Terror in Nigeria Boko Haram verschleppt 30 Jugendliche

Der Terror der Boko-Haram-Miliz ist ein wichtiger Punkt auf der Gesprächsagenda der europäischen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Laurent Fabius bei ihrem Kurzbesuch in Nigeria. Hier mit Florence Ozor, Vertreterin der Initiative "Bring Back Our Girls".

(Foto: dpa)
  • Islamistische Terrorgruppe tötet in Nigeria 17 Menschen
  • 30 Jugendliche werden bei Angriffen auf Dörfer entführt
  • Außenminister Steinmeier und Amtskollege Fabius auf Kurzbesuch in Abuja

Verschleppte Jugendliche nach Boko-Haram-Angriff

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat im Nordosten Nigerias bei mehreren Angriffen mindestens 17 Menschen getötet und 30 Jugendliche entführt. Die Extremisten hätten ungeachtet einer mit der Regierung vereinbarten Waffenruhe seit vergangenem Mittwoch erneut Dörfer im Bundesstaat Borno angegriffen und geplündert, berichtete die Zeitung Premium Times. "Wir haben Berichte über zahlreiche Angriffe nahe des Ortes Mafa erhalten, bei denen die Boko Haram junge Mädchen und Jungen verschleppt hat", zitierte die Zeitung einen Sicherheitsbeamten. Anschließend hätten die Extremisten unter anderem 300 Kühe und Lebensmittel gestohlen, sagten Anwohner.

Die Überfälle der Islamisten brechen die zuvor ausgehandelte Waffenruhe

Präsident Goodluck Jonathan hatte zuvor erklärt, mit der Gruppe am 17. Oktober eine Waffenruhe ausgehandelt zu haben. Bei den Gesprächen soll es vor allem um die Freilassung von mehr als 200 Schülerinnen gehen, die vor sechs Monaten aus einem Schlafsaal im Ort Chibok entführt worden waren. Trotz intensiver Suche auch mit internationaler Hilfe konnten die Mädchen bislang nicht befreit werden. Erst vergangene Woche war es zu erneuten Entführungen und Terrorakten der Extremisten-Miliz gekommen.

Bei Angriffen der Boko Haram sind allein in diesem Jahr mehr als 3000 Menschen getötet worden. Die Islamisten wollen im Norden Nigerias einen Gottesstaat auf Grundlage der Scharia einrichten.

Die Lage in Nigeria beschäftigt auch europäische Außenminister

Die problematische Sicherheitslage in dem westafrikanischen Land ist eine der Gründe für die Reise des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier (SPD) und seines französischen Amtskollegen Laurent Fabius nach Nigeria. Beide sind zu einem Kurzbesuch in der Hauptstadt Abuja eingetroffen, wo sie am Montag zahlreiche politische Gespräche führen wollen. Neben dem Terror der islamistischen Organisation Boko Haram, der das Land seit Jahren erschüttert, soll es auch um die Ebola-Epidemie gehen. "Nigeria verdient unsere volle Unterstützung im Kampf gegen den brutalen, menschenverachtenden Terror von Boko Haram", sagte Steinmeier am Sonntag vor seinem Abflug in Berlin. Der islamistische Terror in der Region - auch jenseits der Grenzen Nigerias - erfordere ein entschlossenes, koordiniertes Vorgehen.

Geplant sind unter anderem Treffen mit Nigerias Präsident Goodluck Jonathan und Außenminister Aminu Wali. Nigeria ist der bevölkerungsreichste und wirtschaftsstärkste Staat Afrikas.