Boliviens Präsident Morales will die Autonomie seines Landes verteidigen - und verbietet deshalb der US-Anti-Drogenbehörde, weiter in Bolivien zu arbeiten.

Die amerikanische Anti-Drogenbehörde DEA darf in Bolivien nicht mehr arbeiten. Der linksgerichtete Präsident Evo Morales sagte am Samstag bei einem Besuch in Chimoré im Departement Cochabamba, einem Anbaugebiet von Kokablättern, dies sei eine "persönliche Entscheidung".

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Will keine US-Drogenbekämpfer in seinem Land: Boliviens Präsident Morales. (© Foto: Reuters)

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Es müsse die Souveränität Boliviens verteidigt werden. Morales beschuldigte die US-Drogenbekämpfungsbehörde, die konservative Opposition finanziell zu unterstützen. Außerdem betreibe die DEA laut bolivianischen Geheimdienstberichten "politische Spionage".

Regierungsmitglieder erklärten, die Aufkündigung der Zusammenarbeit bedeute aber nicht die Ausweisung der DEA-Beamten aus dem südamerikanischen Land. Morales betonte, Bolivien habe zwischen Januar und Oktober rund 5000 Hektar illegale Kokapflanzungen gerodet.

DEA-Sprecher Garrison Courtney wies die Anschuldigungen von Morales zurück und betonte, seine Agenten hätten ein ausgezeichnetes Verhältnis zu ihren bolivianischen Kollegen. Die DEA habe bisher noch keine offizielle Mitteilung über die angekündigte Maßnahme erhalten.

Die DEA habe in Bolivien nur Berater, die mit den örtlichen Behörden zusammenarbeiteten.

Erst im September hatte Morales den US-Botschafter Philip Goldberg wegen seiner Kontakte zur Opposition in mehreren an Bodenschätzen reichen Departements, die die Unabhängigkeit von der Zentralregierung anstreben, zur unerwünschten Person erklärt. Im Oktober untersagte die bolivianische Regierung die Luftüberwachung von Kokaanbaugebieten durch DEA-Flugzeuge. Die USA werfen Bolivien vor, nicht genug gegen die Rauschgiftproduktion zu unternehmen.

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(dpa/woja/jkr)