Nach seinen ersten fünf Jahren changiert Köhler in der Beurteilung zwischen Heuss und Lübke. Er ist so unprätentiös wie Theodor Heuss, aber oft auch so linkisch wie Heinrich Lübke. Als Lübkes zweite Amtszeit endete, er beendete sie frustriert drei Monate vor der Zeit, waren alle froh. Als Heuss' zweite Amtszeit endete, hätten die Deutschen am liebsten das Grundgesetz geändert, um ihm noch eine dritte Amtszeit zu ermöglichen.
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Chance vertan
Das ist 50 Jahre her - und ein Wunder. Man wünscht dem Staatsoberhaupt und dem Land ein zweites solches Wunder. Leicht waren ja die zehn Jahre, in denen Heuss Staatsoberhaupt war, auch nicht gerade: Er führte das Land mit Würde, Persönlichkeit und Geist in die Völkergemeinschaft zurück. Man wünscht Köhler, er könnte mit seinen Talenten dazu beitragen, das Land aus der Wirtschaftskrise herauszuführen.
Die Chance, zum 60. Jubiläum des Grundgesetzes zum ersten Mal eine Frau zur Bundespräsidentin zu wählen, wurde vertan. Es wäre eine Hommage auch an die Mütter des Grundgesetzes gewesen. Gesine Schwan, die mit Anstand verloren hat, hat es sich selbst zuzuschreiben, dass das nicht funktioniert hat. Sie hat ihre Stärken - aber sie hat diese Stärken zu Schwächen gemacht, weil sie ihre professorale Klugheit nicht allgemein verständlich übersetzen konnte und sich im "Unrechtsstaat" DDR verhedderte. Was Köhler sagt, ist zwar nicht bestechend, aber es versteht wenigstens ein jeder.
Das Sichere ist nicht so sicher
Er hat aus seinen Schwächen Stärken gemacht, er hat auch gelernt, mit seiner Unbeholfenheit ein wenig zu kokettieren. Und er hat die Gabe der Empathie. Wichtiger als gescheites Daherreden war den Leuten, die Ergriffenheit und Erschütterung des Bundespräsidenten bei der Trauerrede von Winnenden zu spüren. Köhler tut vielen Leuten gut. Das ist gewiss nicht das Schlechteste, was man über einen Bundespräsidenten sagen kann; es ist hinreichend, aber nicht genug.
Köhler hat nicht nur die Wiederwahl gewonnen. Er hat auch als Präsident gewonnen, seitdem der dem neoliberalen Glauben behutsam abgeschworen hat. Er tat dies mit dem fröhlich-schüchternen Lächeln, das die Leute mögen. Union und FDP würden das gern für sich nutzen - und Köhlers neue Präsidentschaft wenigstens als schwarz-gelbes "Signal" bewerten. Indes: Union und FDP haben Köhler nicht aus eigener Kraft zur zweiten Amtszeit verholfen. Sie haben dazu die Stimmen der Freien Wähler aus Bayern und versprengte grüne Hilfe gebraucht. Deswegen signalisiert die knappe Wiederwahl Köhlers vor allem eines: Das Sichere ist nicht so sicher. Und so wie es ist, bleibt es nicht.
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(SZ vom 25.05.2009/woja)
Russland unter Putin
Mann hat doch gezeigt, wie überflüssig (er und) dieses Amt ist. Ein "Winkeonkel", so eine "Nullnummer" brauchen wir alle Mal nicht. Was hat der Mann geleistet...? Nur "dumm" dahergeredet... liest man seine Reden kommt einem das "grauen. "Mit der ihm eigenen schüchtern-fröhlichen Beharrlichkeit". Der Mann ist peinlich und das ist auch schon fast alles.
Die Wahl von Horst Köhler ist ein Armutszeugnis für die politische Kultur in Deutschland - oder der beste Beweis dafür, in welch erbärmlichem Zustand dieses Land sich kulturell - politisch befindet.
Viereinhalb Minuten dauerte seine - brav wie ein Erstklässler - vorgetragene, nein ablesene Rede eines seiner Redeschreibers. Muss man mehr sagen? Küchenkaspar von Merkels und Westerwelles Gnaden, Kohls Sherpa, Chef der Weltbank, der Osteuropabank und und und: man könnte meinen, der Mann gehörte nicht zu den maßgeblichen Kräften des interantionalen Finanzsystems, der die Suppe angerührt hat, die wir nun alle auslöffeln sollen. Hört man davon etwas?
Es ändert sich nichts, ein gespenstisches Bild aus dem Parlament: all die alten Herren, die man seit Ewigkeiten kennt, die gleichen Worte, Sätze, Textbausteine....Es ist an der Zeit, dass die Frauen stärker nach vorne rücken, oder diejenigen, die seit langem die richtigen Dinge gefordert haben, aber stets und mit aller Kraft und MAcht in die Schranken gewiesen wurden, während die Verursacher mal wieder einfach und ungeschoren davonkommen. Im Gegenteil profitieren sie auch noch davon die Totalversorgten a la Horst Köhler. Schämen sollt ihr Euch!
Gute Nacht Deutschland.
"Grundlage jeder politischen Diskussion, die sich nicht nur an Partei- oder sonstigen Partikular-Interessen orientiert, muss neben Objektivität vor allem Sachkenntnis sein."
Tja, darum darf wohl auch Herr zuG. so wichtig tun und wird es ja auch genommen, wenn die Firma GM sich abwickelt!
Wohlgemerkt, ich stimme Ihnen zu, nur ist unsere Forderung in dieser Form wohl nicht haltbar.
Zur Erinnerung: Bundespräsident Rau hat seinerzeit die Unterschrift unter das umstrittene Asyl-Gesetz, dass im Bundesrat regelrecht in der Manier einer Vettern-Wirtschaft zu Stande kam ebenfalls nicht unterzeichnet, sondern hat gleich das BVG angerufen, nachdem er das absolut unwürdige Abstimmungsverhalten öffentlich auf Schärfste angeprangert hat.
H Prantl zeigt sich mal wieder als schlechter Verlierer - und tut das was er am liebsten macht: Anderen vorzuschreiben was sie zu tun haben. Mit Koehler hat er es ja besonders: Vor einiger Zeit foderte er ihn geradzeu ultimativ auf Klar und Co zu begnadigen. Und war schwer angefressen als es nicht so kam.
Jetzt also soll sich Koehler aendern, weil sich das Land geaendert habe. Unterton: Wenn er schon Bundespraesident bleiben muss.... Worin diese "Veraenderung" des Landes durch die Finanzkrise konkret bestehen soll sagt Prantl natuerlich nicht.
Dann schwurbelt er ein bisschen:
"Es wäre eine Hommage auch an die Mütter des Grundgesetzes gewesen."
Ok, wer sind diese "Muetter" und warum soll ausgerechnet Gesine Schwan fuer sie repraesentativ sein?
"Gesine Schwan, die mit Anstand verloren hat,..."
Nun ja, sie hat ja nicht mal alle Stimmen von rot/gruen hinter sich vereinigen koennen. Und was haette sie nach der Niederlage tun sollen, sich auf dem Boden waelzen oder die Gruenen lautstark beschimpfen? Ihre Kandidatur war peinlich, ihr Wahlkampf jenseits des Anstands und ihre Wahl fiel dementsprechend aus. Punkt.
"...weil sie ihre professorale Klugheit nicht allgemein verständlich übersetzen konnte..."
Schon der Satz selber zeigt das Problem auf das Prantl und Schwan teilen. Ausserdem: Schwan mag gebildet sein, klug ist was anderes. Klug war es weder sich wieder der SPD als Kandidatin aufzudraengen, noch "soziale Unruhen" an die Wand zu malen. Klug war es auch nicht sich ein Thema (Demokratie) an den Haaren herbeizuziehen. Klug waere es wenn sie sich nun endlich ganz aus dem politischen Leben verabscheiden wuerde und ihren blinden Ehrgeiz unter Kontrolle bekommt.
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