Obamas Afghanistan-Strategie steht nun fest - und sieht tatkräftige Hilfe von den Partnern vor. Doch Kanzlerin Merkel zögert mit der Zusage.
Die Bundesregierung stellt sich darauf ein, dass die USA Deutschland um eine Aufstockung seines Truppenkontingents in Afghanistan um 2000 bis 2500 Mann bitten werden. Eine Entscheidung darüber will Bundeskanzlerin Angela Merkel allerdings erst nach der großen Afghanistan-Konferenz fällen, die Ende Januar in London stattfinden soll.
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Kanzlerin Angela Merkel will nicht vor 2010 eine Entscheidung in Sachen Afghanistan-Einsatz treffen. (© Foto: Reuters)
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"Wir kennen die Pläne des amerikanischen Präsidenten", sagte Merkel am Dienstag in Berlin nach einem Gespräch mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten Yousuf Raza Gilani. US-Präsident Barack Obama hat Merkel in einem Telefonat über die Kernpunkte seiner neuen Afghanistan-Strategie informiert, die er in der Nacht zum Mittwoch (MEZ) vorstellen wollte. Demnach will Obama die Verbündeten um insgesamt 5000 Soldaten mehr bitten.
Merkel sagte, die Bundesregierung werde ihre Entscheidung, ob und gegebenenfalls was Deutschland an zusätzlichen Anstrengungen unternehmen werde, erst nach der Londoner Konferenz fällen. "Wir hören jetzt die Wünsche auch der Vereinigten Staaten von Amerika, werden uns aber in diesen Tagen nicht entscheiden," sagte die Kanzlerin. Auch auf einer Konferenz der sogenannten Truppensteller für Afghanistan, die Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen für den 7. Dezember einberufen hat, will Deutschland keine neuen Zusagen machen.
Merkel betonte, dass es auf der Londoner Konferenz um die Umsetzung des Konzepts der vernetzten Sicherheit gehen werde, bei dem der zivile Aufbau und die Verbesserung der Regierungsstrukturen gleichberechtigt neben den militärischen Anstrengungen stehen sollen.
Deutschland, Großbritannien und Frankreich, auf deren Initiative diese Konferenz zurückgeht, wollen dabei konkrete, überprüfbare Ziele des Engagements in Afghanistan definieren, die einen Abzug der westlichen Truppen in Etappen ermöglichen sollen. Wie schon Außenminister Guido Westerwelle und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in den vergangenen Tagen bekräftigte auch Merkel, dass eine Aufstockung der deutschen Truppenstärke vor allem der Ausbildung von Polizisten und Soldaten dienen solle.
Deutschland ist drittgrößter Truppensteller
Merkel verwies noch einmal darauf, dass Deutschland mit 4500 Soldaten der drittgrößte Truppensteller in Afghanistan ist. Der Norden, in dem Deutschland die Verantwortung trägt, habe noch einmal an strategischer Bedeutung gewonnen, weil der Nachschub für die Internationale Schutztruppe Isaf wegen der Taliban-Angriffe auf die Süd-Route aus Pakistan verstärkt über den Norden herangeführt werde. Dies war auch ein Hinweis darauf, dass die Bundesregierung das Operationsgebiet der Bundeswehr nicht auf den Süden ausdehnen will.
Um die deutsche Truppenstärke in Afghanistan geht es auch an diesem Donnerstag im Bundestag, wenn das Isaf-Mandat verlängert werden soll. Nach Ansicht der Koalition soll die Obergrenze von derzeit 4500 Soldaten nicht verändert werden. Die Opposition wird dies angesichts der im nächsten Frühjahr zu erwartenden Veränderungen möglicherweise nicht mittragen. SPD-Chef Sigmar Gabriel wollte sich nicht auf eine Zustimmung zu einer Truppenverstärkung festlegen.
Es gebe in dieser Frage keine einfache Lösung, die SPD müsse aber eine sicherheitspolitisch verantwortungsvolle Entscheidung treffen und werde sich nicht an Stimmungen orientieren. Gabriel kündigte öffentliche Parteiveranstaltungen zur Afghanistan-Politik an.
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(SZ vom 02.12.2009/gba)
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Ja, ich glaube in der Tat das die Regierung regiert, wenn sie damit meinen das sie maßgeblich die Geschicke eines Landes lenkt. Beim Taschenmesser bin ich mir nicht sicher...
Darf ich Fragen an was Sie glauben?
Meinen Sie mit den Institutionen die Konzerne und Banken in deren Interesse diese Kriege gefuehrt werden?
Wenn Sie glauben das die Regierung regiert, dann glauben Sie auch das ein Taschenmesser Taschen misst.
Und zu dem EU-Engagement, ich hoffe das dieser Alptraum bald endet, die EU in der jetztigen Form ist nichts als der politische Willensausdruck der Konzerne.
Sie irritieren mich auch!
Jeder hat andere Gründe, sich hier an Diskussionen zu beteiligen, das muss doch nicht analysiert werden - und jeder hat das Recht, so er nicht unter Gürtellinien geht, sich hier zu äußern. Ob er sich nun eine Meinung bilden oder nur seine Meinung niederschreiben will, das ist doch seine freie Entscheidung.
Ob die Beiträge einen Sinn haben oder nicht sei auch dahingestellt - einer mag Diskussionen, ein anderer freut sich über Zustimmung. Das ist doch ganz individuell.
Ich habe auch Ihre anderen Beiträge gelesen und frage mich eben, was es da zu analysieren gibt, wenn Menschen sich auf diese Art und Weise austauschen wollen!
Ihr Kommentar irritiert mich. Ich weiß nicht wo ich hier jemanden persönlich angegriffen habe. Falls dem dennoch so ist entschuldige ich mich dafür, es war nicht meine Absicht.
Ich habe auch nichts undemokratisches geschrieben oder die Praktik angegriffen sich in Foren zu äußern. Was ich zum Thema Reflexion angeführt habe bezog sich eigentlich auf das Individuum, nicht das Kollektiv.
Ich beteilige mich hier sehr gern und ihnen selbiges zu verbieten liegt mir fern. Ich verstehe ihre Aufregung nicht
Grundlegend denke ich das Konflikte wie sie in Afghanistan vorherrschen nur international gelöst werden können. Allerdings ist das durch die UN schwierig, da die maßgeblichen Entscheidungsträger dort sehr unterschiedliche Interessen haben, z.B. Russland, China und die USA. Amerika schafft seine Legitimation für derartige Einsätze aus sich selbst heraus und kann derartige Konflikte materiell auch allein sehr gut bewältigen. In Europa sieht das anders aus. Weder besitzt jeder europäische Staat genug Kapital noch kann die Debatte um die Legitimation überall gleich gut bewältigt werden. Um so wünschenswerte fände ich daher ein einheitliches EU-Engagement. Die Weichen sind gestellt.
Schade, dass Sie die Kausalität nicht bis vor ihre Haustür weiterführen. Dann würden Sie ihren Standpunkt vielleicht noch einmal überdenken.
Mir ist natürlich nicht entgangen das die Mehrheit der Bundesbürger den Einsatz nicht wollte. Doch zum Glück leben wir in einer repräsentativen und nicht in einer direkten Demokratie, so dass es Institutionen gibt die einen längerfristigen Blick auf das Zeitgeschehen haben.
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