Briten in Deutschland Jon: "Ich werde die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen"

Jon Worth, 36, selbständiger Kommunikationsberater aus Newport, Wales: Meine Eltern haben mich früher zum Schulaustausch nach Lahnstein in Rheinland-Pfalz geschickt. Schon damals habe ich ganz gut Deutsch gelernt. Studiert habe ich in Oxford und Brügge. Danach war ich immer wieder in Deutschland. Seit 2013 lebe ich jetzt in Berlin. Dazwischen habe ich einige Zeit in Kopenhagen und Brüssel gelebt. Berlin ist aber für meinen Job der spannendste Ort.

Die Europäische Union macht mein Leben viel, viel einfacher. Als selbständiger Kommunikationsberater habe ich Kunden in Rumänien, Italien, Belgien, Dänemark und natürlich auch in Deutschland. Für mich gehört es zum Alltag, in Europa unterwegs zu sein, Verträge zu machen, Rechnungen zu schreiben. Aber ich sehe am Beispiel von Freunden, die aus den USA hergekommen sind, wie schwierig das ohne EU-Pass sein kann. Vor allem als Selbständiger. Ich will nicht zu einem Bürgeramt gehen müssen, um nach einer Arbeitserlaubnis zu fragen. Solange Großbritannien Mitglied in der EU ist, habe ich ein Recht darauf, überall zu arbeiten.

Jon Worth, 36, selbstständiger Kommunikationsberater aus Newport, Südwales

(Foto: Thorsten Denkler)

Was sich genau nach einem Brexit ändern würde, kann ich noch nicht abschätzen. Aber ich stelle mich darauf ein, dass ich dann die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen werde. Im Oktober 2019 bin ich lange genug in Deutschland. Das scheint der einzige Weg zu sein, um EU-Bürger bleiben zu können. Ich muss dann nur die Zeit zwischen einem faktischen Austritt im Juni 2018 und Herbst 2019 überbrücken. Aber das wird schon irgendwie gehen."

So argumentieren Befürworter und Gegner eines Brexits

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