Die Kanzlerin hat es geschafft, dass Deutschland keinen einzigen der wichtigen EU-Posten erhält. Eine Blamage, die sich Berlin selbst zuzuschreiben hat.
Bei der Verteilung der Posten in Europa ist Deutschland ärmlich abgespeist worden. Dem Publikum wird nun zwar wortreich erklärt werden, dass die Günter Oettinger gegebene Verantwortung für die Energiepolitik eine für Europas Zukunft zentrale Aufgabe ist.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel: Am Ende des Postenjahres in Brüssel steht Deutschland mit leeren Händen da. (© Foto: AFP)
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Das ist im Prinzip richtig. Nur ist es so, dass dem EU-Kommissar Oettinger von vornherein die beiden wichtigsten Themen einer umfassenden Energiepolitik versperrt bleiben: der Klimaschutz und die Energieaußenpolitik.
Diese Blamage hat sich Berlin selbst zuzuschreiben. Es waren nicht die anderen, die dem größten und wirtschaftsstärksten Land in der Europäischen Union nur ein zweitklassiges Amt übrig ließen. Wer in Brüssel mit einem Kandidaten aufläuft, der zu Hause politisch nur noch am Wegesrand steht, der muss sich nicht wundern, wenn der gewogen und für die wirklich wichtigen Posten für zu leicht befunden wird.
So steht Deutschland am Ende dieses Posten-Jahres in Brüssel mit leeren Händen da. Mit überraschend großer Ungeschicklichkeit hat es die Bundesregierung unter Angela Merkel geschafft, keine einzige der Schlüsselpositionen der EU für sich zu sichern. Auf den Präsidenten des Europäischen Rates oder auf den Außenminister der EU wurde erst gar nicht Anspruch erhoben.
Mit dem Sozialdemokraten Frank-Walter Steinmeier als Kandidat hätte man das enorm wichtige Außenressort gewiss bekommen. Aber Merkel wollte ja unbedingt die CDU versorgen. Das musste schiefgehen. Und den eher bescheidenen Wunsch, in zwei Jahren den hohen Beamtenposten des Generalsekretärs des Ministerrates zu bekommen, wischten die anderen vom Tisch.
Hätte Merkel Kommissionschef Barroso unter Druck gesetzt, wie der französische Staatspräsident das erfolgreich für seinen Kandidaten Michel Barnier getan hat, dann hätte sie nicht nur deutschen Einfluss gesichert, sondern Europa auch noch einen Gefallen getan.
Die schwache Bewerbung aus Deutschland spielte nämlich den Plänen von Kommissionspräsident José Manuel Barroso in die Hände, den Einfluss der großen Länder zurückzudrängen. Die Ausnahme macht Frankreich, das den Posten des Kommissars für den Binnenmarkt bekommt - und zwar ohne Einschränkungen. Alle anderen wirtschaftlich und politisch bedeutsamen Kommissariate gingen an kleine Länder und oft an Kandidaten, von denen man sich fragt, was sie eigentlich qualifiziert. Kommissariate, die ihrer Größe wegen mächtig sein könnten, wurden in kleine Einheiten aufgespalten.
Damit setzt sich fort, was Barroso schon in der alten Kommission begonnen hatte: die Verwandlung des Kollegiums Kommission, in dem der Präsident der Primus inter Pares ist, in ein vertikal organisiertes Präsidialsystem. Barroso konzentriert die Macht in seinen Händen, und reduziert die Kommissare damit auf das Niveau besserer hoher Beamte. Das tut dem Ego Barrosos gewiss gut, Europa dient es aber ganz und gar nicht.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 28.11.2009/bica)
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Lieber Herr Winter, wollen Sie behaupten, dass die jetzigen Kandidaten für den Präsidenten des Europäischen Rates und die Außenministerin der EU mit politischen Schwergewichten besetzt sind? Wohl kaum. Da passt Oettinger bestens ins Bild. Alle "wichtigen" Posten sind mit schwachen Zählkandidaten besetzt. Die entscheidende Rolle spielen auch zukünftig die 27 Regierungschefs.
Der Gaul wurde von hinten aufgezäumt. Erst wurde eine Osterweiterung durchgeführt und dann versucht, eine europäische Verfassung zu beschließen. Umgekehrt, erst Verfassung und dann Erweiterung wäre ein Schuh drauß geworden. Die großen Länder Frankreich, Italien und Deutschland hätte in einer kleineren EU ihren Einfluss sichern können. Und dann hätte bei der Osterweiterung klar festgestanden, wer Koch und wer Kellner ist.
Der letzte deutsche Europäer war leider Helmut Kohl. Seine Europa-Politik war vorbildlich.
Egal, mit was Merkel ihr Kabinett füttert, ihr folgt ein ganzes Rudel............ ohne ABER...
Merkel ist nichts anderes als eine Verwalterin des rasenden Stillstandes, deren operative Hektik (auch wenn sie vordergründig immer so bräsig-betulich wirken möchte), die geistige Windstille der etablierten Parteien in mustergültiger Weise verkörpert.
Sie ist bestenfalls ein Ost-Kohl mit sozialem Wackelkontakt und nach meinem Verständnis einem eher brüchig-labilen Verhältnis zur Demokratie.
Seit 1983 wählt sich Deutschland Politiker und Parteien an die Regierung, die in der Summe und pauschal besser in den Mülleimer der Geschichte gehört hätten. Mit sehr wenigen Ausnahmen.
Es ist wirklich Zeit für neue Leute - für eine neue Partei. Und einen zukunftsfähigen Umbau unserer Gesellschaft. Und es gibt eine Partei, die einen vernünftigen Plan hat: Die ddp
Die Werte dieser Partei - leidenschaftliche Demokraten und deren Bandbreitenmodell sind für mich persönlich ein Hoffnungsschimmer.
Die etablierten Parteien hingegen reiten ein totes Pferd. Und egal wie sehr man ein totes Pferd antreibt, es wird nicht mehr laufen. Nur noch stinken.
Und das tut es jeden Tag mehr.....
Merkel hat bisher jeden Mist für gut verkauft. Das wird auch diesmal so sein. Dank ihrer Hofberichterstatter. Nicht jeder liest den Kommentar von Herrn Winter. Bei Hugo Müller-Schreck sieht das sicher ganz anders aus.
Bildung für alle
Paging