Ein einheimischer Soldat eröffnet in einem Außenposten der Bundeswehr das Feuer und tötet drei Panzergrenadiere. Sechs Soldaten werden verletzt.
In Afghanistan sind am Freitag drei deutsche Soldaten ums Leben gekommen. Ein Angehöriger der afghanischen Nationalarmee ANA hatte in einem Außenposten der Bundeswehr im Norden des Landes um sich geschossen und dabei zunächst einen Soldaten getötet und acht weitere verwundet, vier von ihnen schwer. Zwei der schwer Verwundeten starben einige Zeit später. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zeigte sich am Abend in Berlin erschüttert über den Vorfall und sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus.
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Nach Angaben des Einsatzführungskommandos in Potsdam hatte der afghanische Soldat gegen zwölf Uhr Ortszeit (8.30 Uhr deutscher Zeit) im sogenannten OP (Observation Post) North der Bundeswehr bei Baghlan aus nächster Nähe das Feuer auf die Deutschen eröffnet. Die Bundeswehr-Soldaten waren dabei, ihre Fahrzeuge nach einer Patrouillenfahrt zu warten. Ein Soldat wurde sofort getötet, zwei andere so schwer verletzt, dass sie noch am Freitag starben. Den Zustand von zwei Schwerverletzten bezeichnete die Bundeswehr als kritisch.
Bei den Toten handelt es sich um einen 30-jährigen Hauptfeldwebel, einen 22-jährigen Stabsgefreiten und einen 21-jährigen Hauptgefreiten. Die angegriffenen Soldaten gehören zum Panzergrenadierbataillon 112 im bayerischen Regen. Sie standen kurz vor dem Ende ihres Afghanistan-Einsatzes. Nach offiziellen Angaben gehörte der Attentäter zu einer ANA-Einheit, die mit der Außensicherung des OP North betraut war. Er hatte seinen Dienst beendet und war auf dem Weg zum Haupteingang des Lagers, wo er sich abmelden sollte. Über seine Motive konnte der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, General Rainer Glatz, am Freitagabend noch keine Angaben machen.
Die ANA-Soldaten sind im Rahmen des sogenannten Partnerings gemeinsam mit der Bundeswehr im OP North untergebracht. Partnering ist die Bezeichnung für die neue Afghanistan-Strategie, die seit Herbst 2010 verfolgt wird. Dabei operieren afghanische und deutsche Einheiten gemeinsam, um Aufständische zu vertreiben und Gebiete dauerhaft zu sichern. Dafür hat die Bundeswehr sogenannte Ausbildungs- und Schutzbataillone (ASB) aufgestellt .
Dass als Soldaten oder Polizisten getarnte Attentäter die Internationale Schutztruppe Isaf angreifen, kommt immer wieder vor. Allerdings war die Bundeswehr bisher von solchen Attacken verschont geblieben. Guttenberg sagte, man wisse um die Risiken, die das "enge Miteinander" berge. Das Partnering werde aber nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Es sei der richtige Weg, um die afghanischen Streitkräfte auf die Übernahme der Verantwortung vorzubereiten.
Der OP North ist ein ASB-Stützpunkt. Guttenberg hatte hier erst in der Nacht zum Donnerstag übernachtet. Der Stützpunkt war wegen einiger Zwischenfälle in der jüngsten Zeit in die Schlagzeilen geraten. Vor Weihnachten hatte ein Bundeswehr-Soldat beim unsachgemäßen Hantieren mit seiner Waffe einen Kameraden erschossen. Ende Januar hatte ein dort stationierter Soldat einen Kameraden im Streit mit der Pistole bedroht. Wegen dieser Vorkommnisse war Guttenberg am Mittwoch nach Afghanistan gereist, um sich persönlich ein Bild von den Verhältnissen im OP North zu machen.
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(SZ vom 19.02.2011/liv)
Russland unter Putin
Der Kriegseinsatz der Bundeswehr soll bis zu ihrem Abzug im Jahre 2014 – sofern man sich daran hält – Kosten in Höhe von insgesamt 35 Milliarden Euro verursacht haben. Stattdessen hätte man jedem Einwohner Deutschlands rund fünfhundert Euro geben und das Leben einer nicht geringen Zahl unschuldiger Afghanen erhalten können. Man muß sich doch ernsthaft fragen, ob die Deutschen nicht wieder einmal zu Kriegsverbrechern geworden sind – zumindest ist es ihre politische Führung.
Mit diesem Krieg ist doch niemandem geholfen (ausser vielleicht der Rüstungsindustrie). Hier wird nur Leid, und zwar an allen Fronten, gesät. Fällt ein Soldat in diesem undurchschaubaren Krieg, dann versinkt ein ganzer Tross von Anghörigen in unsagbares Leid - auf beiden Seiten. Leid lindern ja! Aber nicht mit kriegerischen Mitteln, denn die erzeugen immer mehr davon. Fangen wir an in unseren Köpfen den Krieg zu bekämpfen. Dann hat unsere Gesellschaft die Chance zum Frieden. Das Rezept heisst - Gewaltlosigkeit im Denken - Reden und Handeln.
Mein Mitgefühl den Anghörigen aller Kriegsopfer!
Om Shanti
Was diese “Bundeswehr” eigendlich in Afghanistan zu suchen hat, im Rahmen des Nord Atlantic Verteidigungsparktes (Nato) , weit weg vom Nord Atlantic fragt sich mittlerweile nicht nur die Mehrheit des Deutschen Volkes.
Was sich nun dort in Afghanistan abspielt, hatte die Britische Kolonial Armee bereits von 1839 bis 1842 erlebt.
Theodor Fontane berichtet darueber in seiner Ballade mit dem Titel “Das Trauerspiel von Afghanistan”.
Die verantwortlichen Herren der Deutschen “Afghanistan-Wehr” sollten dazu einen Bericht von Claus Christian Malzahn lesen, , mit der Ueberschrift “Nur einer kam heim aus Afghanistan”.
sich die Öffentlichkeit erregen und nicht über ein paar weggelassene Anführungszeichen in einer bedeutungslosen Dissertation.
Zynisch könnte man sagen, daß sich der Bürger inzwischen daran gewöhnt hat, daß sein erklärter Willen von den Politikern ignoriert und ins Gegenteil verkehrt wird (Afghanistan-Einsatz, Euro-Schutzschirm etc.), und sich willig von den Medien auf Nebenkriegschauplätze lenken läßt, wo er Frust, Voyeurismus und Schadenfreude risikolos (für die Herrschenden) ausleben kann.
Offenbar scheint es ein geringeres Vergehen zu seine, deutsche Staatsbürger in einen sinnlosen und ungewinnbaren Krieg zu schicken, als ein paar Abschnitte abzuschreiben.
Armes Deutschland!
@ Angehöriger der afghanischen Nationalarmee ANA
"Einen Afghanen kann man zwar auf Zeit mieten aber nie kaufen". Diese Weisheit hat sich wieder mal bewahrheitet. Afghanen haben sich noch nie fremden Besatzungsmächten unterworfen; Briten ( 1842 ) und Sowjets haben es bereits zu spüren bekommen.
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