Zweifel an Köhlers Wiederwahl: Namhafte Staatsrechtler haben nach einem Medienbericht die Rechtmäßigkeit der Wahl des Bundespräsidenten in Frage gestellt.
Vier namhafte Juristen sehen "gravierende Rechtsverstöße" bei dem Verfahren zur Wahl des Bundespräsidenten. Das berichtet das Nachrichtenmagazins Der Spiegel.
Zu früh gefreut? Köhler nach seiner Widerwahl im Deutschen Bundestag. (© Foto: dpa)
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Dabei geht es um die Praxis in vielen Bundesländern, dass alle oder zumindest die stärksten Fraktionen der Landtage ihre Parteilisten in einem gemeinsamen Wahlvorschlag zur Abstimmung stellen.
Dies widerspreche klar den gesetzlichen Vorgaben, erklärten die Staatsrechtslehrer Ulrich Battis, Hans Meyer, Martin Morlok und der ehemalige Bundesverfassungsrichter Hans Hugo Klein.
"Da der einzelne Landtagsabgeordnete so keine Freiheit der Wahl zwischen den verschiedenen Listen hat, ist ein zentraler verfassungsrechtlicher Wahlgrundsatz verletzt", sagte Klein dem Magazin. Deshalb sei "die Wahl durch den Landtag ungültig" und die Zusammensetzung der Bundesversammlung damit fehlerhaft gewesen.
Daher sei sogar "mit Bedenken gegen die Gültigkeit der Wahl" Köhlers zu rechnen, die das Bundesverfassungsgericht in einer Beschwerde oder einer Organklage prüfen könne.
Nach Ansicht Morloks ist wegen des knappen Ausgangs die Gültigkeit von Köhlers Bestätigung vor einer Woche "nicht nur theoretischer Natur". Meyer sprach von einem "ganz eindeutigen Verfassungsverstoß".
Die Bündelung in Listen wurde zuletzt in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Sachsen-Anhalt praktiziert.
Nach den organisatorischen Pannen bei der Köhler-Wahl gibt es in der SPD Überlegungen für die Installierung von Handy-Störsendern im Reichstag. "Wir wollen wissen, ob das technisch machbar wäre", sagte Fraktionsvize Christian Lange dem Spiegel. In Parlamentskreisen wurde dieser Vorschlag allerdings als unrealistisch zurückgewiesen.
Bei der Wahl hatten die Abgeordneten Julia Klöckner (CDU) und Ulrich Kelber (SPD) das Ergebnis für Köhler vorab über den Internet- Nachrichtendienst Twitter publik gemacht. Auch aus Sitzungen der SPD-Fraktion kamen in den vergangenen Tagen über diesen Weg vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit.
Die Querelen um die Wahl ändern nichts an der Popularität des Bundespräsidenten: Nach seiner Wiederwahl ist Köhler einer Umfrage zufolge so beliebt wie nie zuvor.
83 Prozent der Befragten gaben an, sie wünschten sich für Köhler eine wichtigere Rolle in der Politik, ergab eine Erhebung des Meinungsforschungsinstitut TNS Forschung für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Das seien vier Prozentpunkte mehr als im Januar.
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(sueddeutsche.de/job/woja)
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Ja und?
Wird jetzt Herr Köhler erklären, dass er als nicht grundgesetzkonform gewähltes Staats-
oberhaupt die Wahl doch nicht annehmen kann?
Und wer bitteschön soll nun vor dem Bundesverfassungsgericht klagen?
Es wird sich wohl niemand finden.
Allerdings, fürchte ich, wird dieses Thema zur nächsten Änderung des Grundgesetzes
führen. Die CDU denkt bestimmt schon darüber nach.
Apropos Grundgesetz:
Es herrschen ja nun Zustände wie auf einer Auktion:
Wer bietet mehr?!
Das zusammenhanglose Zitieren Carlo Schmids kennt man bereits von der N _ P _ D.
Für den Status eines Gesetzes als Verfassung ist nicht seine Bezeichnung maßgebend, sondern sein Inhalt, seine Funktion und seine Stellung in der Normenhierarchie. Wenn es dem GG an einem nicht mangelt, ist es demokratische Legitimierung.
Gut, dass diese Panne auch den Landesregierungen mit CDU-Dominanz passiert ist. Wie hätten die Schwarzen wieder getönt, wenn diese Luschigkeiten nur Wowi, Platzeck und Beck passiert wären!
Aber wir sehen einmal mehr, wie ernst die Landtage ihre Arbeit nehmen, einfach unproffessionell, lustlos und ohne Verantwortung. Die Landtagspräsidien waren mal wieder schlicht überfordert, was wohl an der mangelden intellektuellen Qualität der Abgeordneten liegen dürfte.
Diese Oberflächlichkeit zeigt deutlich, dass wir tatsächlich zur Bananenrepublik verkommen sind. Stellt man sich die mal Blamage vor, die Wahl müsste wiederholt werden, wie steht dieses Land in der Weltöffentlichkeit da?
Bis dies geklärt ist, haben wir einen Interimsbundespräsidenten, der noch einmal von der neu einzuberufenen Bundesversammlung bestätigt werden muss
Bleibt die Frage, wann denn neu gewählt wird und ob Grünenfrau Stokar aus Hannover auch nocheimal daran teilnehmen darf? Bei ihr wissen wir ja, wie sie abgestimmt hat.
Die Verfassungsrichter werden von der Politik ins Amt gehoben! Nun klagt mal schön! Wir könnten auch jetzt schon über das Ergebnis reden!
Ich frage mich wie diese Umfragen stets zustande kommen?
Dieser Präsident Horst Köhler kann doch mehr als gaukeln nicht. Damit er vom Gaukel-Präsidenten zum richtigen Präsidenten wird, wünschte ich mir das man den Bundespräs. direkt wählt zwar jedes Jahr.
Der Bundespräsident sollte auch für die Diätenhöhe der Abgeordneten sowie der Nebeneinkünfte verantwortlich sein. Jedes Jahr hat er der Bürgerschaft Rechenschaft abzugeben.
So ließe sich möglicherweise die aktuelle Halbdemokratie überwinden.
Paging