Matthias Platzecks Entscheidung, die Linken mitregieren zu lassen, ist richtig - denn Menschen im Osten Deutschlands ist nicht länger zu vermitteln, dass sie so oft die Linke wählen können wie sie wollen, ohne etwas zu bewegen.
Es war einmal eine Bundesrepublik, die darauf bestand, die einzig legitimierte Repräsentanz des deutschen Volkes zu sein. Sie verstand sich nicht als westdeutschen Rumpfstaat, sondern als demokratische Rechtsordnung mit Alleinvertretungsanspruch. Die diktatorisch regierte DDR dagegen gab es im Westen jahrzehntelang nur in Gänsefüßchen.
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Jetzt eben doch: Matthias Platzeck, Ministerpräsident von Brandenburg, geht ein Bündnis mit der Linken ein. (© Foto: dpa)
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Und damit die Welt den Unterschied zwischen dem richtigen und dem falschen Deutschland begriff, erfand man 1955 die Hallstein-Doktrin. Die Bundesrepublik drohte ihre Beziehung zu jedem Land abzubrechen, das die DDR als souveränen Staat anerkannte. Ein globales Nichtberührungsgebot war das, und es musste in den 60ern wieder kassiert werden, weil sich sowieso keiner daran hielt. So ähnlich ist das jetzt mit der Linkspartei.
Im größten ostdeutschen Bundesland will ein Ministerpräsident von der SPD ein Bündnis mit der Linkspartei eingehen. Ausgerechnet Matthias Platzeck, einer der Bürgerbewegten der DDR, möchte in Brandenburg, dem Geburtsort der Ost-SPD, den Erben der SED zur Macht verhelfen.
Vor fünf Jahren, als die Linkspartei PDS hieß, hat Platzeck noch anders geredet. Damals hat er der Linken zum Thema Regieren nur gesagt: "Ihr habt dieses Land vor die Wand gefahren 1989, und deshalb sollte ihr sehr nachdenklich sein, wenn ihr sagt, ihr seid jetzt auch mal dran. Ihr seid es nicht. Mit Sicherheit nicht." Und jetzt? Sind alle mal mit allen dran, alles Übrige gilt als ideologisch verbohrt.
Seltsam hilflos kommen folgerichtig diejenigen daher, die Platzeck an sein Geschwätz von gestern erinnern. Die Brandenburger CDU-Chefin Johanna Wanka etwa, die ihm Verrat an der Revolution von 1989 vorwirft. Auch ein Ex-Bürgerrechtler aus der SPD hat leise gemurrt, und der Generalsekretär der CDU, Ronald Pofalla, hat pflichtschuldig seine "Empörung" zu Protokoll gegeben. Er klang dabei ungefähr so empört, als sei eine Blumenvase umgekippt.
Ansonsten ist vielsagendes Schweigen ausgebrochen. Die Bundeskanzlerin, eine Brandenburgerin, geht auf Tauchstation. Und die Herren Wowereit & Co., die eben noch postuliert haben, ein Bündnis mit der Linken dürfe auch im Bund kein Tabu sein, vemeiden jeden weiteren geistigen Klimmzug am Thema.
Es reicht aber nicht, nur festzustellen, dass das antikommunistische Dogma ewiger Isolationshaft für die Linke aus der Zeit gefallen ist wie einst die Hallstein-Doktrin.
Rot-Rot in Brandenburg könnte ein Anlass sein, Kriterien dafür zu entwickeln, wer im Jahr 20 nach der Wende mitspielen darf auf der großen politischen Bühne und wer nicht. Es ist den Menschen im Osten Deutschlands nämlich nicht länger zu vermitteln, dass sie so oft wählen können wie sie wollen, aber nie und nimmer berechtigt sein werden, an der Riesenmaschine Demokratie entscheidende Räder zu bewegen - so lange sie falsch wählen, also links.
Kein Alleinvertretungsanspruch für den Westen
Die politischen Eliten der alten Bundesrepublik und die Traditionsparteien des Westens behaupten einen Alleinvertretungsanspruch, den sie nicht haben. Der Osten wählt rot, trotz aller Beschimpfungen, das ist eine Frage der Identität. Die jüngsten Wahlen zeigen auch, dass die ideologische Ausgrenzung der Linkspartei sie stärkt.
Sie profitiert enorm von ihrer Pariarolle, weil sie zum Lebensgefühl der vielen passt, die mit dem Rücken zu diesem Staatswesen leben und sich im politischen Abseits einrichten. Wer das nicht will, kann die Linke ruhig auf die große Bühne lassen und ihr anbieten, eine überzeugende Performance zu zeigen. Dann dürfte sich zeigen, dass sie die Rolle noch nicht beherrscht.
Statisten aber müssen alle bleiben, die für die Stasi gepitzelt haben ohne sich kritisch damit zu befassen. Von ihnen gibt es viele in der Brandenburger Linken. Rot-Rot bietet die Chance, den Stasi-Check für Staatsdiener nachzuholen, den Brandenburg gemieden hat. Das wäre ein längst überfälliger Akt.
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(SZ vom 14.10.2009/hey)
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Vielen Dank fuer Ihre E-Mail,ich habe mich richtig gefreud darueber. Sie sagten mein lieber Freund,dass kommt nicht alle Tage vor. Der Sekt den SIE als Plore bezeichnet haben,ist der Sekt der Sieger in der Formel 1. Was fuer den Herrn Honecker und Gefolge Gut war, ist gut genug fuer mich,auch das die Leserbriefe von mir ,ihnen nicht immer gefallen und ich sie auch noch Ueberbewerten wuerde,stoerrt mich ueberhaupt nicht,da stehe ich drueber 2,03 m. Bitte denken sie daran,etwas mehr Humor,falls sie wissen was das ist wuerde ihren Beitraegen gut tun und immer daran denken,Fenster auf und frische Luft in den Shop lassen,dass hilft. Auch koennte ich Sie zu einer Motorradfahrt einladen,das blaesst die Birne frei.
Platzek hat die Chance, mit seiner Mannschaft zu beweisen, dass sie nicht nur über neue Ufer reden, sondern sich auch ins kalte Wasser trauen und ablegen.
Die sollte man ihnen lassen und dann brauchen wir keine medialen Fähigkeiten, um die Politik zu beurteilen.
"An den Früchten werdet ihr sie erkennen" - steht schon in der Bibel und das nicht umsonst.
Die Streit um Mutmassungen, Unterstellungen und Interpretationen verrät eher die Streitenden, als er irgend etwas zur Klärung der Tatsachen beiträgt.
Da nützen auch "starke Worte" vielleicht dem EGO des Schreibers, solange ihm egal ist, was andere darüber denken.
...diese heu.ch.lerische Doppelmoral
"Statisten aber müssen alle bleiben, die für die Stasi gepitzelt haben ohne sich kritisch damit zu befassen. "
Was ist denn mit Herrn Tillich von der CDU in Sachsen?
Was ist mir seiner STASI-Vergangenheit?
Spielt er eine Statistenrolle?
Oder spielt er sogar den MP?
Hat er seine Vergangenheit schon kritisch aufgearbeitet? Ich habe noch nichts gehört
Nothing, null, nada!
Frau Bullion - vielleicht trinken Sie lieber mal einen selbigen, anstatt uns hier über die automatisch-die-Weste-weiß-waschende-christlich-demokratische-Lehre zu informieren
Die Menschen in Brandenburg haben seit Kriegsende 60 Jahre lang Linke gewählt. Und davon 40 Jahre lang Linke pur gehabt.
Wahnsinn, was sie in dieser Zeit alles bewegt haben.
Liebe Frau von Boullion, Sie vergessen, daß diejenigen, die ursprünglich etwas bewegen wollten, längst die Flucht ergriffen haben und die alten SED-Köpfe zurückgelassen haben.
Nämlich genau diejenigen, die noch nie etwas bewegt haben.
Wir sind nicht per du, kleiner Kraftwerker.
Paging