mit seinem Sohn, wenn Putin dort hinfahren darf um mit dem Kleinen zu speisen.
George Bush Senior wurde nicht "dazugebeten", sondern er ist der Gastgeber. Schließlich ist es sein Haus!