Rund 62 Millionen Bundesbürger sind aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Darunter auch die Spitzenkandidaten der Parteien - sie gaben ihre Stimmen bereits am Vormittag ab. Nur Angela Merkel ließ auf sich warten.

In Deutschland hat die mit Spannung erwartete vorgezogene Bundestagswahl begonnen. Rund 62 Millionen Bundesbürger sind seit 8.00 aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik entscheiden die Wähler auch darüber, ob eine Frau oder ein Mann Bundeskanzler wird. Letzte Umfragen sahen weder für eine Koalition aus Union und FDP noch für die amtierende rot-grüne Bundesregierung eine klare Mehrheit.

Schröder

Gerhard Schröder gab seine Stimme zusammen mit Gattin Doris in Hannover ab. (© Foto: dpa)

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Am Vormittag gaben die ersten Spitzenkandidaten ihre Stimmen ab. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wählte in seiner Heimatstadt Hannover, CSU-Chef Edmund Stoiber in seinem oberbayerischen Heimatort Wolfratshausen.

In Berlin gingen Außenminister Joschka Fischer (Grüne), Grünen-Chef Reinhard Bütikofer und Linkspartei-Spitzenkandidat Gregor Gysi zur Wahl. FDP-Chef Guido Westerwelle wählte in seiner Heimatstadt Bonn. Schröder und Stoiber werden rechtzeitig vor Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen um 18.00 Uhr in Berlin erwartet.

Die Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) erschien erst gegen Mittag zur Stimmabgabe. Die Herausforderin von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wählte inmitten eines großen und lautstarken Gedränges von Fotografen und Kameraleuten im selben Wahllokal, in dem eine Stunde zuvor der Grünen-Spitzenkandidat Joschka Fischer seine Stimme abgegeben hatte.

Unionsherausforderin Angela Merkel (CDU) setzt auf einen Machtwechsel gemeinsam mit der FDP. Schröder will die Koalition mit den Grünen fortsetzen. Letzten Umfragen zufolge legt die Union gegenüber 2002 bis zu 4,5 Prozentpunkte auf bis 43 Prozent zu.

Die SPD verliert bis zu 6,5 Prozentpunkte und erreicht zwischen 32 und 34 Prozent. Die kleineren Parteien FDP, Grüne und Linkspartei erreichen zwischen 6 und 8 Prozent. Das Ergebnis für die Linkspartei könnte eine wesentliche Rolle dabei spielen, welche Koalition möglich wird.

Um die 598 Sitze im Bundestag bewerben sich 3648 Kandidaten. Auf den Landeslisten stehen 25 Parteien zur Wahl. Das vorläufige amtliche Ergebnis soll in der Nacht vorliegen. Das endgültige Resultat kommt erst Wochen später. In Dresden ist in einem Wahlkreis mit 219 000 Wahlberechtigten wegen des Todes einer Direktkandidatin eine Nachwahl am 2. Oktober fällig.

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(dpa)