Boko-Haram-Terror in Nigeria "Allah wird euch das niemals erlauben"

In einer Videobotschaft warnt Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau vor Wahlen in Nigeria.

(Foto: AFP)
  • Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau bekräftigt, die Wahlen in Nigeria verhindern zu wollen. "Diese Wahl wird nicht stattfinden, auch wenn wir tot sind", sagt er einem Video, das im Internet veröffentlicht wurde.
  • Wegen der Terrorgefahr, die von der Islamistenmiliz ausgeht, sind die Wahlen bereits vom 14. Februar auf den 28. März verschoben worden.
  • Bei mehreren Selbstmordattentaten im Nordosten Nigerias starben mindestens 38 Menschen.

Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau will Wahlen in Nigeria verhindern

Der Anführer der Islamistengruppe Boko Haram hat seine Absicht bekräftigt, die Wahlen in Nigeria Ende März zu verhindern. "Diese Wahl wird nicht stattfinden, auch wenn wir tot sind", sagte Abubakar Shekau in einem neuen Video der Extremistengruppe, das am Dienstag im Internet veröffentlicht wurde. "Allah wird euch niemals erlauben, dies zu tun", sagte Shekau mit Blick auf die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, die am 28. März stattfinden sollen.

Boko Haram veröffentlichte das Video erstmals über den Internetdienst Twitter und ändert damit die Art der Kommunikation. Zuvor hatte die Gruppe ihre Aufnahmen den Medien häufig auf DVD zugespielt.

Die Wahlen in Nigeria hatten bereits am 14. Februar stattfinden sollen, sie wurden wegen Sicherheitsbedenken von den Behörden schließlich um sechs Wochen verschoben. Boko Haram hatte seine Angriffe in Nigeria und den Nachbarländern zuletzt verstärkt, was als Versuch gewertet wurde, die Wahlen zu verhindern. Die Gruppe strebt einen islamischen Gottesstaat in Nigeria an.

Der Terrorfeldzug von Boko Haram

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Mehrere Menschen bei Selbstmordanschlägen getötet

Bei Anschlägen im Nordosten Nigerias haben Selbstmordattentäter am Dienstag mindestens 38 Menschen mit in den Tod gerissen. Bei der ersten Attacke sprengten sich drei Extremisten an einem Kontrollposten vor der Stadt Biu in die Luft und töteten 36 Menschen, wie Ärzte mitteilten. Die meisten Opfer waren demnach Kinder, die dort verkauften, sowie Bettler. 20 Menschen wurden verletzt.

Der Mitarbeiter einer Bürgerwehr gegen die Islamistengruppe Boko Haram sagte, die Attentäter seien mit zwei motorisierten Rikschas zum Kontrollpunkt gefahren, hätten zunächst das Feuer eröffnet und dann die Sprengsätze gezündet.

Boko Haram hatte schon mehrfach versucht, die größte Stadt im Süden des Bundesstaates Borno einzunehmen, war aber immer von Bürgerwehren und Regierungstruppen zurückgedrängt worden.

Bei einem zweiten Anschlag in Potiskum, der Wirtschaftsmetropole im Nachbarbundesstaat Yobe, sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem Restaurant in die Luft. Außer ihm starben der Restaurantleiter sowie ein Kellner, wie aus Polizei- und Krankenhauskreisen verlautete. 13 weitere Menschen wurden verletzt.

In dem in Südnigeria gelegenen Staat Rivers überfielen Unbekannte die Wahlkampfveranstaltung eines Oppositionspolitikers. Eine Explosion und Schüsse waren zu hören, Hunderte Menschen ergriffen die Flucht, wie Augenzeugen und Fernsehsender berichteten. Ein Polizist wurde getötet und vier weitere verletzt. Ein Journalist, der über die Ereignisse berichtete, wurde niedergestochen.