Bürgerkrieg in Syrien Syrien-Sondergesandter Brahimi will aufgeben

Lakhdar Brahimi sei frustriert von der Erfolglosigkeit seiner Mission. Der gemeinsame Syrien-Sondergesandte von UN und Arabischer Liga zieht sich einem Medienbericht zufolge Ende Mai von seinem Posten zurück. Das setzt US-Präsident Obama zusätzlich unter Druck.

Der Syrien-Vermittler der Vereinten Nationen (UN) und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, legt nach Informationen des Nachrichtensender al-Arabija sein Amt Ende Mai nieder. Brahimi sei frustriert von der Erfolglosigkeit seiner Mission, berichtete der Sender am Donnerstag unter Berufung auf Angaben aus Diplomatenkreisen. Er habe bei den Vertretern der Bürgerkriegsparteien keine echte Bereitschaft für eine Verhandlungslösung erkennen können.

Der Algerier habe ursprünglich gleich aufhören wollen, hieß es. Mitgliedstaaten des Sicherheitsrates hätten ihn jedoch gebeten, noch bis Ende des Monats zu bleiben.

Brahimi hatte den Auftrag im August vom ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan übernommen, der sein Mandat zuvor niedergelegt hatte. Die Nachrichtenagentur AFP hatte vor Bekanntwerden von Brahimis Rückzug unter Berufung auf Diplomatenkreise gemeldet, dass US-Außenminister John Kerry noch versuchen wollte, Brahimi zum Bleiben zu bewegen. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Vertreter der übrigen vier ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat wollten ihn demnach halten.

Anlass sei ein Streit mit der Arabischen Liga. Diese hatte den Sitz von Damaskus im Ligarat Ende März an die syrische Opposition vergeben. Syriens Machthaber Baschar al-Assad kündigte daraufhin jede Zusammenarbeit mit Brahimi auf. Dieser habe nun den Eindruck, dass die Liga einen anderen Weg eingeschlagen habe als die UN, hieß es in New York.

Assads Armee erhöht Druck auf Homs

Experten hatten einen möglichen Rücktritt zuvor als zusätzlich problematisch für US-Präsident Barack Obama und als Scheitern der Diplomatie eingestuft. Schon die jüngsten Geheimdiensthinweise auf einen Chemiewaffeneinsatz brächten Obama in Zugzwang, sagte Syrien-Fachmann Richard Gowan von der Universität von New York.

In Homs gerieten die syrischen Rebellen an diesem Donnerstag unter starken Druck der Regierungstruppen. Diese übernahmen nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte die Kontrolle über weite Teile des Bezirks Wadi al-Sajeh. Durch die vollständige Einnahme des Stadtteils könnte es Assads Truppen gelingen, die Rebellen in Homs zu isolieren, teilte die Beobachtungsstelle mit. Nach ihren Angaben wird die Armee von Experten aus Iran und von der libanesischen Hisbollah-Miliz unterstützt.