Die Bundesregierung vertagt ihre Entscheidung über den Afghanistan-Einsatz - obwohl US-Präsident Obama ihr eine Steilvorlage liefert. Berlin hat Angst vor der Öffentlichkeit.
Die Bundesregierung ist lernunfähig. Wenn es eine Lektion gibt aus dem Kundus-Informationsdesaster, dann doch die, möglichst früh und offen die Wahrheit über den Einsatz in all ihrer Härte zu sagen. Das fängt mit dem Begriff Krieg an und hört mit den Feinheiten des Mandats auf.
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Bundeswehrsoldaten auf Nachtpatrouille in Afghanistan. Die Entscheidung über eine Verlängerung des Mandats wurde auf Januar 2010 verschoben. (© Archivfoto: ddp)
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Seit der Entsendung der ersten Soldaten im Dezember 2001 wird über Afghanistan im Zweifel eher die Unwahrheit oder schönfärberische Prosa verkündet, und auch die dritte Bundesregierung nach Einsatzbeginn scheint mit dieser Tradition nicht brechen zu wollen.
Seit Monaten brütet die US-Administration über der Frage, wie man den Trend in Afghanistan brechen und das Land doch noch stabilisieren und damit verlassen kann. Niemand möchte ein Afghanistan zurücklassen, das in die Klauen der Taliban fällt oder sich im nächsten Bürgerkrieg zerfleischt.
Präsident Barack Obama hat sich unendlich viel Zeit gelassen für seine große Afghanistan-Präsentation, mit der das Isaf-Bündnis die womöglich letzte Chance erhält. Seine Pläne sind mit den Verbündeten beraten und in vielen Kreisen, wenn auch nur ausschnittsweise, diskutiert worden.
Unterdessen steht in Deutschland die Verlängerung des Mandats an, aber Bundesregierung und Bundestag debattieren darüber, als ob es den strategischen Aufschlag aus Washington nicht gäbe. Obama fordert die Verbündeten auf, mehr Truppen zu schicken. Deutschland aber vertagt sich erst mal auf Ende Januar.
Dafür gibt es zwar Gründe: Die neue Regierung ist noch mit sich selbst beschäftigt, und sie möchte die Zustimmung der SPD gewinnen. Ein Eindruck aber bleibt haften: Stückwerk fügt sich an Stückwerk. Die Angst vor der Öffentlichkeit fördert die Verdruckstheit.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 02.12.2009/jab)
Natürlich müssen die ausländischen Truppen Afghanistan verlassen, auch wenn dem westen eine islamisch ausgerichtete, nach den Worten des westens : Diktatur dort gerade nicht beliebt.
Aber die islamische Nicht-Demokratie in Saudiarabien paßt den USA, Israel und dem Westen sehr gut.
Auch dort werden Todesurteile praktiziert und fände sich in Saudi-Arabien eine Buddha-Statue, sie würde auch in vandalischer Weise ohne Rücksicht auf kulturgeschichtliche Aspekte geschliffen und zerstört.
Kampftruppen in Afganistan sind nur Ausdruck eines Hegemonialbestrebens, welches weder Briten noch Russen durchsetzen konnten.
Wo robuste internationale Truppen hingehören, wäre der Gaza-Streifen und das Palästinagebiet, dort könnten Sie dem Aggresor und den Okkupationskräften Einhalt gebieten und internationales Völkerrecht zur Geltung bringen, Eigenstaatlichkeit Palästinas.
Dieser Krieg wird nie und nimmer im Volke akzeptiert,. da können sich daran interessierte Jounarlisten noch so reinhängen. Dieser Waffengang ist die Kompensation dafür, dass
Gazpromgerd und sein Strasenkämpfer- Aussenminister,uns erzählen durften wir gehen nicht in den Irakkrieg, dies ist die nackte ungeschminkete Wahrheit.
Doch werden Sie mir erneut diesen Kommentar wohl erneut kassieren, warum eigentlich?
"Schon in diesem Jahr nach der letzten Obama-Truppenaufstockung gab es schon doppelt so viel Gefallene wie im letzten Bush-Jahr, aber dafür gibt es immerhin noch einen Friedensnobelpreis für den Chef."
Folgst du da jetzt der Lokgik, dass es ja keine Terroranschläge gäbe wenn sich die ISAF zurückziehen würde?! Das ist doch pervers - dann würden die Taliban den Menschen halt direkt den Kopf abhacken wenn sie nicht fromm genug sind und nicht nur "Ungläubige" im Schulbus oder auf dem Marktplatz in die Luft sprengen...
Nachdem schon länger bekannt ist, dass Rumsfeld den vorgeblich gejagten Ben Laden absichtlich nach Pakistan entwischen ließ,
www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/us-armee-liess-bin-laden-entwischen/
ist doch für jeden ersichtlich, wie die NATO von der damaligen US-Regierung an der Nase nach Afghanistan gezogen wurde (um sie zu beschäftigen ?).
Geld zurück !
Einfach raus aus Afghanistan hilft den Afghanen keinen Zentimeter - außer den Afghanen, die man bekämpft. Drinbleiben hilft den Afghanen auch nicht einen Zentimeter - aber auch nicht denen, die man da bekämpft.
Als man damals dort einmarschierte stand die Welt unter dem EIndruck des 9/11. Man vermutete die Drahtzieher dort oder zumindest UNterstützer und Deutschland um,ging jedes Gesetz der Bündnistreue wegen. Kann man drüber streiten.
Gewonnen hat man jedenfalls keinen Blumentopf. Dafür eine große Anzahl von Menschen in diversen Himmeln untergebracht. Ich bin auch kein Freund dieser Situation - aber im Gegensatz zu so vielen scheinbar fällt mir auch keine Lösung ein, die irgendwie human wäre, um da rauszukommen.
Paging