Wahlsieger Matthias Platzeck führt die ersten Gespräche mit der Linken, nicht dem Koalitionspartner. Dass das auf Rot-Rot hindeutet, bestreitet er allerdings. Die FDP denkt unterdessen an den Kreml.
Nach ihrem Sieg bei der Landtagswahl in Brandenburg will die SPD erst mit der Linkspartei und dann mit ihrem bisherigen Koalitionspartner CDU Sondierungsgespräche führen. Dies werde er dem SPD-Landesvorstand am Abend vorschlagen, sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck in Potsdam. Er strebe aber gleichberechtigte Gespräche mit beiden Parteien an.
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Vorsichtige Annäherung? Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) will zuerst mit Linke-Spitzenkandidatin Kerstin Kaiser verhandeln. (© Foto: ddp)
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Die Reihenfolge der Gesprächspartner habe keinerlei Bedeutung, versuchte Platzeck umgehend Spekulationen zu entkräften über eine mögliche frühe Festlegung auf ein rot-rotes Bündnis. "Ich möchte mich bemühen, dass Brandenburg eine stabile Regierung bekommt, die fünf Jahre hält", sagte Platzeck. Er erwarte "mit Sicherheit nicht unkomplizierte Sondierungsgespräche", sagte Platzeck. Die Linke sei nur einer von mehreren Wettbewerbern im politischen Spektrum.
Die Linken-Spitze erhöht unterdessen den Druck auf die SPD, mit ihr zusammenzuarbeiten. Die SPD sei gut beraten, Union und FDP gemeinsam mit der Linken nach und nach die Mehrheit in der Länderkammer zu nehmen, sagte Fraktionschef Gregor Gysi. Er wiederholte seine Forderung, die SPD müsse sich entscheiden, ob sie weiter eine "zweite Union" sein oder ich "resozialdemokratisieren" wolle.
Parteichef Oskar Lafontaine sagte, gemeinsames Ziel von Linken und SPD müsse es sein, den unter Schwarz-Gelb zu erwartenden Sozialabbau zu stoppen. Wenn es in Thüringen und im Saarland, wo derzeit Sondierungen laufen, sowie in Brandenburg gelinge, eine Koalition von Rot-Rot zustandezubringen, könne schon bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen im kommenden Jahr die schwarz-gelbe Mehrheit in der Länderkammer beendet werden.
Erstmals nach 15 Jahren sind auch FDP und Grüne wieder im Landesparlament vertreten. Die Liberalen erhielten 7,2 Prozent, die Grünen 5,6 Prozent der Stimmen. Seit zehn Jahren regiert in Brandenburg eine Koalition aus SPD und CDU.
"Ein positives rot-rotes Projekt ist möglich", sagte die Linke-Spitzenkandidatin Kerstin Kaiser in Potsdam. Mit ihrer Partei könne die SPD soziale Politik umsetzen: "Wir haben große Schnittmengen mit den Sozialdemokraten." Die gibt es allerdings mit beiden möglichen Koalitionspartnern der SPD: Ein von der SPD gefordertes Schüler-Bafög für Abiturienten aus einkommensschwachen Familien stößt bei der CDU auf Ablehnung, bei der Linken auf Gegenliebe. Gleiches gilt für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Dagegen lehnt die Linke lehnt ein Verbot neuer Schulden für Länder ab. Brandenburg mit seiner rot-schwarzen Regierung hatte diesem Gesetz im Bundesrat zugestimmt. Die Linke hat gegen das Verschuldungsverbot Klage beim Landesverfassungsgericht eingereicht.
Seit zehn Jahren regiert die SPD im Land mit der CDU. Bei der Wahl am Sonntag hatte die SPD unter Platzeck ihre Rolle als stärkste Kraft mit einem Stimmenzuwachs von 1,1 Prozentpunkten auf 33 Prozent halten können. Die Linkspartei verlor gegenüber der Abstimmung von 2004 0,8 Prozentpunkte und kam auf 27,2 Prozent. Die CDU konnte sich leicht um 0,4 Punkte auf 19,8 Prozent verbessern.
FDP warnt vor Rot-Rot
FDP-Spitzenkandidat Hans-Peter Goetz warnte die SPD dagegen vor einer rot-roten Koalition. "Ich halte nichts davon, wenn zwanzig Jahre nach dem Mauerfall aus dem Landtag wieder der Kreml wird", sagte er unter Anspielung auf die Geschichte des Parlamentsgebäudes als ehemaliger Sitz der SED-Bezirksleitung Potsdam. Allerdings kündigte der Liberale eine Zusammenarbeit mit der Linken in der Opposition an: "Es wird ja auch Schnittmengen geben, etwa bei der Kontrolle der Regierung oder den Bürgerrechten."
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(AP/AFP/Reuters/dpa/jab/lala)
Hast noch das Gespenst des Kommunismus vergessen, welches im Kommunistischen Manifest von Marx erwähnt ist.
Sind langsam wirklich olle Kamellen, ich glaub auch nicht an Gespenster.
Aber dass uns die Gelben mit ihren neoliberalen Spielereien in den nächsten 4 Jahren so ziemlich aussaugen werden, das glaub ich schon.
Im kalter Krieg ging mal der Spruch um, dass 'die Kommunisten, wenn sie kämen, einem das Häuschen wegnähmen'. Adenauer hatte mal von der 'Gelben Gefahr' geredet - aber nicht die FDP gemeint. Die steht nun vor der Tür.
Irgendwie im Geschichtsunterricht alles durcheinandergebracht ? Oder zuviel am PC gespielt und die Realität verschlafen ?
"Ich glaube nicht, dass die Kommentarzeile hier dazu missbraucht werden sollte, Albernheiten zu verbreiten. Auch nicht von Nerds"
Dass die Linke als SED Menschen umgebracht hat und 80% ihres Personals, 80% ihrer Wähler und 99% ihrer Ideologie aus Faschosozialistischem Sondermüll besteht ist keine Albernheit. Man muss kein hochbegabter, leistungsfähiger Nerd sein, um das zu verstehen.
Allerdings muss man schon besonders frustriert oder naiv sein, um das nicht zu verstehen.
Den Forumisten, die hier mystifizierend und ihr altes Feindbild romatisch pflegend die Menetekel von Rotfront, "Zwangsvereinigung der Linken" und "Kreml" heraufbeschwören, sei auch diese Aussage (Wikipedia) über die PDS-Spitzenkandidatin Kerstin Kaiser nicht vorenthalten:
"Während ihres Studiums spionierte sie als inoffizielle Mitarbeiterin des Ministeriums für Staatssicherheit unter dem Decknamen Kathrin ihre Kommilitoninnen aus und denunzierte sie unter anderem wegen des Tragens von unsauberen Jeans oder weil sie Westsender hörten.[3]
Zudem informierte sie die Staatssicherheit darüber, wer Kontakte zu westlichen Studenten unterhielt und wer sexuell sehr stark bedürftig sei. Es wird beschrieben, dass sie die Spitzelaufträge mit viel Elan ausführte und ihrem Führungsoffizier bei jedem Treffen mehrere Personenbeschreibungen diktierte. [4]"
Nach Kaisers eigenen Angaben endete die Zusammenarbeit mit dem MfS 1984.[5]"
Das war in ihrer Studienzeit.
Aber, wurde eigentlich jemals aufrichtig, offen und vorurteilsfrei aufgearbeitet
- welche linientreuen und spießigen Mitglieder z.B. des RCDS (CDU-Studentenverband) oder von nationalistischen Studentenverbindungen in der BRD Informationen an den Verfassungsschutz weitergaben gegen linke 68er-Demonstranten, gegen AKW- und Atomwaffengegner und gegen Friedensaktivisten? Welche dieser Bespitzelungen in offenen oder verschleierten Berufsverboten endeten? Und welche Jobs oder politischen Ämter diese linientreuen Spitzel inzwischen besetzen?
- warum völlig unbescholtene Politiker wie Bodo Ramelow vom Bundesamt für Verfassungsschutz und von der Thüringer Landesbehörde bespitzelt werden?
- welchen Lebenslauf diese Spitzel, offiziellen Mitarbeiter und Beamten dieses Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz haben? Wie hoch ist unter ihnen z.B. der Anteil ehemaliger DDR-CDU Blockflöten oder gar Stasi-Mit-und Zuarbeiter?
- welche Rolle oder Doppelrolle spielen eigentlich die ganzen Spitzel des Verfassungsschutzes in der NPD, die der einzige Hinderungsgrund sind, die NPD endlich unter Berufung auf das Grundgesetz verbieten zu können?
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