Triumph für die Sozialisten bei den Wahlen in Bolivien: Präsident Morales bleibt Präsident. Auch für seine Partei wird es wohl eine klare Mehrheit im Parlament geben.
Der bolivianische Präsident Evo Morales ist mit großer Mehrheit wiedergewählt worden. Der linksgerichtete Politiker erhielt nach einem vorläufigen, inoffiziellen Ergebnis 63 Prozent der Stimmen. Bei der gleichzeitigen Parlamentswahl am Sonntag sicherte sich die sozialistische Regierungspartei eine klare Mehrheit.
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Anhänger von Boliviens Präsidenten Evo Morales ziehen jubelnd durch die Straßen. (© Foto: AFP)
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Morales rief von einem Balkon des Präsidentenpalastes aus alle Bolivianer auf, sich hinter ihn zu stellen. "Der Triumph in Bolivien ist nicht nur für die Bolivianer", fügte er hinzu. "Er ist den antiimperialistischen Regierungen und Völkern gewidmet." Anhänger des Präsidenten feierten den Wahlsieg auf den Straßen der Hauptstadt La Paz mit den Landesfahnen und "Evo"-Sprechchören.
Auf den zweiten Platz der Präsidentenwahl kam der konservative ehemalige Gouverneur Manfred Reyes mit 27 Prozent, der nur im wohlhabenden Osten des Landes, in der Region von Santa Cruz erfolgreich war. Reyes räumte seine Niederlage ein. Auf sechs Prozent der Stimmen kam der Unternehmer Samuel Doria Medina von der Nationalen Union.
Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus erreichte die Partei des Präsidenten, die Bewegung zum Sozialismus (Movimiento al Socialismo) die absolute Mehrheit der 130 Mandate. Im Senat mit seinen 36 Sitzen kam die Partei nach vorläufigen Ergebnissen vermutlich auf eine Zweidrittelmehrheit.
Morales gehört dem Volk der Aymara an, er ist der erste indianische Präsident in der Geschichte Boliviens. Grundlage für die Wahl war eine neue Verfassung, die in einem Referendum im Januar diesen Jahres gebilligt wurde und die Morales eine zweite Amtszeit ermöglicht.
Außerdem wurden den 36 indianischen Völkern von Bolivien weitgehende Selbstbestimmungsrechte garantiert. In zwölf von mehr als 330 Gemeinden fanden am Sonntag Abstimmungen über die Einführung einer traditionellen indianischen Selbstverwaltung statt.
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(sueddeutsche.de/AP/Reuters/aho/gal)
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