Verteidigungsminister Franz Josef Jung will die Bundeswehrtruppe in Afghanistan um 1000 auf 4500 Soldaten aufstocken. Von 1. Juli an warten neue Aufgaben auf die deutschen Soldaten.
Die Bundeswehr in Afghanistan soll mit tausend zusätzlichen Soldaten verstärkt werden. Das teilten Verteidigungsminister Franz Josef Jung und Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan am Dienstag in Berlin mit.
Deutsche Soldaten der Isaf sichern am Stadtrand von Kabul eine Straßensperre. (© Archivfoto: ddp)
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Darüber hinaus soll der Bundestag das am 13. Oktober auslaufende Mandat diesmal nicht nur um ein Jahr, sondern um 14 Monate bis Dezember 2009 verlängern, erklärten sie weiter. Begründet wurde das mit dem Zeitplan der Bundestagswahl.
Mit der Aufstockung des Kontingents soll die Bundeswehr größeren personellen Spielraum bekommen. "Wir brauchen ein Stück mehr Flexibilität, um gegebenenfalls auf Herausforderungen reagieren zu können", sagte der Verteidigungsminister. "Die Obergrenze von 4500 heißt nicht, dass die dann auch (gleichzeitig) im Einsatz sind."
Jung begründete die Anhebung unter anderem damit, dass die Bundeswehr die Ausbildungsanstrengungen für die afghanische Armee verdreifachen wolle. Außerdem müsse man im Norden "Ersatz für die Partnernationen" bereithalten. Jung betonte auch, dass der Aufgabenbereich im Norden des Landes bestehen bleibe.
In acht Stützpunkten
Deutsche Soldaten sind in insgesamt acht verschiedenen Stützpunkten eingesetzt. Von 1. Juli an stellt Deutschland die schnelle Eingreiftruppe zum Schutz der Afghanistan-Schutztruppe Isaf, die zuvor aus norwegischen Soldaten bestand.
Die Begründung für die Ausdehnung der Mandatsdauer auf 14 Monate besteht im Wesentlichen darin, dass voraussichtlich im Oktober 2009, wenn die reguläre Verlängerung anstehen würde, ein neuer Bundestag zwar gewählt ist, sich aber noch nicht konstituiert hat, sodass das Parlament in der bereits abgewählten Zusammensetzung über die Präsenz der Soldaten in Afghanistan entscheiden würde. Im Dezember dagegen sollten die Verhältnisse klar sein.
Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), erklärte im ARD-"Morgenmagazin", dass es keine räumliche Ausweitung des Mandats für Kampfeinsätze im Süden geben werde. Er sagte, es gebe schon jetzt einen Fehlbedarf von 300 bis 400 Soldaten.
Verteidigungsminister Jung (CDU) und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatten zuvor am Morgen die Obleute der Bundestagsfraktionen über die beabsichtigte Aufstockung und Verlängerung des Mandats unterrichtet. Parallel zur Aufstockung des Isaf-Mandats soll das Mandat für den US-geführten internationalen Anti-Terror-Kampf "Operation Enduring Freedom" (OEF) nach Angaben von Jung von 1400 auf 800 Soldaten reduziert werden. Derzeit sind unter OEF-Mandat 260 deutsche Marinesoldaten am Horn von Afrika im Einsatz.
Jung will außerdem den Einsatz von 40 Fernmeldern der Bundeswehr, die seit Monaten im Süden Afghanistans tätig sind, für einen längeren Zeitraum ermöglichen. Die Soldaten sollten so lange im gefährlichen Süden des Landes bleiben, bis ihre Aufgabe in zivile Hände übergeben werden könne, sagte Jung. Speziell für die 40 Fernmelder solle die im Bundeswehr-Mandat vorgeschriebene zeitliche Befristung der Nothilfe-Einsätze von deutschen Soldaten außerhalb des nördlichen Landesteils aufgehoben werden.
Friedensgruppen und die oppositionelle Linke sehen in einer Aufstockung des Bundeswehrkontingents eine weitere Eskalation. Sie fordern mehr zivile Hilfe für Afghanistan.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(AP/dpa/bavo/gdo)
Protest gegen dritte Startbahn
Ich habe mir die von Ihnen hier eingestellten Links aufmerksam durchgelesen und es ist ja meist nichts spektakulär neues aber ich sehe das als Diskussion die soviel heißt wie "den Teufel mit dem Belzebub" austreiben. Ich kann nicht heute alle Internationalen Truppen aus Afganistan abziehen und das Land morgen den Taliban überlassen. Was würde denn passieren, ein offener Bürgerkrieg der in einem Rachefeldzug der Taliban enden wird. Dieses Gemetzel möchte ich mir gar nicht vorstellen. Ich denke nicht dass wir jetzt einen Idealzustand haben und sicher muss einiges geändert werden aber einfach nur abzuziehen und die Afganen die sich für ein freies Leben entschieden haben im Stich zu lassen halte ich auch nicht für die durchschlagende Idee. Stellen Sie sich vor sie würden hingerichtet weil sie, als Mann, keinen Bart aber dafür eine Krawatte tragen oder als Mädchen zur Schule gehen und nur ein Kopftuch statt einer Burka tragen. Viele Menschen haben sich in einer etwas freieren Gesellschaft eingerichtet und das ist nur möglich weil sie im Moment ein wenig Schutz geniesen. Und seien Sie sich sicher die Taliban haben sich ganz genau gemerkt wer sich alles für so ein Leben entschieden hat.....
@ MichlK
Sie haben sicher recht, die Weltmacht wird nicht, weil ein Vasall das Land verlässt, ihre langfristigen Ziele aufgeben. Die Frage bleibt, was deutsche Politiker dazu zwingt, an der sich ständig ausweitenden Beteiligung einem Krieg festzuhalten - gegen die erklärte Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung. Offensichtlich vertritt weder diese noch die vorhergehende Regierung die Interessen ihrer Wähler, sondern andere - zumindest die der Rüstungsindustrie und ihrer Lobbyisten.
Haushaltsausschuss beschließt Millionen-Rüstungsvorhaben
Berlin (dpa) - Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat Rüstungsvorhaben in dreistelliger Millionenhöhe unter anderem zum besseren Schutz von Soldaten in Auslandseinsätzen beschlossen. So sollen nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums für mehr als 76 Millionen Euro 98 geschützte und luftverladbare Radfahrzeug vom Typ Dingo 2 angeschafft werden. Dieser Fahrzeugtyp, von dem die Bundeswehr bereits 204 Stück besitzt, habe sich bereits bei Auslandseinsätzen bewährt.
© sueddeutsche.de - erschienen am 25.06.2008 um 20:37 Uhr
zum Drogenanbau, der Praxis der Besatzer und der Situation unter der Herrschaft der Taliban:
www.freace.de/artikel/200705/020507a.html
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin mir sicher das die CIA eine Menge Dreck am Stecken hat und ich sehe diesen Verein alles andere als positiv.
Die eigentliche Frage ist aber ob sich etwas zum positiven wendet wenn die Bundeswehr aus Afganistan abzieht? Wenn die Bundeswehr aus Afganistan verschwindet tut dies die CIA noch lange nicht. Der Mohnanbau wird weitergehen, vermutlich noch ungehemmter als zuvor, dieser ist sowiso nur dann in Griff zu bekommen wenn man den Bauern Alternativen anbietet, also nicht mit Gewalt....
P.S. Über die roten oder grünen Buttons mach ich mir schon lange keine Gedanken mehr, also nicht darüber Ärgern. Eine lebendige Disskussion ist mir lieber als irgendwelche klicks
Also ich bin richtig froh, wenn unser Jungs die Mohnfelder schützen, wie sonst können wir die Versorgung hier und anderswo sichern? Warum kann denn die Firma Monsanto nicht genmanipulierte Mohnpflanzen heraus bringen die höhere Erträge verspricht?
Es lebe die freie Marktwirtschaft! Aber nein, es geht ja um Demokratie!
@ MichlK
soweit mir bekannt ist, nahm die Drogenproduktion in der Zeit der Talibanregierung rapide ab und stieg seit dem amerikanischen Militärschlag in ungeahnte Höhen - ansonsten: die Iran-Contra-Affäre kennen Sie? Dann wissen Sie sicher auch, woher der CIA Gelder für seine Aktionen rekrutiert
Wenn Sie Hopsicker gelesen hätten - ganz clevere zeigen ja mit ihrem Betätigen des roten Buttons gleich, dass sie Angst vor Fakten haben - wüssten Sie mehr zur Drogenfinanzierung des CIA und zwar nicht erst seit den amerikanischen Aktionen in Afghanistan. Was im übrigen diesen Krieg und seine Zielsetzung anbelangt, ist Willy Wimmer von der CDU immer noch einer der klügsten sachverständigen Kommentatoren:
www.freitag.de/2007/31/07310701.php
Er ist einer der wenigen, der die Wahrheit sagt, und die ist kurz gefasst:
In dem von den USA geführten Kriegen in Afghanistan und Irak und den verdeckten Operationen geht es um nichts anderes als die Rekolonialisierung eines Gebietes, das sich vom Balkan bis nach Zentralasien erstreckt.
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