Aus der CSU hagelt es Kritik an den SPD-Erwägungen, Gesine Schwan als Kadidatin für das Bundespräsidentenamt aufzustellen. Auch bei den Bundesbürgern findet das Verhalten der Genossen wenig Gegenliebe.
Die CSU hat empört auf Erwägungen in der SPD-Spitze reagiert, einen eigenen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl im Mai 2009 aufzustellen. "Dass die SPD gegen einen so populären Bundespräsidenten wie Horst Köhler einen Gegenkandidaten aufstellen will, ist nur mit parteiinternem Machtkalkül erklärbar und zeigt, wie weit sich die SPD von den Menschen entfernt hat", sagte CSU-Chef Erwin Huber am Mittwoch Spiegel-Online.
Gesine Schwan schweigt zur Frage der Kandidatur. (© Foto: AP)
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SPD-Chef Kurt Beck habe offenbar wieder der Parteilinken nachgegeben, kritisierte der bayerische Finanzminister. "Beck bereitet eine klammheimliche Zusammenarbeit mit der Linkspartei vor, denn ein Gegenkandidat gegen Horst Köhler setzt ein rot-rotes Bündnis voraus. Es darf nicht sein, dass das höchste Staatsamt der Bundesrepublik mit den Stimmen von Verfassungsfeinden wie der Linkspartei gewählt wird."
Offiziell will die SPD die Entscheidung Köhlers abwarten. Das Staatsoberhaupt will bis Anfang Juli bekannt geben, ob er für eine zweite Amtszeit kandidiert. Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass sich führende Sozialdemokraten bereits entschieden haben, auf jeden Fall einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Favoritin ist die Präsidentin der Viadrina-Universität Frankfurt (Oder), Gesine Schwan, die 2004 bei der Wahl in der Bundesversammlung Köhler unterlegen war.
CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer sagte der SPD eine weitere Niederlage voraus, sollte sie Schwan als eigene Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl aufstellen. "Wenn die SPD sich noch eine weitere blutige Nase holen will, dann sollte sie Gesine Schwan ins Feuer schicken", sagte Ramsauer der Nachrichtenagentur AFP.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Hartmut Koschyk, warf der SPD in der Kandidatenfrage "unwürdiges Verhalten" vor. Die SPD betreibe "mit der Wahl des Bundespräsidenten kleinkarierte Parteipolitik", kritisierte Koschyk im Kölner Stadtanzeiger vom Donnerstag.
Mehrheit der Deutschen für Köhler
Im direkten Duell hätte Köhler bei den Bürgern bessere Karten, wie eine von N24 veröffentlichte Emnid-Umfrage zeigt. Danach halten ihn 76 Prozent für den am besten geeigneten Kandidaten. Ferner wünschen sich knapp zwei Drittel der Befragten (65 Prozent), dass die SPD Köhler unterstützen soll. Unter den SPD-Wählern sprechen sich sogar 70 Prozent dafür aus.
Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), plädierte hingegen dafür, dass Schwan für die SPD antritt. "Ich gehe davon aus, dass in einem Land mit 80 Millionen Einwohnern mehr als eine Person für das höchste Staatsamt qualifiziert ist", sagte er der Mitteldeutschen Zeitung vom Donnerstag. "Wenn es eine Mehrheit für Frau Schwan geben könnte, sollte man versuchen, sie zu erreichen." Edathy sprach sich dafür aus, darüber nach der Landtagswahl in Bayern mit allen anderen demokratischen Parteien zu sprechen.
Die Grünen forderten Köhler unterdessen auf, sich schnell zu einer möglichen Kandidatur für eine zweite Amtszeit zu äußern. "Wir warten auf die angekündigte Entscheidung von Horst Köhler", sagte Parteichefin Claudia Roth dem Berliner Tagesspiegel vom Donnerstag. Sie nannte Gesine Schwan eine "sehr respektable Kandidatin". Roth erinnerte zugleich daran, dass in der Bundesversammlung ohne die Stimmen der Grünen kein Kandidat gegen Union und FDP durchsetzbar sei. "Das sollten alle Beteiligten bedenken", meinte sie.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(AP/AFP/beu/cag)
Stockender Kita-Ausbau
Es ist schon bedenklich wie von einigen Macht strebenden Parteien argumentiert wird.
Drohungen und Warnungen waren noch nie überzeugend.Der Wähler lässt sich nicht mehr so einfach beeinflussen.Bei Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein müssen die Koalitionsparteien CDU,SPD schwere Verluste hinnehmen. Einziger Sieger,die Linke
Ich bekomme allmählich den Eindruck, dass ein "Es darf nicht sein, dass..." aus Politiker-Mund zumeist durch "Es ist möglich und eigentlich durchaus wünschenswert, dass..." ersetzt werden sollte.
Es ist furchtbar zu sehen, wie dieser Schäuble- und Wiefelspütz-Sprech sich langsam durchsetzt (besonders dann wenn sich jemand empört und hoch-moralisch geben will).
Einen Kandidaten für ein demokratisch zu vergebendes Staatsamt aufzustellen ist noch kein Geschacher. Man könnte es doch so machen:
Herr Köhler erklärt sich, die SPD nominiert Frau Schwan, Grüne und Linke erklären, ob sie einen dieser Kandidaten unterstützen oder eigene nominieren, Herr Westerwelle darf auch noch was zu dem Thema sagen - und in einem Jahr wird der oder die gewählt, der oder die die Mehrheit der Bundesversammlung überzeugen kann. Bis dahin ist Ruhe.
Aber das ist unseren Politstrategen aller Couleur wohl zu simpel.
Es geht den Huaba Erwin einen feuchten Kehricht an, ob die SPD einen Kandidaten zur Wahl des Bundespräsidenten aufstellt oder nicht.
Und was das Volk der Lemminge dazu sagt, ist auch nicht maßgebend, denn die Mitglieder der Bundesversammlung wählen den/die Bundespräsident/in in völlig freier Gewissensentscheidung.
Dass sich Gesine Schwan für eine Kandidatur zur Verfügung stellt, ist ein sehr gutes Beispiel für demokratische Kultur, die in "diesem unserem Lande" an vielen Stellen schon ziemlich durchlöchert ist.
Die Bundesversammlung ist ein repäsentativer Querschnitt von demokratisch gewählten Volksvertretern und führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und man sollte in diese Institution einfach mehr Vertrauen investieren, als Herr Huber das tut...
Der sollte sich besser um die bayerische Landtagswahl kümmern, wo sich entscheidet, wieviele Mitglieder die CSU in die Bundesversammlung entsenden darf; wahrscheinlich beträchtlich weniger als bisher gewohnt...
zitat:".... oder Kandisbunzler stellen zu müssen..."
das ist kein humor, dass ist kleinkinderwitz.
weiter drüber zu schreiben ist off-topic und daher stoppe ich die diskussion dazu.
zum koordinatenschickschnak: wählerstimmen sind keine lineare funktion! es sei denn sie betrachten so finite abschnitte, dass dieser linearität zeigt. macht man in klasse 10 bei der herleitung der differentialrechnung.
schluss damit, bin nicht hier um so abzugleiten.
um es auf den punkt zu bringen: wie einige der vorherigen kommentatoren bereits schrieben, die aufstellung einer gegenkandidatin kann als natürlicher vorgang der demokratie verstanden werden. da die spd für die linken immer noch das geringere übel darstellt, dürfte - nach dem verständniss von herrn huber - die spd nie wieder irgendwas zur wahl stellen. demokratie?
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