Unions-Fraktionschef Kauder hat vier türkische Migrantenverbände für ihren geplanten Boykott des Integrationsgipfels kritisiert: Es sei "erstaunlich", wie schnell manche Funktionäre von Diskriminierung sprächen, erklärte er. Auch die Integrationsbeauftragte des Bundes findet deutliche Worte.
Die türkischen Migrantenverbände in Deutschland stehen wegen ihres Boykotts des Integrationsgipfels vor allem bei den Christdemokraten in der Kritik. Es sei "erstaunlich, wie schnell manche Funktionäre das Wort der Diskriminierung im Munde führten", schrieb Unionsfraktionschef Volker Kauder in einem Beitrag für die Frankfurter Rundschau.
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Kauder wettert gegen den Boykott des Integrationsgipfels durch die türkischen Verbände (© Foto: dpa)
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Kauder forderte die Migranten auf, "die Probleme selbst in die Hand zu nehmen, statt auf staatliche Hilfen zu warten". Alle Hilfe etwa durch Sprachförderung nütze nichts, wenn die Kinder "nicht erleben, dass zu Hause deutsche Bücher im Regal stehen oder wenn nur ausländische Fernsehkanäle Zugang zum heimischen Wohnzimmer" fänden.
Auch die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, zeigte sich enttäuscht, weil die Verbände voraussichtlich nicht an dem Integrationsgipfel bei Kanzlerin Angela Merkel teilnehmen werden. Sie warf den Verbänden vor, Ängste zu schüren.
Ferner erklärte die Integrationsbeauftragte: "Wenn man sagt, dass der Erwerb der deutschen Sprache so nicht zumutbar ist, dann ist das etwas, was nicht die Integration befördert." Sie hoffe, dass alle Eingeladenen zu dem Treffen kommen würden: "Wer die Türen zuschlägt, der löst keine Probleme." Sie schlug ein Vorgespräch vor dem Gipfel vor, um die Unstimmigkeiten zu lösen. Daran würde neben den zuständigen Ministern auch Merkel teilnehmen.
Der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung sagte die Integrationsbeauftragte: "Der Traum von Multikulti ist gescheitert." Das Nebeneinander habe nicht zu einem Miteinander geführt. In vielen Städten gebe es Parallelwelten und Tendenzen zu Gettoisierung.
Vier große Verbände der in Deutschland lebenden Türken hatten am späten Dienstagabend angekündigt, nicht zu dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Kanzleramt zu kommen. "Die vier Organisationen werden nicht teilnehmen", sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat.
Zuvor hatten die Verbände ihre Teilnahme an dem Treffen von Änderungen am Zuwanderungsgesetz abhängig gemacht. Diese Forderung hatte ein Regierungssprecher zurückgewiesen.
Die türkischen Verbände empfinden das Zuwanderungsgesetz als diskriminierend. Es schreibe eine Ungleichbehandlung von Einwanderern fest, indem es etwa beim Nachzug von Ehepartnern für einige Nationalitäten einen Nachweis von Deutschkenntnissen vorsehe, für andere dagegen nicht.
Eingeladen zum Integrationsgipfel sind mehrere Verbände und Einzelpersonen. Beim zweiten Gipfel dieser Art will Merkel einen Nationalen Integrationsplan vorstellen, der unter Beteiligung von Migrantenverbänden ausgearbeitet worden war.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(Reuters/AFP)
Protest gegen dritte Startbahn
Da schreibt ein mutige, sympatische Frau, die realisiert hat was viele Türken noch vor sich haben:
Die erfolgreiche Integration ins Gastland und eine aktive Teilnahme am politischen Geschehen.
Wilkommen in Deutschland Necla Kelic und ähnlich denkende.
Die Fundamentalisten Asiens können bleiben wo sie sind.
In der Fernehsendung von Maybrit Illner vom 13.7.2007 hat Innenminister Schäuble einige erklärende Worte zu dem neuen Zuwanderungsgesetz gesagt. Demnach scheint keine Diskriminierung vorzuliegen. Es wird nämlich - kompatibel mit dem EU - Recht - unterschieden, ob es bei dem Herkunftsland der Migranten zusätzlich darauf anzukommen, ob die Länder mit normalem Personalausweis oder mit einem Visum bereist werden können. Daraus ergibt sich eine neue Sicht der Dinge. Allerdings würde auch darauf hingewiesen, dass man in den Medien div. Sachverhalte völlig falsch - zumindest sehr vereinfacht -dargestellt hat.
übrigens ist es ja den Verbänden freigestellt, dass neue Gesetz vom BVG überprüfen zu lassen. Im übrigen wiederhole ich meine Einschätzung, dass es anmaßend von irgendwelchen Verbänden ist, eine demokratisch legitimierte Regierung zu boykottieren.
Egal ob und wie man zu einer Regierung steht, es gibt einen bestimmten Verhaltenscodex, der einzuhalten ist !
Nun, da bin ich nach zehn Jahren im AuslR und StaatsAngR tätiger Beamter (unter anderem untere Ausländerbehörde und Richter am VG) wohl völlig ahnungslos. Ich denke, ich kann mir sehr deutlich ein Bild machen. Ich habe mehr als einmal EinbürgerungsbewerberInnen mit türkischem Migrationshintergrund vor mir sitzen gehabt, die nicht im Stande waren, ohne fremde übersetzungshilfe ihren Einbürgerungsantrag zu stellen.
Nach meiner Erfahrung setzt Integration den Willen dazu voraus. Zum Beispiel habe ich keine Probleme mit Asiaten gehabt, weil bei denen Bildung einen eigenen Stellenwert hat. Obwohl die Rahmenbedingungen keine anderen waren, waren zum Beispiel Flüchtlinge aus Vietnam nie ein großes Problem.
Und es liegt nicht am Schulsystem, wenn im Elternhaus kein Deutsch gesprochen wird und Kinder nahezu ohne Deutschkenntnisse beschult werden sollen.
Es ist doch auch erstaunlich, dass Migrantinnen die so heftig attackierten Regelungen begrüßen.
Die Reaktionen der türkischen Presse gibt dem deutschen Gesetzgeber mehr als Recht.
Um diese Situation absolut objektiv zu betrachten, schein mir dieser Verweis sehr angebracht zu sein.
"Dass man beim Ehegatten-Nachzug Grundkenntnisse der deutschen Sprache erwartet, ist richtig", befand Laschet. Bei der amerikanischen Ehefrau oder dem Neuseeländer, die man anwerben wolle, handele es sich um etwas anders gelagerte Fälle. "Es ist kein Anti-Türken-Gesetz", betonte Laschet, "wenn ein Deutscher eine Thailänderin heiratet, wird in Zukunft auch erwartet, dass sie Deutsch spricht."
Von Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Armin Laschet
abrufbar unter
http://www.handwerkermarkt.de/nachrichten/blitzlicht/meldung-meinung/laschet-zuwanderungsgesetz-ist-kein-anti-turken-gesetz
DIe japanischen Nachzügler brauchen auch keine Deutschkenntnisse mitbringen.
Wenn ein Zuwanderungsgesetz in Kraft treten soll bzw. schon ist, dann muss diese Regelung für alle Zuwanderer gelten.
Zunächst muss ich zugeben, dass die türkischen Verbände sich nicht angemessen ausgedrückt haben.
Jedoch sind die Sorgen der Verbände nachzuvollziehen, denn seltsamerweise müssen die türkischen Ehefrauen/Ehemänner aus der Türkei Deutschkenntnisse nachweisen. Aber warum müssen es nicht die Migranten aus den anderen Ländern?
Fazit ist, dass die türkischen Verbände zum Treffen erschienen wären, wenn dieses Gesetz eine Balance hätte. Denn anderen Nationaliitäten werden nicht die gleichen Bedingungen gestellt wie den türkischen Migranten.
Ich bin mir sicher, dass jede/r einzelne/r diese Problematik sieht und versteht.
Zumindest empfehle ich jeden einzelne das neue Integrationsgesetz zu lesen.
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Subjektiv freut es mcih sehr, dass die Regierung endlich ernste Schritte versucht zu unternehmen. Es würde mich positv aufmuntern, wenn die Majorität der Migranten Ihre Deutschkenntnisse manifestieren würden.
Ob wir nun Juden, Moslem, Christen u.v.m sind, ist völlig uninterressant. Letztendlich geht es hier um Menschen!
Paging