Brutto-Netto-Verwechslung Merkel überholt Scharping

In einem Interview mit der ARD hat die Kanzlerkandidatin Brutto und Netto verwechselt - was die CDU zu vertuschen versuchte. Exakt der gleiche Fehler ist Merkel jetzt in einem Zeitschriften-Interview wieder unterlaufen.

Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) hat erneut in einem Interview Brutto- und Nettolöhne verwechselt.

Der Illustrierten Bunte sagte Merkel, die Union wolle durch Senkung der "Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um 2 Prozent" einen Impuls für mehr Wachstum und Beschäftigung setzten. "Das bedeutet für die Arbeitnehmer 1 Prozent mehr Bruttolohn", zitiert die Illustrierte Merkel.

Tatsächlich steigt aber bei geringeren Lohnnebenkosten für den Arbeitnehmer der Nettolohn - nicht der Bruttolohn.

CDU vertuscht Merkel-Versprecher

Am Sonntag hatte die Kanzlerkandidatin der Union im Sommerinterview der ARD ebenfalls Brutto und Netto verwechselt. Merkel sagte wörtlich: "Der interessante Effekt, den wir jetzt haben, ist ja, dass für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - und für die gilt ja die Riester-Rente - die Brutto-Löhne um ein Prozent sinken, wenn wir die Lohnzusatzkosten senken. Und das gibt auch wieder Spielraum, um zum Beispiel für die eigene Altersvorsorge etwas zu tun."

Richtig ist, dass die Netto-Löhne bei einer Senkung der Lohnzusatzkosten steigen würden. Das hatte die CDU auf ihrer Homepage im Protokoll des Merkel-Interviews in der ARD geschrieben, obwohl die Parteivorsitzende es so nicht gesagt hatte.