Deutschland wird keine Soldaten zum Kampfeinsatz in den Süden Afghanistan schicken, da sind sich alle Parteien ziemlich einig. Die FDP fühlt sich durch den harschen Ton der Anforderung von US-Verteidigungsminister Gates schon an dessen ruppigen Amtsvorgänger Rumsfeld erinnert.
Das perfekte Krisenmanagement war es nicht gerade, mit dem Verteidigungsminister Franz Josef Jung am Freitag auf die Nachricht vom Brandbrief seines US-Kollegen Robert Gates reagierte. Am Morgen beriet sich Jung mit seinen engsten Mitarbeitern; die Parlamentarischen Staatssekretäre Christian Schmidt und Thomas Kossendey sowie Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan waren nicht in Berlin.
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Kurzfristig wurde dann für zwölf Uhr eine Begegnung mit der Presse anberaumt, von "Pressekonferenz" konnte keine Rede sein. Sechs Minuten Statement des Ministers, dann zwei Fragen, auf die es nur ausweichende Antworten gab - das war's. Wenn Jung und seine Berater geglaubt haben, damit wäre die Diskussion vom Tisch, dann haben sie sich gründlich getäuscht.
Ausführlich legte Jung noch einmal dar, was alle schon wissen: Wie sehr Deutschland im Norden Afghanistans engagiert ist, wie sehr auch die Amerikaner den deutschen Beitrag würdigen, wie wenig erfolgversprechend allein ein militärisches Vorgehen ist.
Auf die Frage, ob das Vorgehen von Gates nicht doch sehr ungewöhnlich sei, antwortete Jung nur, er werde beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister nächste Woche in Vilnius "in sehr deutlicher Weise deutlich machen, wo unser Engagement liegt".
Über eine eventuelle Ausweitung des bis Herbst gültigen Bundestagsmandats, das die Verantwortung der Deutschen für die Nordregion festlegt und die Zahl der einsetzbaren deutschen Soldaten auf maximal 3500 begrenzt, wolle er jetzt nicht spekulieren, ergänzte Jung.
Ohne Änderung des Mandats geht in Afghanistan für die Bundeswehr ohnehin nichts mehr. Das weiß auch Gates. Nicht umsonst verlangt er in seinem Brief genau eine solche Mandatsänderung.
Doch die Chancen stehen schlecht, dass es für eine grundsätzliche Ausweitung des Mandats eine Mehrheit geben könnte. Grüne und FDP sehen dafür "keine Chance". Union und SPD halten sich vorsichtig ein Hintertürchen offen für bestimmte befristete Operationen auch im Süden, schließen aber aus, dass "wir mit strukturell verlegten Kampftruppen in den Süden gehen", wie der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold sagt.
Auch Unionsmann Bernd Siebert will im Norden bleiben und meint, es gebe "überhaupt keinen Grund, eine Aufgabe, die wir nachweislich gut erledigen, aufzugeben." Die Linke lehnt den Afghanistan-Einsatz sowieso ab.
Arnold, der grüne Winfried Nachtwei und die FDP-Politikerin Birgit Homburger glauben, dass der Gates-Brief die Kritiker des Afghanistan-Einsatzes beflügeln dürfte. Homburger fühlt sich gar an den ruppigen Amtsvorgänger des jetzigen US-Ministers erinnert: "Gates stellt sich klar in den Tradition von Donald Rumsfeld", meinte Homburger.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 02.02.2008/bosw)
Gott sei Dank, herrscht wenigstens hier bei dem Thema breite Einigkeit bei den Parteien. Schroeder hat es frueher vorgemacht beim Irak-Krieg, und es war sehr gut so.
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FreitagsProtest gegen die zeitliche Beschraenkung der Kommentarfunktion von 8 bis 19 Uhr. Aber, stellt Euch vor, das sued-café gibt irgendwann seine dummen Ladenschlusszeiten auf - und keiner geht mehr hin.... !
Hei, was hört man wieder starke Worte:
"Deutschland wird keine Soldaten zum Kampfeinsatz in den Süden Afghanistan[s] schicken".
Die deutsche Lösung kennt man aus den Irakkriegen:
Sie schicken nicht deutsche Soldaten.
Sie schicken deutsche Steuergelder....
Erinnern wir uns: Als sie an die Macht wollte, konnte man bei derartigen Forderungen den Eindruck kriegen, Frau Merkel sei dem scheinbar fest im Sattel sitzenden "Mission Accomplished"-Präsidenten dermaßen weit in den Allerwertesten gekrochen, dass sie ihm zum Munde heraus sprechen konnte.
Damals war - immerhin - Schröder realistisch.
Wenn Frau M. heute nicht auf den Zug aufspringt, dann, weil sie es angesichts der sich wohl verschiebenden Machtverhältnisse jenseits des Teichs für nicht opportun hält, sich dem abgewirtschafteten Spitzenmann weiterhin anzudienen.
Auch wird sie überlegen, dass es innenpolitisch aufgrund der Bröselsituation in der eigenen Partei nicht angebracht ist, das Thema auch nur zu diskutieren. Es könnte der "Linken" in die Hände spielen.
Je länger ich unsere Regierungschefin beobachte, desto mehr habe ich den Eindruck: Nichts ist bei ihr Programm, sondern alles nur Kalkül.
Die Frage ist: In wieweit darf man Regierungen unterstützen,
deren Mitglieder vor dem internationalen Strafgerichtshof angeklagt werden könnten
Wenn das ein verlässliches Nein sein sollte, dann ist das die erste vernünftige Entscheidung seit der Machtergreifung Merkels.
Ich glaube aber eher, wir würden es nicht erfahren wenn es anders käme.
Außerdem haben wir dort schon lange Kampftruppen in Kampfeinsätzen.
Nur sind´s den USA zu wenig.