Bobby Jindal ist einer der Hoffnungsträger der Republikaner. Gelingt es ihm, die Hilfe nach dem Hurrikan tatkräftig zu organisieren, werden ihm viele Türen auf dem Weg nach oben offenstehen.
Von vielen wird er als republikanische Antwort auf Barack Obama gefeiert. Und manche sahen den Sohn indischer Einwanderer bereits auf dem Weg nach Washington. Tatsächlich hat John McCain offenbar mit dem Gedanken geflirtet, Bobby Jindal als Vizepräsidentschaftskandidaten an seine Seite zu holen. Nun hat er sich anders entschieden, doch die Spekulationen haben Jindal alles andere als geschadet. Der jugendlich wirkende, stockkonservative Gouverneur von Louisiana ist einer der bekanntesten republikanischen Nachwuchspolitiker in den USA.
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Gilt als republikanische Antwort auf Barack Obama: Bobby Jindal, der mit 37 schon Gouverneur von Louisiana ist. (© Foto: AFP)
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Er steht vor der Herausforderung seines Lebens. Der Wirbelsturm Gustav dürfte über seine politische Zukunft entscheiden: Gelingt es Jindal, die Hilfe nach dem Hurrikan tatkräftig zu organisieren, werden ihm viele Türen auf dem Weg nach oben offenstehen. Seine demokratische Vorgängerin Kathleen Blanco war mit dem Krisenmanagement während Katrina restlos überfordert. Bei Jindal sieht es nicht danach aus.
Jindals Eltern waren erst kurz vor seiner Geburt in der Hauptstadt von Louisiana, Baton Rouge, in den USA eingetroffen. Geboren wurde der heute 37-Jährige als Piyush Jindal. Den Vornamen Bobby gab er sich offenbar selbst, nach dem jüngsten Helden in der beliebten amerikanischen Kinderserie "Brady Bunch" (Drei Jungs und drei Mädchen): "Die Serie lief gerade in Wiederholung, und der Junge stand mir vom Alter her am nächsten", erzählt er.
Im College konvertierte Jindal vom Hinduismus zum katholischen Glauben. Auch seine ebenfalls indischstämmige Frau ließ sich taufen. Sie haben drei Kinder. Nach der High School besuchte Jindal die Elitehochschule Brown University in Rhode Island und ging wie einst Bill Clinton als Rhodes-Stipendiat nach Oxford. Die Beratungsfirma McKinsey gab ihm einen Job, doch er entschied sich für die Politik.
Sein Aufstieg war steil. Mit 25 wurde er Gesundheitsminister von Louisiana. 2001 holte ihn Präsident George W. Bush ins Gesundheitsministerium nach Washington. Zwar scheiterte sein erster Anlauf auf den Gouverneursposten 2003. Aber schon ein Jahr später gelang ihm der Sprung ins Repräsentantenhaus. Welch großer Beliebtheit der junge Politiker sich erfreute, bewies seine Wiederwahl im Jahr 2006, als er 88 Prozent der Stimmen erhielt. Im Jahr darauf wurde er im zweiten Anlauf Gouverneur.
In Wertefragen steht Jindal den konservativsten Teilen seiner Partei nahe. Er ist ohne Wenn und Aber für ein Abtreibungsverbot und gegen Stammzellenforschung. Erst vor wenigen Wochen unterzeichnete er ein Gesetz zur sogenannten chemischen Kastration, der medikamentösen Zwangsbehandlung von Sexualstraftätern.
Empört äußerte er sich über die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, Louisiana die Hinrichtung von Kinderschändern zu verbieten. Er unterstützt die Bemühungen christlicher Fundamentalisten, welche die Evolutionslehre als Irrlehre aus dem Biologieunterricht verbannen wollen. "Ich bin konservativ, daran gibt es keinen Zweifel", sagte er der New York Times. Das Bekenntnis dürfte ihm in seiner Partei nicht schaden.
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(SZ vom 02.09.2008/bosw)
Obama zeichnet Bob Dylan aus