Bodo Ramelow dringt auf Änderungen im Programmentwurf und sieht die Pläne zur Verstaatlichung im Einklang mit Grundgesetz und Bibel.
Bodo Ramelow, Jahrgang 1956, ist Vorsitzender der Linken-Fraktion im Thüringer Landtag und somit Oppositionsführer. Ramelow, der Mitglied im Vorstand der Linken ist, zählt zum realpolitischen Flügel seiner Partei.
Bodo Ramelow ist Vorsitzender der Linken-Fraktion im Thüringer Landtag. (© Foto: ddp)
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sueddeutsche.de: Herr Ramelow, der Entwurf des Linken-Parteiprogramms liegt vor uns auf dem Tisch. Sie sind nicht zufrieden mit dem Papier?
Bodo Ramelow: Ich bin froh, dass der Entwurf nun vorliegt. Und ich bin froh um alle Widersprüche, die zu einer Kontroverse führen.
sueddeutsche.de: Das klingt nicht gerade euphorisch.
Ramelow: In dem Text finden sich Passagen, die ich so nie geschrieben hätte. Wenn wir beispielsweise von der Pressefreiheit reden, dann bedeutet das für mich: Redaktionsstatute.
sueddeutsche.de: Dieser Ausdruck findet sich nicht im Entwurf, stattdessen der Terminus: "Demokratisch kontrollierte Medien".
Ramelow: Nach meinem Dafürhalten ist damit die Stärkung innerer Pressefreiheit gemeint. Nicht der Konzern soll über Inhalte entscheiden, sondern seine Journalisten als Träger der vierten Gewalt, so meint es auch das Grundgesetz. Uns geht es um Freiheit, nicht um Zensur.
sueddeutsche.de: Warum schreibt Ihre Partei das nicht genauso, sondern etwas von Medienkontrolle?
Ramelow: Mir ist die Problematik bewusst, das ist holperig und anders lesbar. Die Linke darf nie in den Ruch kommen, die Pressefreiheit zu beschneiden. Deshalb ist eine Debatte über solche Textstellen nun notwendig.
sueddeutsche.de: Sehen Sie auch Änderungsbedarf beim Thema Verstaatlichung von Banken?
Ramelow: Sicher, auch hier muss man diskutieren und präzisieren. Aber der Handlungsbedarf ist doch offenkundig und zeigt sich auch dieser Tage wieder: Die hiesigen Banken haben sich unter den staatlichen Schutzschirm - 470 Milliarden Steuergeld - gestellt. Und nun zocken dieselben Geldhäuser gegen Griechenland. Das ist eine nationale Schande. Da ist zuvor ein Generalfehler gemacht worden.
sueddeutsche.de: Der da wäre?
Ramelow: Der Staat hätte die Hilfe an Bedingungen knüpfen müssen. Man hätte das vorgestreckte Steuergeld an Eigentumsrechte binden müssen, Geld gegen Eigentum. Die Schweden haben das so gemacht. Das hat nichts mit Zwangsverstaatlichung zu tun.
sueddeutsche.de: Über die entsprechenden Einlassungen im Programmentwurf dürften vor allem die Betonköpfe und DDR-Nostalgiker in Ihrer Partei frohlocken.
Ramelow: Einspruch! Hier geht es nicht um volkseigene Banken. Hier geht es darum, dass wir unvorstellbar viel Steuergeld in den Bankensektor pumpen, und null Einfluss darauf haben, was damit passiert. Die Banken denken nämlich nicht daran, in Krisenzeiten ebenso solidarisch zu handeln. Es geht schlichtweg um Eigentumserwerb.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Prognose Ramelow zur anstehenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen abgibt und was er zu Hardlinern in der Linken zu sagen hat.
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Zitat: "Haben Sie den eine wirkliche Wahl? Steht doch in der SÜDDEUTSCHEN, FAZ, WELT, und SPIEGEL, überall das Gleiche drin."
Natürlich habe ich eine Wahl, oder wollen Sie im Ernst behaupten, dass es nur die von Ihnen genannten Zeitungen gibt ?Ich habe keineswegs den Eindruck, dass immer in allen Zeitungen das Gleiche steht (wobei ich natürlich zugeben muss, dass ich nicht jeden Tag 10 verschiedenen Zeitungen/Zeitschriften lese - wer kann das schon, außer er ist Pressereferent ?
Nebenbei: Ich kann mir recht vorstellen, wie eine "demokratisierte" Medienlandschaft praktisch aussehen soll ? Wollen Sie die Aktien des Springerkonzerns an die Mitarbeiter verteilen ? O.K., trotzdem werden Sie es nicht schaffen, über jeden Artikel oder Kommentar erst mal ein demokratische Abstimmung unter allen Mitarbeitern zu veranstalten. "Medienkonzerne demokratisieren" schreibt sich leicht hin, aber wie das praktisch gehen soll, konnte mir noch keiner vernüftig erklären.
Hier geht es ja noch schlimmer zu als bei der "WELT"!
Mein erster Kommentar ist einfach verschwunden....
Ja ja, die vierte Gewalt im Staate greift hart durch!
Nun müssen sie sich ja nicht davor fürchten, dass DIE LINKE alsbald über die Macht verfügt, mit 2/3 Mehrheit das Grundgesetz zu ändern, um die Pressefreiheit zu beschneiden!
Auch mit einem Putsch der Linken ist nicht zu rechnen, dass kann ich Ihnen versichern.
Es kann aber auch sein, dass sie sich das wünschen, ich kann das nicht wissen!
Aber mal eine andere Frage? Haben Sie den eine wirkliche Wahl? Steht doch in der SÜDDEUTSCHEN, FAZ, WELT, und SPIEGEL, überall das Gleiche drin.
Im von Medienmonopolen aufgeteilten Markt kann ich keine Meinungsvielfalt erkennen.
Auch deshalb weil Leute wie Sie das gar nicht wollen und brauchen.
Auch der in diesen Fällen hilflose Hinweis auf die Öffentliche Rechtlichen Sender hinkt, bilden die doch ein eigenes Monopol. Wo die Verleger das Sprachrohr des Kapitals sind, sind die Ö.R.S. die des Staates und zwar trotz angeblicher Staatsferne dieser Anstalten. Dazu kommt, dass viele meinungsbildende Sendungen in Ö.R.S. von Medienunternehmen produziert werden, wie zB. die Anne Will-Show, und sich dann der Kreis der Meinungsmache schließt!
Wohin es führt, wenn man Medienkonzerne-, ja wie im Programmentwurf mehr als nur angedeutet wird- möglichst Vieles "demokratisiert" und "vergesellschaftet" wird, dass hat man ja im Osten Deutschlands von 1949 bis 1989 beobachten können.
Nein danke !!!
Lieber 10 private Medien, die von extrem links bis rechts alles veröffentlichen können und wir dann auswählen, was wir lesen wollen, als das wieder so "Superdemokraten", wie sich alle Sozialisten gerne nennen, entscheiden, was wir lesen dürfen.
Nochmals: NEIN DANKE !!!!
Bodo Ramelow ist ein Schmalspur-Sozialdemokrat, der echte LINKE wie Wagenknecht lieber heute loswerden möchte -Da sind im die Sympathien der Interviewer sicher, und deshalb ist der Seitenhieb im Interview als Einschleimversuch zu werten.
Wenn ich lese, wie er vom Markenkern redet, kommt mir als Parteimitglied das Würgen!
Aber so sind diese Typen von Forum demokratische Sozialisten halt -unsere Seeheimer, wie ich sie auch gerne nenne, für die sind unsere Forderungen nur Werbetexte, PR!
Unser Programmentwurf scheint Bodo Ramelow fast peinlich zu sein, mir nicht!
Wenn es in dem Entwurf drum geht die großen Medienkonzerne zu demokratisieren, dann deshalb, weil sie ihre Macht im Sinne ihrer Verleger und der Großanzeigenkunden missbrauchen.
Die vierte Gewalt ist eine Schimäre, sie trägt dazu bei die Demokratie zu lenken, ja sie zu transformieren!
Lafontaine hat das im Wahlkampf ganz gut formuliert, Ramelow tut so als würden Journalisten in den großen Medienkonzernen die Inhalte und die Ausrichtung bestimmen, damit spielt er den Ball in das Feld der Journalisten, die gerne selber an ihre Lebenslügen glauben wollen.
Vielleicht sollte er mal das Buch Meinungsmache von Albrecht Müller lesen, damit er dann irgend wann sich so anhört wie ein Linker. Ist besser für die Tarnung!
Paging