Bundeswehr-Einsatz in Syrien Grünes Licht im Cockpit: Tornados können jetzt auch nachts fliegen

Ein Tornado der Bundeswehr auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt İncirlik.

(Foto: dpa)

Weil die Piloten mit Nachtsichtgerät geblendet wurden, hat die Bundeswehr neue Lampen in die Cockpits eingebaut.

Die deutschen Tornado-Jets in der Türkei sind nach Bundeswehr-Angaben so umgerüstet worden, dass sie im vollen Umfang auch nachts eingesetzt werden können. Am Wochenende sei die Behelfslösung installiert worden, sagte eine Sprecherin des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam.

Bis Oktober soll das Problem vollends behoben werden. Im Januar war bekannt geworden, dass die sechs für den Einsatz über Syrien und dem Irak in İncirlik stationierten Flugzeuge nur eingeschränkt nachtflugfähig waren, weil die Cockpit-Beleuchtung rot war. Tragen die Piloten Nachtsichtbrillen, die das Infrarotlicht verstärken, hätten sie dadurch geblendet werden können. Gelöst wurde das Problem, indem statt rotem nun grünes Licht eingebaut wurde.

Kritik am Einsatz der Jets, die Aufklärungsflüge über dem Kriegsgebiet in Syrien und dem Irak absolvieren, hatte das Verteidigungsministerium zurückgewiesen. Nachtflüge zählten nicht zu den Aufgaben der deutschen Tornados, sagte ein Sprecher. Die Spezialisierung der Bundeswehr-Jets bestehe vielmehr in der Aufklärung mit Kameras, die bei Tageslicht hochauflösende Bilder schießen. Nachts können Tornados dagegen nur Wärmebilder mit Infrarot-Kameras aufnehmen. Diese hätten nicht die gleiche Detailschärfe wie optische Fotos und würden meist von Drohnen geliefert. Trotzdem sollten die Jets umgerüstet werden.