Mehr Beratungszeit für die Politiker in Meseberg: Erika Steinbach will die Entscheidung über ihre Nominierung für die Vertriebenen-Stiftung vorerst verschieben.
Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach will die ursprünglich für Dienstag geplante Entscheidung über ihre Nominierung für die Vertriebenen-Stiftung verschieben. Damit solle die Bundesregierung die Möglichkeit erhalten, auf ihrer Klausurtagung im brandenburgischen Meseberg ihre Position zu beraten, sagte Steinbach zu Spiegel Online. Der Bund der Vertriebenen (BdV) berät am Dienstagmittag auf einer Präsidiumssitzung in Frankfurt am Main über die Angelegenheit.
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Erika Steinbach setzt sich für eine Verschiebung der Entscheidung über ihre Nominierung für den Stiftungs-Beirat ein. (© Foto: AP)
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"Es gibt erhebliche Kräfte im Präsidium des BdV, die der Bundesregierung schon jetzt eine Entscheidung vorlegen wollen", sagte Steinbach zu Spiegel Online. Aber das Kabinett solle die Möglichkeit bekommen, eine "menschenrechtskonforme Lösung zu finden, die den vielen Freiheitspostulaten im Koalitionsvertrag entspricht". Sie werde sich für eine Verschiebung der Entscheidung auf der Präsidiumssitzung des BdV am Mittag einsetzen.
FDP-Widerstand: Westerwelle droht mit Veto
Der Vizechef des Vertriebenenverbandes, Christian Knauer, hatte zuvor in einem Zeitungsinterview angekündigt, der Verband werde von seinem "Vorschlagsrecht Gebrauch machen und natürlich Frau Steinbach vorschlagen". Die Nominierung würde die ebenfalls am Mittag beginnende erste Klausur der schwarz-gelben Regierung schwer belasten.
Außenminister und Vizekanzler Guido Westerwelle lehnt die Berufung der CDU-Politikerin kategorisch ab. Ein Ziel der Stiftung sei letztlich die Versöhnung. "Deswegen kann ich als Außenminister Entscheidungen nicht treffen, die diesem Versöhnungsgedanken entgegenstehen, und ich werde sie auch nicht treffen", sagte der FDP-Chef.
Westerwelle hatte in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass er aus Rücksicht auf die polnischen Nachbarn die dort unbeliebte Steinbach als Stiftungsrätin nicht akzeptieren wolle. Für den Fall, das der BdV Steinbach dennoch nominiert, hat der Vizekanzler im Kabinett, das die Entscheidung absegnen muss, sein Veto angekündigt.
CSU fordert Unterstützung "ohne Wenn und Aber"
Die CSU dringt dagegen darauf, den Vertriebenen die freie Wahl zu lassen. CSU-Chef Seehofer forderte, Steinbach "ohne Wenn und Aber" zu unterstützen. Ein Nein Westerwelles wäre "ein Fall für den Koalitionsausschuss und eine Belastung für die Berliner Koalition", mahnte der bayerische Ministerpräsident
Steinbach ist seit längerem als Kandidatin des BdV nominiert. Eine endgültige Entscheidung stand bislang aber noch aus. Noch am Montag hatte der BdV bekräftigt, heute solle die Entscheidung fallen.
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(AFP/AP/bica/fvk/mati)
ICE-Strecke
Filus, nö. gefällt mir nicht
JohnZ: nein, auch das stimmt nicht. Frau Steinbach hat die Schuld der Deutschen am WW2 nicht geleugnet.
Ich kann Ihre Kausalkette nicht nachvollziehen.
Meinen Sie, dass die Vertreibung nur dann ein Unrecht ist, wenn deutschland nicht am Krieg schuld wäre.
Im Umkehrschluß hieße das, dass es ein Recht wäre, zu vertreiben, wenn Deutschland am Krieg schuld ist. Was ist denn das für eine Logik? Dann müßten wir als Nachfahren der Schuldigen aber noch mal alle in uns gehen, und uns an der Bezahlung beteiligen.
Es ist keine gute Werbung für dieses Forum hier, dass diese Meinung nur positive Wertungen bekommt. Geradezu peinlich.
Lieber John, falls Sie eine Eigentumswohnung oder ein Haus oder ein Grundstück besitzen, sollten sie einen Teil als Ausgleich an einen Vertriebenen abgeben, damit nicht nur die Leute zahlen müssen, die dort lebten, wo vertrieben wurde. Das wäre doch mal ein Solidarpakt.
hatte seinerzeit gegen den Vertrag nicht aus politischen, sondern aus juristischen Gründen gestimmt. Sie wollte vermieden sehen, dass private Leute (wie später dann tatsächlich geschehen durch die Mitglieder der sog. Preußischen Treuhand) Ansprüche gegen Polen erheben würden. Weil es in diesem Punkt keine abschließende Regelung zwischen Deutschland und Polen gab, stimmte Frau Steinbach gegen den Vertrag. Es ist nicht Frau Steinbach, die hier eine abschließende Regelung verhinderte, es waren die damaligen Vertragspartner Deutschland und Polen, die der sog. Preußischen Treuhand erst die Möglichkeit zur Agitation schufen.
Wieso Mainstream? Weil ich die Meinung vertrete (als Tochter und Enkelin Vertriebener), daß Steinbach nicht im geringsten geeignet ist, um für Versöhnug zu stehen?
Natürlich gibts inzwischen gute und sehr gute Kontakte zwischen Deutschen und Polen.
Deshalb ist es umso wichtiger, daß eine rückwärtsgewandte Steinbach nicht im Stiftungsrat sitzt. Sie hat sich selbst disqualifiziert.
also ich glaube, dass Sie jetzt ein Opfer des medialen mainstreams geworden sind. Und vielleicht mal etwas, das auch Sie unterschreiben können: Gottseidank sind die ganz konkreten Kontakte zwischen Deutschen (inklusive Vertriebener und ihrer Nachfahren) und Polen sehr viel enger und herzlicher und es gibt zahlreiche Versöhnungsprojekte, als uns interessierte Politiker, Funktionäre und Journalisten weismachen wollen
Paging