Finanzminister Steinbrück hält eine Neuauflage der großen Koalition für möglich - dabei strebt die Partei ein rot-grünes Bündnis oder eine Ampelkoalition an.
Knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl hat der Vize-SPD-Vorsitzende und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück eine Neuauflage der großen Koalition ins Gespräch gebracht und damit für Irritationen in seiner Partei gesorgt. Steinbrück sagte bei einer Veranstaltung des Verlags Gruner + Jahr, die in Auszügen auf stern.de veröffentlicht wurde, er gehe davon aus, dass die FDP auf ihrem Parteitag am Sonntag ein Ampelbündnis mit der SPD und den Grünen ablehnen werde.
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Dass er eine Fortsetzung der großen Koalition ins Gespräch brachte sorgt für Irritation: Finanzminister Peer Steinbrück. (© Foto: AFP)
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"Also geht es für die SPD darum, Schwarz-Gelb zu verhindern, also geht es für die SPD darum, sich in dieser (großen) Koalition wiederzufinden." Für Deutschland und die SPD wäre eine solche Neuauflage kein Unglück. Skeptisch reagierte er auf die Frage, ob die SPD nun offensiv für eine große Koalition werben solle. Das sei schwierig, weil seine Partei mit einer anderen Strategie, nämlich der Ampel als Machtoption, in den Wahlkampf gezogen sei, antwortete Steinbrück.
In der Bundes-SPD zeigte man sich verwundert über diese Äußerungen, da die Partei im Wahlkampf in erster Linie dafür wirbt, dass ihr Kandidat Frank-Walter Steinmeier Kanzler einer rot-grünen Koalition oder eines Ampelbündnisses mit der FDP wird. Eine große Koalition wird offiziell nicht angestrebt. "Es hat Stirnrunzeln gegeben", hieß es aus der Partei.
"Die Katze ist aus dem Sack"
Nach Rücksprachen mit der Bundes-SPD sagte Steinbrück, er habe nicht für eine große Koalition geworben. "Wir kämpfen dafür, Schwarz-Gelb zu verhindern. Wir suchen nicht die große Koalition, schließen sie aber auch nicht aus." Ein Ampelbündnis sei eine Option, hänge aber auch von der FDP ab.
Aus der Opposition wurde Steinbrück kritisiert. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte: "Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Die SPD gibt jetzt offiziell den Anspruch auf, stärkste Partei zu werden." Die Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast meinte, wer der SPD am 27. September die Stimme gebe, dem drohe am Ende eine Kanzlerin Merkel. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Ulrich Maurer, sprach von einem "Offenbarungseid".
Führende Sozialdemokraten sehen die Doppelstrategie der Partei im Umgang mit der FDP seit längerem mit Unbehagen. Einerseits greift die SPD die Liberalen an und will eine Koalition aus Union und FDP zu verhindern, andererseits möchte sie die Liberalen als Partner gewinnen.
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(SZ vom 16.09.2009/ehr)
Protest gegen dritte Startbahn
Wie wahr! Es ist wirklich an der Zeit aufzuhören die Konkurrenten zu diffamieren. Das 5 Parteiensystem ist eine Katastrophe. Es verhindert stabile Mehrheiten sowie klare Marschrichtungen. Und das ist noch nicht alles. Es ermöglicht den Ausschluss der stärksten Partei von der Regierung... Das soll demokratisch sein? Und das ganze noch vor dem Hintergrund dass man die LINKE als radikale Partei einstufen muss, die nicht Regierungsfähig, sondern eine Oppositionspartei ist (Zitat Herr Lafontaine)?! Deutschland braucht radikale Reformen, in welche Richtung muss der Wähler entscheiden. Eine Große Koalition bedeutet wieder Stillstand. Ein Links - Links- Bündnis hat die SPD ausgeschlosssen (wie in Hessen :-) ) Also bleibt Schwarz Gelb????
Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat kurz vor der Bundestagswahl scharfe Kritik an den Steuerversprechungen von Union und FDP geübt. "Die Krise ist noch nicht vorbei. Ich weiß auch nicht, wo bei unserer gegenwärtigen gewaltigen Verschuldung Platz sein soll für ein Versprechen bedeutender Steuererleichterungen", sagte Weizsäcker dem Magazin Stern. Für das kommende Jahr rechne er vielmehr mit "neuen, starken Herausforderungen". Mit Blick auf Konsequenzen aus der Finanzkrise sprach sich Weizsäcker im Stern für Renditen aus, die "vernünftig und deshalb limitiert" sein sollten. "Gier ist immer schlecht", sagte der frühere CDU-Politiker. Für die Banken müsse zudem gelten: "Keine Bank darf so groß sein, dass sie anfangen kann, den Staat zu erpressen."
"In der Bundes-SPD zeigte man sich verwundert über diese Äußerungen, da die Partei im Wahlkampf in erster Linie dafür wirbt, dass ihr Kandidat Frank-Walter Steinmeier Kanzler einer rot-grünen Koalition oder eines Ampelbündnisses mit der FDP wird."
Dass man mit 35% nicht regieren kann, ist allen klar und eine Ampel mit dieser FDP ist fuer mich absolut unvorstellbar.
Selbstverstaendlich ist fuer die SPD nur die Rolle eines Juniorpartners fuer Frau Merkel machbar, und selbst das wird knapp.
und seine Frau
Natürlich will keiner die Neuauflage der Großen Koalition, auch Steinbrück wohl erst als Notlösung, falls sich aus dem Wahlergebnis keine anderen Möglichkeiten ergäben.
Realpolitiker - und für einen solchen halte ich Steinbrück - müssen im Hinterkopf auch Unaussprechliches bewahren können.
Aber leider hat Steinbrück etwas "Unaussprechliches" ausgesprochen. Wer sich darüber "irritiert" zeigt oder sich gar darüber künstlich aufregt, tut mir einfach leid...
Paging