Trotz wachsenden Drucks aus der Nato lehnt die Bundesregierung eine dauerhafte Verlegung deutscher Soldaten zu Kampfeinsätzen im Süden Afghanistans weiterhin strikt ab.

Deutschland werde auch künftig nur in Notlagen im Rahmen des bestehenden Bundestagsmandats die Verbündeten in der umkämpften Region unterstützen, stellte Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung klar.

Die Nato möchte, dass die Bundeswehr auch in Südafghanistan stationiert wird (© Foto: AP)

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Vorwürfe, die Bundeswehr sei wegen mangelnder Hilfsbereitschaft indirekt am Tod von zwölf kanadischen Soldaten beim Einsatz gegen aufständische Taliban im Süden Afghanistans mitschuldig, sind offenbar haltlos. Der britische Unterhaus-Abgeordnete Frank Cook, dem solche Behauptungen zugeschrieben wurden, dementierte diese Darstellungen.

Bei der Hilfsanforderung seien weder der deutsche Kontingentführer in Afghanistan noch die Bundesregierung kontaktiert worden, sagte er dem Magazin Focus. Das Verteidigungsministerium in Berlin hatte bereits zuvor diese bei der Nato-Parlamentariertagung im kanadischen Québec gegen die Bundeswehr erhobenen Vorwürfe kategorisch zurückgewiesen.

In der Bundesregierung gibt es aber offenbar Überlegungen, auf die wachsenden Unzufriedenheit der Verbündeten wegen der militärischen Beschränkung Deutschlands auf den relativ ungefährlichen Norden Afghanistans zu reagieren.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe mit Blick auf den bevorstehenden Nato-Gipfel in Riga die Devise ausgegeben, das deutsche Einsatzkonzept insbesondere beim zivilen Wiederaufbau auch außerhalb des Nordens stärker "erlebbar zu machen", schrieb die Leipziger Volkszeitung unter Berufung auf Regierungskreise.

Von deutscher Seite werde zudem darauf hingewiesen, dass auch Truppensteller wie Spanien, Italien und auch Großbritannien bislang nur eingeschränkte Aufgaben in bestimmten Zonen Afghanistans wahrnähmen. Hingewiesen wurde ferner darauf, dass Deutschland - anders als andere Länder - seine zugesagten Hilfsleistungen an Afghanistan in Höhe von 1,2 Milliarden Euro eingehalten habe.

Einer Umfrage zufolge sind 82 Prozent der Bundesbürger gegen deutsche Kampfeinsätze in Südafghanistan. Nur 17 Prozent sind dafür, ergab eine Infratest-Erhebung im Auftrag des Spiegels.

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(dpa)