Die Aufständischen in Afghanistan lassen sich seit einiger Zeit auf regelrechte Gefechte ein. Doch jetzt ändert auch die Bundeswehr ihre Taktik.
In den wöchentlichen Unterrichtungen des Verteidigungsministeriums an das Parlament gibt es eine bunte Afghanistan-Karte, auf der die verschiedenen Stufen der Gefährdung farblich gekennzeichnet sind: von Grün für "Niedrig" bis Rotbraun für Hoch. Während die Mitte und der Osten große dunkle Flächen aufweisen, gibt es im Verantwortungsbereich der Bundeswehr im Norden Afghanistans nur einen orangefarbenen Fleck für "Erheblich". Es ist der Raum um die Provinzhauptstadt Kundus, wo am Dienstag drei deutsche Soldaten bei einem Feuergefecht ums Leben gekommen sind und mehrere Soldaten verletzt wurden.
Die Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan nehmen jetzt den Kampf mit den Aufständischen an. (© Foto: dpa)
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Kundus ist eine "Paschtunen-Tasche". Dort leben viele Angehörige dieser Volksgruppe, die eigentlich im Süden des Landes beheimatet ist und enge Beziehungen zu den fundamental-islamistischen Taliban unterhält. Die Taliban-Führer, die in Pakistan vermutet werden, drängen ihre Statthalter im Raum Kundus schon seit Monaten zu verstärkten Angriffen auf die Deutschen.
Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht Raketen auf den Stützpunkt des Provinz-Aufbauteams (PRT) in Kundus abgefeuert und Bundeswehr-Patrouillen mit Kalaschnikows und Panzerfäusten beschossen werden. So auch wieder am Dienstag, als deutsche und afghanische Soldaten bei einer gemeinsamen Operation unter Beschuss gerieten.
Seit einigen Wochen haben diese Angriffe eine neue Qualität. Operierten die Aufständischen bislang nach der Methode hit and run (Zuschlagen und weglaufen), so lassen sie sich mittlerweile auf regelrechte Gefechte ein. Aber auch die Bundeswehr hat ihre Taktik geändert. Galt bisher die Devise "Durchstoßen", wenn eine Patrouille in brenzlige Situationen geriet, so nehmen die Soldaten jetzt den Kampf an. Dann werden schnellstmöglich zusätzliche Kräfte zur Hilfe herangeführt; die schnelle Eingreiftruppe (Quick Reaction Force) der Bundeswehr ist deshalb zum größten Teil in Kundus stationiert.
Auch Luftunterstützung durch amerikanische Kampfflugzeuge wird immer öfter angefordert, so auch wieder am Dienstag. Bisher reichte meistens schon die show of force, das heißt die bloße Präsenz der Flugzeuge, um die Angreifer in die Flucht zu schlagen. Anfang vergangener Woche aber mussten die Piloten von vier US-Maschinen ihre Bordkanonen einsetzen, als sie afghanischen, belgischen und deutschen Soldaten bei einem Gefecht zu Hilfe kommen mussten. Dabei wurden sie erstmals von einem Feuerleittrupp der Bundeswehr eingewiesen, der vom Boden aus das Geschehen beobachtete.
Schwerere Waffen für die Bundeswehr?
In der Truppe wird die gestiegene Kampfbereitschaft der Bundeswehr überwiegend begrüßt, auch wenn es jetzt vermehrt Opfer geben sollte. Andererseits wünschen die Soldaten auch, dass nun allmählich in der deutschen Öffentlichkeit anerkannt wird, dass sie kein "bewaffnetes Technisches Hilfswerk" sind, wie häufig gespottet wurde, sondern dass sie sich in einem veritablen Krieg befinden.
Die verschärfte Sicherheitslage lässt inzwischen manchen Berliner Politiker auch darüber nachdenken, ob man die Bundeswehr nicht mit schwereren Waffen ausstatten sollte. Bundestagsabgeordnete sprechen von schweren Panzern, Artillerie und sogar Kampfhubschraubern, obwohl die Bundeswehr über letztere gar nicht verfügt.
Heeresinspekteur Hans-Otto-Budde hält Panzer und Artillerie derzeit zumindest nicht für erforderlich, wie er kürzlich sagte. Wie problematisch der Einsatz von schweren Panzern ist, zeigt nicht zuletzt der Vorfall vom Dienstag, bei dem ein gepanzerter Truppentransporter Fuchs schlicht verunglückt ist.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 24.06.2009/woja)
Russland unter Putin
"Bundestagsabgeordnete sprechen von schweren Panzern, Artillerie und sogar Kampfhubschraubern, obwohl die Bundeswehr über letztere gar nicht verfügt"
Als was würde der Redakteur den Tiger bezeichnen, von dem die Bundeswehr z.Z. ca. 22 Stk. besitzt?
Für die Süddeutsche ungewöhnlich schlecht recherchiert!
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Afghanistan war vor der sowjetischen und Nato-Invasion ein armes (heute noch ärmer), aber friedliches Land. So war es in der gesamten Region das einzige islamisch geprägte Land, in dem Frauen anderer Nationen und Konfessionen ohne Belästigung reisen und sich aufhalten konnten. Erst die Sowjets und der Westen haben das aus dem Land gemacht, was es heute ist. Dieses sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn man allzu leichtfertig über böse Talibane (wurden von den USA erst erfunden und hoffähig gemacht), notwendigen Krieg gegen Terror und dergleichen daher redet.
Das Problem ließe sich auch anders lösen, indem man die Souveränität des Landes anerkennt und über die von den Engländern willkürlich 1893 abgepressten Siedlungsgebiete der Paschtunen (sie liegen hinter der Durant-Linie auf pakistanischem Staatsgebiet) redet und verhandelt. Keine afghanische Regierung hat diesen Gebietsraub (ein Drittel Afghanistans) bisher akzeptiert.
... Enduring-Freedom-Rache-und-AF-Beglückungskrieg schon gebracht :
Blühende Landschaften ! Schlafmohnlandschaften ...
Zitat aus Yahoo:
" ... Bei Bundeswehr-Gefecht nahe Kundus auch drei Taliban getötet.
Bei dem Feuergefecht zwischen der Bundeswehr und mutmaßlichen Taliban in der Nähe von Kundus sind auch drei Aufständische getötet worden. Das sagte Verteidigungssprecher Thomas Raabe in Berlin. Er warf den Angreifern vor, auch dann noch weitergeschossen zu haben, als versucht wurde, die mit ihrem Panzer verunglückten Bundeswehrsoldaten zu retten. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) kündigte eine härtere Gangart der Bundeswehr in Afghanistan an.
"Es wird überhaupt keine Rücksicht genommen", sagte Raabe mit Blick auf die Angreifer. Bei dem Feuergefecht war ein Panzerfahrzeug der Bundeswehr von der Straße abgekommen und ins Wasser gestürzt. Drei deutsche Soldaten kamen dabei ums Leben."
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Weitergeschossen, beim Bw-Rettungsversuch? Die "Aufständischen" haben auf die Besatzer etwa keine Rücksicht genommen? Na so was! Und Thomas Raabe ist der blauäugige Pressesprecher des Weinverkosters Jung -- naiv oder nur dämlich?
Die "Aufständischen" wollen die NATO-Besatzer aus ihrem (!) Land raushaben -- Rücksicht ist da wohl eher nicht zu erwarten, natürlich schiessen die weiter. Aus deren Sicht sind das nun drei Besatzer weniger, und drei, die erstmal ausser Gefecht gesetzt sind -- Unfall oder nicht kann denen verständlicherweise egal sein.
Offenbar ist unsere Präsenz vor Ort das Problem. Thomas Raabe sollte mal mehr auf seine Hirnzellen achten, wenn er mit BM"Vg" Jung feiert.
Paging