Bürgerkrieg in Syrien Attentäter zünden Bombe in Damaskus

Bei einem Bombenanschlag nahe Damaskus sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Staatliche Medien machen "bewaffnete Terroristen" für den Anschlag verantwortlich. Die anhaltende Gewalt treibt Tausende Syrer ins Ausland - auch nach Deutschland.

Bei einem Bombenanschlag in einer Vorstadt von Damaskus sind am Sonntag mindestens 15 Menschen getötet worden. Nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana sei der Sprengsatz in einem Fahrzeug nahe dem palästinensischen Flüchtlingslager in Al-Sbeineh explodiert. Der Bericht schrieb den Anschlag "bewaffneten Terroristen" zu. Die Regimemedien verwenden diese Bezeichnung auch für die Rebellen, die gegen die Truppen von Präsident Baschar al-Assad kämpfen.

In Deir al-Sor im Osten des Landes hatten syrische Rebellen zuvor Einrichtungen der Luftwaffe angegriffen. Nach Oppositionsangaben eroberten die Rebellen ein Gebäude der Luftstreitkräfte. Mehrere Soldaten seien gefangengenommen worden, teilte die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte mit. Assad-treue Kräfte setzen in den von Rebellen gehaltenen Gebieten zunehmend auf die Luftwaffe. Stellungen der Aufständischen würden mit Hilfe von Kampfflugzeugen und Hubschraubern beschossen.

UN-Angaben zufolge wurden in Syrien binnen einer Woche 1600 Menschen getötet. Das sind so viele wie noch nie in dem Konflikt in einem solchen Zeitraum. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan prangerte die Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft an. Er warb um Unterstützung für die Einrichtung einer Sicherheitszone für die Flüchtlinge in Syrien. "Wir können solche Maßnahmen aber nicht ergreifen, wenn nicht der UN-Sicherheitsrat dafür stimmt", sagte Erdogan am Freitagabend im türkischen Fernsehen. Zunächst müsse es eine Entscheidung über eine Flugverbotszone geben, dann erst könne es an die Einrichtung einer Pufferzone gehen.

Tausende Syrer flüchten nach Deutschland

Bis zu 300.000 Syrer sind Schätzungen zufolge bislang aus ihrem Land geflohen. In Deutschland haben nach Informationen der Bild am Sonntag seit Beginn der Unruhen 4659 Syrer politisches Asyl beantragt. Zwar seien nur rund 100 Syrer als politische Flüchtlinge anerkannt worden, dennoch drohe den Antragstellern keine Abschiebung, berichtete die Zeitung. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden in dem seit eineinhalb Jahren andauernden Konflikt knapp 20.000 Menschen getötet.