Die Christsozialen verübeln es Horst Köhler, dass er sich offen für eine Kanzlerkandidatur Angela Merkels ausgesprochen hat. Angeblich wollen mehrere CSU-Wahlmänner im ersten Wahlgang gegen den Unions-Kandidaten stimmen - und so der CDU-Vorsitzenden einen Denkzettel verpassen.

Die Bild-Zeitung zitiert einen führenden CSU-Politiker mit den Worten: "Einigen bei uns wird die Parteivorsitzende der CDU zu mächtig - da gibt es Warnschüsse." So droht dem Kandidaten von Union und FDP am 23. Mai eine Zitterpartie. Ein CDU-Spitzenmann sagte der Zeitung: "Köhlers Dankeschön an Merkel kostet ihn mindestens fünf Stimmen."

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Der Präsidentschaftskandidat von Union und FDP hatte in einem Interview gesagt, er hoffe auf Merkels Wahl zur Kanzlerin. CSU-Landesgruppenchef Michael Glos hatte Köhlers Aussage mit den Worten verteidigt, man solle nicht alles "auf die Goldwaage" legen, "wenn man mal eine Bemerkung macht, die wahrscheinlich eintreffen wird."

Die Bundesversammlung wählt am 23. Mai einen Nachfolger für Johannes Rau. SPD und Bündnis 90/ Grüne haben die Professorin Gesine Schwan nominiert. Union und FDP haben mit zusammen 625 Sitzen in dem Gremium 21 Stimmen mehr als für die absolute Mehrheit von 604 erforderlich ist.

Umfrage: Mehrheit für Horst Köhler

Bei einer Direktwahl des Bundespräsidenten würde sich laut einer Umfrage der Oppositionskandidat Horst Köhler gegen seine von Rot-Grün nominierte Konkurrentin Gesine Schwan durchsetzen.

Für Köhler würden 39 Prozent der Befragten stimmen, für Schwan 31 Prozent, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins Stern ergab. Allerdings würden 30 Prozent der 1002 Befragten keinen von beiden wählen.

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(AP/AFP/dpa)