Bundestagswahl Siegfried Kauder als unabhängiger Kandidat zugelassen

Kauder gegen die CDU: Der ehemalige CDU-Kreisvorsitzende darf als unabhängiger Kandidat gegen seine eigene Partei antreten

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Seine Kollegen werfen ihm parteischädigendes Verhalten vor: Siegfried Kauder darf als unabhängiger Kandidat bei der Bundestagswahl gegen seine eigene Partei, die CDU, antreten. Diese droht ihm nun mit dem Rauswurf.

Der CDU-Abgeordnete Siegried Kauder kann endgültig als unabhängiger Kandidat bei der Bundestagswahl im September antreten. Der Kreiswahlausschuss des Wahlkreises Schwarzwald-Baar ließ am Freitag in Villingen-Schwenningen alle Wahlvorschläge zu. Dazu gehört auch die Kandidatur von Siegfried Kauder.

Kauder wird gegen CDU-Bewerber Thorsten Frei - und damit gegen seine eigene Partei - antreten. Deshalb droht ihm ein Parteiausschlussverfahren.

Dafür sprach sich zuletzt sogar der Bruder des Abgeordneten, Unions-Fraktionschef Volker Kauder, aus. Auch CDU-Landeschef und Bundesvize Thomas Strobl hatte damit gerechnet, dass Siegfried Kauder von der Partei ausgeschlossen werde, falls er die nötigen 200 Unterschriften von Wahlberechtigten des Wahlkreises zusammenbekäme und zur Wahl antreten dürfte. Genau das ist Kauder nun gelungen. "Das ist ein Klassiker für ein Parteiausschlussverfahren", hatte Strobl der Zeitung Die Welt gesagt. Kauder könne höchstens einem Ausschluss zuvorkommen, indem er von sich aus die Union verlasse.

Der ehemalige CDU-Kreisvorsitzende war im vergangenen November bei der Nominierung des CDU-Kandidaten für den Wahlkreis Schwarzwald-Baar unterlegen. Weil er sich ungerecht behandelt fühlte, entschied er sich danach für einen Alleingang als unabhängiger Kandidat.

Kauders Nachfolger als CDU-Kreisvorsitzender, Andreas Schwab, sagte der Nachrichtenagentur AFP nach der Entscheidung des Kreiswahlausschusses, Kauder habe nun noch bis Montag Zeit, sich zum Vorwurf des parteischädigenden Verhaltens zu äußern. Danach werde eine Entscheidung gefällt.