Von K. Auer

Horst Köhlers Wiederwahl galt als sicher. Doch die bayerischen Freien Wähler - bisher fest eingerechnete Stimmen für Köhler - halten sich ihr Votum nun wieder offen.

Die bayerischen Freien Wähler halten sich ihr Votum bei der Bundespräsidentenwahl anscheinend offen.

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Bundespräsident Horst Köhler (© Foto: AP)

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Ihre Landtagsfraktion hat jetzt sowohl Bundespräsident Horst Köhler als auch seine Gegenkandidatin Gesine Schwan zu einem Gespräch eingeladen. "Wir wollen jedem die faire Chance geben, sich uns vorzustellen", sagte der Landes- und Fraktionsvorsitzende Hubert Aiwanger der Süddeutschen Zeitung.

Bislang galt es als sicher, dass die Freien Wähler für Köhler votieren. Die zehn Stimmen der Parteifreien werden bei der Wahl des Präsidenten in der Bundesversammlung am 23. Mai entscheidend sein.

Der Bundesversammlung gehören 1224 Mitglieder an. Union und FDP haben mit zusammen 606 Stimmen keine eigene Mehrheit, Köhler benötigt also die zehn Vertreter der bayerischen Freien Wähler, um im ersten Wahlgang gewählt werden zu können. Die Freien Wähler waren nach ihrem Erfolg bei der Landtagswahl am 28. September 2008 in die Bundesversammlung eingezogen. Damals waren sie zum ersten Mal in ein Länderparlament gewählt worden.

Im Wahlkampf hatten die Freien Wähler, die sich als bürgerliche Alternative zur CSU bezeichnen, eine Präferenz für Köhler als Bundespräsident erkennen lassen. Daran habe sich eigentlich auch nichts geändert, sagte Aiwanger.

Dennoch sollten nun beide Kandidaten beweisen, "dass wir es ihnen auch wert sind, dass wir extra nach Berlin fahren", um sie dort in der Bundesversammlung zu wählen. Andere Mitglieder seiner Fraktion ließen ebenfalls eine Tendenz zu Köhler erkennen, allerdings wolle man zunächst mit beiden Kandidaten offene Gespräche führen, hieß es.

Bundespräsident Köhler sei schriftlich zum einem Treffen in Landshut geladen worden, sagte Aiwanger. Mit Schwan wollten sich die Abgeordneten in Würzburg treffen. Einen Terminvorschlag habe die Fraktion jedoch nicht unterbreitet. Schwan selbst habe das Gespräch mit seiner Fraktion gesucht, sagte Aiwanger. "Wir sind eben das Zünglein an der Waage", sagte er.

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(SZ vom 23.01.2009/gba)