Im Untersuchungsausschuss geht es um mehr als die Arbeit der beiden BND-Mitarbeiter im Irak. Es geht um die Deutungshoheit über das deutsche Nein zum Irak-Krieg.
Es geht um viel mehr als um Tagespolitik. Es geht um die Deutungshoheit über das deutsche Nein zum Irak-Krieg. Es geht um den historischen Rang dieses Neins, um dessen geschichtliche Bedeutung. Es geht darum, wie man sich künftig an dieses Nein erinnern wird, an das Nein der Deutschen, an das Non der Franzosen, an ein Nein, das heute im Bewusstsein von Millionen Menschen fortlebt als eine europäische Unabhängigkeitserklärung von den USA.
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Frank-Walter Steinmeier (© Foto: dpa)
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Die frühere rot-grüne Bundesregierung hat ein Interesse an der Reinheit des Neins, weil dieses reine Nein ihr einen besonderen Rang in der deutschen Geschichte sichern soll. Die USA wiederum haben ein Interesse daran, das Ansehen dieses Neins abzuwerten, weil damit erstens die Neinsager diskreditiert werden können und zweitens die mit dem Nein verbundene Freude der Europäer über eine neue Selbständigkeit Europas kaputtgemacht werden kann.
Der BND-Untersuchungsausschuss ist also Teil eines Psycho-Kampfes unter kräftiger Beteiligung hochrangiger US-Generäle. Diese Generäle wollen den Eindruck erwecken, die deutschen Geheimdienstler seien die stillen Helden des Irak-Kriegs gewesen. Kanzler Schröder, sein damaliger Kanzleramtsminister Steinmeier und der Außenminister Fischer hätten sich mit den kriegsentscheidenden Hand- und Spanndiensten den verärgerten US-Präsidenten Bush wieder gewogen machen wollen.
Die BND-Agenten seien die wahren Helden des Irak-Kriegs gewesen. Das ist schon deshalb ein ziemlicher Humbug, weil man von der Gewogenheit des US-Präsidenten Bush nun wirklich nichts gemerkt hat. Eine deutsche Politik, die das Wort "Doppelspiel" verdienen würde, hat es nicht gegeben. Aus dem deutschen Nein wird auch nach den Recherchen des BND-Untersuchungsausschusses kein Ja, es wird auch kein Jein daraus.
Es ist und bleibt ein Faktum, dass Kanzler Schröder im Gegensatz zum Briten Blair und dem Italiener Berlusconi keine deutschen Soldaten in den Irak-Krieg geschickt hat. Daran ändern auch zwanzig weitere Meldungen über angebliche kriegslogistische Glanzleistungen deutscher Geheimdienstler in Bagdad nichts.
Gleichwohl gilt: Ganz so unbedeutend, wie Steinmeier und Co das jetzt darstellen wollen, war die Kooperation zwischen den deutschen und den amerikanischen Geheimdiensten im Irak nicht. Die Regierung hat diese Kooperation wohl nicht offensiv betrieben, aber offenbar stillschweigend gebilligt, um die Verwerfungen zwischen Deutschland und den USA nicht noch zu steigern.
Es hat eben zwei Seiten der deutschen Politik gegeben: Die offizielle, saubere Seite, die den Bush-Krieg und die Beteiligung daran entschieden abgelehnt und damit einen Bundestagswahlkampf gewonnen hat. Und es gab die inoffizielle, unsaubere Seite, die den offiziellen Verlautbarungen nicht so ganz entsprach. Auf dieser Seite war von Anfang an die Selbstverständlichkeit zu verbuchen, mit der man es den USA gestattete, ihre Logistik, die sich auf deutschem Boden befand, für den Irak-Krieg zu nutzen.
Schröder hat den USA deren deutsche Stützpunkte und Fazilitäten benutzen lassen, obwohl die USA von dortaus und damit in einen völkerrechtswidrigen Krieg zogen. Die deutsche Regierung hätte wohl auch nicht die Kraft gehabt, dies zu verhindern. Die deutsche Regierung hat also Nein gesagt und sich damit abgefunden, dass es ein lupenreines Nein nicht war und nicht sein konnte. Das ist wohl die Wahrheit über Schröder, Steinmeier und Fischer. Es wäre gut, wenn es auch über Italien, Großbritannien und Polen solche Wahrheiten zu sagen gäbe.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/liv)
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Während wir uns hier über fünf Jahre zurückliegende Spitzeltätigkeiten von zwei Pullacher mokieren schauen aktuell vielleicht schon dutzende selbiger uns über die Schulter um ab 1.1.09 ihre Berichte rechtswirksam über uns zu schreiben.
@eeg121952, wissen Sie, wann Zapatero in Spanien an die Macht gekommen ist? Das war nach dem Zug-Attentat in Madrid und katapultierte die ursprüngliche Bush-freundliche spanische Regierung hinweg. Zapatero hielt aber sein Walversprechen und holte die einheimischen Truppen aus dem Irak zurück nach Spanien. Mit angeblichen Guantanamo-Verwicklungen Zapateros wäre ich an Ihrer Stelle lieber etwas vorsichtiger: "Man erkennt die Absicht und ist verstimmt!
Dass der ganze Untersuchungsausschuss im Grunde Humbug ist, das weiß jeder, besonders unsere konservativen Politiker! Fakt ist aber, dass alle Deutschen heute im Grunde bereit sind, der Rot/Grünen Regierung von damals zutiefst dankbar zu sein, die Deutschland davor bewahrt hat, in einen völkerrechtswidrigen Krieg ziehen zu müssen. Deshalb kann der ganze von der Union gezielte Schuss gegen den heutigen Außenminister und Kanzler-Kandidaten der SPD nach hinten losgehen und plötzlich den Scheinwerfer wieder auf die Oppositionspolitikerin Merkel lenken, die Deutschland damals nur zu gerne an der Seite ihres Freundes G.W.Bush im Irak-Krieg gesehen hätte. Damals hat sich die Dame schon verkalkuliert - weil ohne jede Ahnung von Außenpolitik und deren Zusammenhänge - und heute könnte sie sich wieder verkalkulieren. Sie möchte zwar klammheimlich Frank Walter Steinmeier mit Hilfe der Bush-getreuen amerikanischen Generäle beschädigen. Genau das Gegenteil kann und wird aber geschehen: "Die Rolle, die die Oppositionsführerin Angela Merkel mit ihrem Kotau gegenüber G.W.Bush gespielt hat, wird wieder in Erinnerung gerufen." Dass ein Kanzler Schröder damals "nur allzu Recht hatte", das weiß heute jeder Deutsche; an die Rolle der Oppositionsführerin Merkel konnten und wollten sich bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr unbedingt alle erinnern!! Die Union selber macht - wenn auch ungewollt - den Irak-Krieg wieder zum Wahlkampfthema! Wer hätte das gedacht!
Stromlinienförmigkeit gegenüber den USA zeichnete und zeichnet deutsche Regierungspoltik kin besonderer Weise aus. Irak-Schelte fällt deutschen Politikern am Ende der Amtszeit von Bush - und bevorstehendem Abzug der US-Streitkräfte - jetzt leicht. Ehrlichkeit ist aber in der Analyse der deutschen Beteiligung am Irak-Krieg noch lange nicht erreicht.
Zur ehrlichen Aussagen über die Hintergründe des poltisch, militärisch und moralisch sinnlosen Einsatzes deutscher Streitkräfte in Afghanistan (der ganz im Sinne von Bush und Obamas ist) wird es wohl erst kommen, wenn der Einsatz beendet sein wird. Dann wird auch eine saubere und eine unsaubere Seite bemüht werden, je nach Opportunität.
So wie sich das anhört, sollen die beiden BND Mitarbeiter den Krieg ganz alleine gewonnen haben, das kann es doch nicht sein. Der Umkehrschluss wäre, wenn die beiden nicht gewesen wären, hätte der Krieg nicht gewonnen werden können.
Tatsächlich denke ich, es soll eine Kampagne angestoßen werden, mit folgendem Ziel:
Die damalige SPD/Grünen Regierung war genauso schlecht wie wir als CDU/CSU/FTP Regierung gewesen wären. Ich denke es ist Wahlkampf und nicht ein positives Argument der SPD/Grünen soll erhalten bleiben.
Paging