Zehn Stimmen haben die Freien Wähler in der Bundesversammlung - die braucht Köhler für eine neue Amtszeit. Nun hat SPD-Frau Schwan die Freien beeindruckt - Pauli schwärmt von "Menschlichkeit und Glaubwürdigkeit".
Das Treffen mit der SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan hat offenbar die klare Linie der bayerischen Freien Wähler zugunsten von Amtsinhaber Horst Köhler ins Wanken gebracht. Der FW-Landesvorsitzende Hubert Aiwanger lobte Schwan am Freitag nach einem Gespräch in Würzburg als "sehr weitblickende Person". In der Demokratie sei es immer wichtig, sich auszutauschen.
Bild vergrößern
Trafen sich in Würzburg: Gesine Schwan (l.) und Gabriele Pauli. (© Foto: AFP)
Anzeige
Aiwanger kündigte an, dass es im April ein Vier-Augen-Gespräch mit Köhler geben werde. Indirekt lehnte er es ab, eine Wahlempfehlung für die Bundespräsidentenwahl im Mai abzugeben: "Ich kann niemandem dem Stift führen".
Vor dem Treffen hatte Aiwanger noch gesagt, eine Änderung des Abstimmverhaltens der zehn FW-Vertreter in der Bundesversammlung sei nicht zu erwarten. Man habe sich für Köhler entschieden und dabei werde es bleiben.
Auch die FW-Landtagsabgeordnete Gabriele Pauli kassierte nach dem 90-minütigen Gespräch mit Schwan ihre klare Wahlaussage für Köhler.
"Ich bin ins Nachdenken gekommen und im Moment offen", sagte die frühere CSU-Politikerin. Sie habe bei Schwan "sehr viel Menschlichkeit und Glaubwürdigkeit" gespürt und viele Ideen gehört, die den bisherigen Rahmen sprengten, betonte Pauli.
Schwan: "Sehr gutes Gespräch"
Auch Gesine Schwan zeigte sich von dem Treffen angetan. Es sei ein "sehr gutes Gespräch in gegenseitiger Sympathie" gewesen, sagte ihr Sprecher Peter Ziegler sueddeutsche.de. Das Treffen habe allerdings "dem Kennenlernen gedient".
Es seien keinerlei Festlegungen getroffen worden, betonte der Sprecher. Das Treffen zwischen der Präsidentschaftskandidatin und den Freien Wählern habe jedoch gezeigt, dass es klare "Anknüpfungspunkte in den Bereichen Bildung und Bürgerbeteiligung" gebe.
Da Union und FDP mit zusammen 606 Stimmen keine Mehrheit in der 1224 Mitglieder umfassenden Bundesversammlung besitzen, könnten die zehn Stimmen der bayerischen Freien Wähler bei der Wahl am 23. Mai entscheidend sein.
Direkt vor der Zusammenkunft mit Schwan hatte Pauli noch einmal die Unterstützung für Köhler bekräftigt. "Ich glaube nicht, dass einer von uns seine Meinung ändert", sagte sie dem Spiegel. Auch ihre Stimme bekomme Unions-Kandidat Köhler, "das ist ganz klar".
"Köhler ist näher dran an den Menschen", sagte sie. Schwan sei ihr hingegen "zu theoretisch und bürgerfern". Diese Meinung hat die frühere CSU-Landrätin nun geändert.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/ddp-bay/mati)
Die momentane Meinung von Frau Pauli und die Ihres Vereins ist eher unerheblich. Entscheidend wird ihre Stimmung am Wahltag sein. Die ist, aufgrund der hohen Meinungswechselfrequenz der freien Wähler, kaum berechenbar.
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Dann können wir gleich Dick und Doof nehmen.
Wer wird als nächstes Frau Schwan ein gutes Zeugnis ausstellen? Darf ich raten? Michel Friedmann?
Wenn es zu sehr menschelt, ist Vorsicht angesagt. Und ob es mit der Glaubwürdigkeit von Pauli und Schwan so weit her ist, darüber kann man geteilter Meinung sein. Zumindest glaubt Schwan ihren eigenen Sprüchen nicht mehr, die sie bzgl. Köhler gekloppt hat.
Paging