Proteste in Burkina Faso Präsident Compaoré tritt ab

Burkina Faso: Archivbild von Präsident Blaise Compaoré aus dem Jahr 2013

(Foto: REUTERS)
  • Nach tagelangen Protesten in Burkina Faso reicht Präsident Blaise Compaoré seinen Rücktritt ein.
  • Schon am Donnerstag hatte das Militär die Regierung für abgesetzt erklärt.
  • Die Demonstranten in dem westafrikanischen Land fordern Neuwahlen. Bei Protesten waren Dutzende Menschen getötet worden.

Ende der Präsidentschaft

Blaise Compaoré ist nicht mehr Präsident von Burkina Faso. Compaoré habe seinen Rücktritt bestätigt und "freie und transparente" Neuwahlen binnen 90 Tagen gefordert. Zuvor hatte ein Militärsprecher mitgeteilt, dass Compaoré sein Amt niedergelegt habe. Im staatlichen Fernsehen wurde eine Mitteilung des 63-Jährigen verlesen: "Ich bin überzeugt, dass ich meine Pflichten erfüllt habe, und trete im obersten Interesse des Landes zurück", hieß es darin.

In der Zwischenzeit soll Armeechef Honoré Traoré die Amtsgeschäfte führen, berichtete Radio France International. Bereits am Donnerstagabend hatte die Armee die Macht übernommen und erklärt, dass die Regierung abgesetzt und das Parlament aufgelöst worden sei. Es werde nun ein Übergangsgremium eingesetzt, das in den kommenden zwölf Monaten die verfassungsmäßige Ordnung wieder herstellen solle.

Frankreichs Präsident François Hollande begrüßte den Rücktritt Compaorés. Zugleich forderte er in einer Erklärung "die schnelle Abhaltung demokratischer Wahlen". Der Abgang Compaorés erlaube es, "einen Ausweg aus der Krise zu finden".

Compaoré wollte Übergangsregierung führen

Langzeitpräsident Compaoré hatte am Donnerstag nach tagelangen Protesten angekündigt, auf eine weitere Amtszeit zu verzichten und von einer geplanten Verfassungsänderung abzusehen. Jedoch wolle er bis zu den Wahlen im November 2015 einer Übergangsregierung vorstehen.

Viele Tote bei Unruhen

Nach Angaben der Opposition waren bei blutigen Unruhen am Donnerstag mindestens 30 Menschen getötet und 100 weitere verletzt worden. Die Polizei hatte mit scharfer Munition in die Menge geschossen. In einer Rede an die Nation hatte Compaoré den am Donnerstag ausgerufenen Ausnahmezustand wieder aufgehoben. Er bestätigte zugleich die Auflösung des Parlaments. Diese Schritte sollten den Weg in eine Übergangsphase erleichtern, an deren Ende er die Macht an einen demokratisch gewählten Präsidenten übergeben wolle.

Langzeitmachthaber Compaore

Compaoré regiert das westafrikanische Land seit einem Putsch vor fast drei Jahrzehnten. Er wollte zuletzt vom Parlament die Verfassung ändern lassen, um sich auch im nächsten Jahr erneut zur Wahl stellen zu können. Das Agrarland Burkina Faso mit etwa 17 Millionen Einwohnern ist eines der ärmsten Länder der Welt.