Bürgerkrieg Libysche Regierung erobert Bengasi von Islamisten zurück

Bengasi ist von

(Foto: REUTERS)

Während des Arabischen Frühlings galt die zweitgrößte Stadt des Landes als Hochburg der Aufständischen. Seit zwei Jahren war sie heftig umkämpft.

Soldaten der international anerkannten Regierung Libyens haben nach eigenen Angaben die Stadt Bengasi nach zweijährigen Kämpfen vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Der Sieg der Truppen des einflussreichen Generals Chalifa Haftar über islamistische Milizen im Osten der Stadt wurde der Deutschen Presse-Agentur auch von Einwohnern bestätigt. Haftar rief in einem Video dazu auf, den Erfolg zu feiern. Einzelne noch verbliebene Islamisten würden nun nach und nach ausgeschaltet.

Fünf Jahre nach dem Sturz und gewaltsamen Tod von Diktator Muammar al-Gaddafi herrscht in Libyen weiterhin Chaos. Zahlreiche Gruppen bekämpfen sich. Zudem konkurrieren eine weltliche und eine islamistische Regierung miteinander.

Islamistische Gegenregierung warnt vor Scheitern der Gespräche

Die rivalisierende Gegenregierung in Tripolis, welche die teils islamistischen Milizen in Bengasi unterstützt hatte, verurteilte den Vormarsch. Dieser könne "die Bemühungen um eine friedliche Lösung der politischen Krise" zum Erliegen bringen. Unterdessen scheiterte ein weiterer Versuch, eine Vertrauensabstimmung des Parlaments im ostlibyschen Tobruk für die neue Regierung der nationalen Einheit zu organisieren. Da die erforderliche Zahl von 89 Abgeordneten nicht erreicht wurde, wurde die Abstimmung auf die kommende Woche verschoben.

Das Machtvakuum macht sich die Terrormiliz Islamischer Staat zunutze. Sie weitet ihr Einflussgebiet seit Monaten entlang der Küste bei der Stadt Sirte aus.