Golanhöhen Syrische Panzer dringen in entmilitarisierte Zone ein

Drei syrische Panzer sind offenbar in die entmilitarisierte Pufferzone der Golanhöhen eingedrungen. Israel legte daraufhin Beschwerde bei der Uno ein. Zuvor hatten Aufständische Stützpunkte der syrischen Luftwaffe angegriffen.

Drei syrische Panzer sind am Samstag nach israelischen Angaben in die entmilitarisierte Pufferzone der Golanhöhen zwischen beiden Ländern eingedrungen. Die israelischen Streitkräfte legten eine Beschwerde bei den UN-Beobachtern ein, teilte eine Sprecherin der Armee mit. Die Vereinten Nationen überwachen auf den Golanhöhen einen faktischen Waffenstillstand zwischen Syrien und Israel.

Die Panzer sowie zwei gepanzerte Transportfahrzeuge seien wenige Kilometer von israelischen Stützpunkten entfernt vorbeigefahren, berichtet die israelische Nachrichtenwebsite Ynet. Sie seien in das Dorf Bir Adscham eingedrungen und hätten sich an Kämpfen gegen syrische Rebellen beteiligt.

Israel hat Golan im Sechstagekrieg 1967 besetzt und 1981 annektiert. Der Höhenzug ist ein bis zu 1000 Meter hohes Vulkan-Plateau im Grenzgebiet zwischen dem Libanon, Syrien und Israel. In der Region leben, neben israelischen Juden, etwa 20.000 syrische Drusen.

Syrische Aufständische greifen Militärflughafen an

Zuvor hatten Aufständischen in Syrien verstärkt Einrichtungen der Luftwaffe angegriffen und im Norden des Landes militärische Erfolge erzielt. Nach Angaben der oppositionsnahen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte versuchten die Regimegegner, den Militärflughafen Taftanas von mehreren Seiten mit Panzerfäusten zu stürmen.

Ein Sprecher der Islamischen Front zur Befreiung Syriens sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Angriff auf den Taftanas-Stützpunkt habe am Morgen begonnen. Die Rebellen setzten Granatwerfer und mindestens drei Panzer gegen die Soldaten ein. Ein Hubschrauber und mehrere Luftabwehrgeschütze seien zerstört worden. Rebellenkommandeur Abu Omar al-Homsi sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass von dem Stützpunkt nahe der türkischen Grenze die meisten Luftangriffe auf die nördlichen Provinzen ausgingen.

Die staatlichen Nachrichtenagentur Sana berichtete, dass die Rebellen zurückgeschlagen worden seien. Eine "große Zahl an Terroristen" sei von den Streitkräften getötet, ihre Fahrzeuge zerstört worden, hieß es.

Zuvor hatten die Aufständischen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte die Luftwaffenbasis Duila angegriffen. Dabei sei ein Offizier der Regierungstruppen getötet worden, unter den Angreifern habe es acht Verletzte gegeben. Laut einem Video, das die Rebellen veröffentlichten, nahmen die Kämpfer ein Waffenlager auf dem Stützpunkt ein, konnten dort jedoch keine schweren Waffen erbeuten. Nach Gegenangriffen aus der Luft hätten sich die Aufständischen zurückgezogen. Für mehrere Stunden brachten die Rebellen außerdem eine Flugabwehrstellung in der Region Idlib unter ihre Kontrolle.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle befindet sich inzwischen ein Gebiet im Umkreis von etwa 25 Kilometern um die Stadt Sarakeb in der Provinz Idlib in der Hand der Rebellen. Sie berichteten auch von Kämpfen in der Stadt Duma, bei denen 21 Soldaten getötet worden seien. In Idlib habe es zudem Gefechte um den Militärflughafen Taftanas gegeben, von dem aus Militärhubschrauber starteten, um umliegende Städte anzugreifen, teilten die Londoner Aktivisten mit.

Videos mit Gräueltaten

Die Beobachtungsstelle veröffentlichte zudem Videos von Gräueltaten aus den Kampfgebieten, die im Juli und Februar entstanden sein sollen. Das erste zeigt, wie Milizionäre der Regierung in der Region Lattakia im Nordwesten getöteten Rebellen die Ohren abschneiden. "Dies ist das Ohr eines Hundes, wir erteilen ihnen eine Lektion", sagt ein Millizionär in Bezug auf die Rebellen. .

Auf dem zweiten Video ist zu sehen, wie Bewaffnete mit syrischen Militäruniformen in der Region Daraa wehrlose Aufständische niederstrecken.

Der Organisation war das Material eigenen Angaben nach von Aufständischen zugespielt worden, nachdem ein Video von Hinrichtungen gefangener syrischer Soldaten durch Rebellen vor große Empörung ausgelöst hatte. Das UN-Menschenrechtskommissariat hatte eine Untersuchung zu dem Video mit den Hinrichtungen angekündigt. Bei der Tat handele es sich "sehr wahrscheinlich" um ein Kriegsverbrechen, sagte ein Sprecher.

Am Sonntag treffen sich unter der Schirmherrschaft der Arabischen Liga in Doha, der Hauptstadt von Katar, der Syrische Nationalrat und andere Oppositionsgruppen. Nach unbestätigten Berichten könnten die Teilnehmer eine Exilregierung ausrufen, an deren Spitze der seit langem zur Opposition zählende Riad Seif stehen würde. Seit Beginn des Konflikts Mitte März 2011 wurden in Syrien nach Angaben der Beobachtungsstelle mehr als 36.000 Menschen getötet.