Kanzleramtschef Thomas de Maizière erklärt, warum BND-Chef Ernst Uhrlau bleiben darf - und wann nicht mehr.
Thomas de Maizière, Chef des Bundeskanzleramts, ist verantwortlich dafür, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) seine Aufgaben nach Recht und Gesetz erfüllt. Der CDU-Politiker und Vertraute der Kanzlerin Angela Merkel ist Leiter der Aufsichtsbehörde über den Nachrichtendienst. Auch nach der E-Mail-Affäre um die Spiegel-Journalistin Susanne Koelbl, deren Korrespondenz mit dem afghanischen Handelsminister vom BND abgefangen wurde, hält de Maizière an BND-Präsident Ernst Uhrlau fest. Allerdings mit einer klaren Ansage: Noch ein Fehler darf nicht mehr geschehen.
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Seit November 2005 Kanzleramtschef: Thomas de Maizière (CDU) (© Foto: ddp)
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SZ: Ist der BND überhaupt noch kontrollierbar?
Thomas de Maizière: Ja. Trotz Fehlern und Nachlässigkeiten in der letzten Zeit - der Dienst tut gute Arbeit. Er hat internationales Renommee, zum Beispiel wenn es um das Nuklearprogramm des Iran geht, um den Nahen Osten, bei Geiselnahmen. Wir brauchen diesen Dienst.
SZ: Aber der Dienst hat mit der über ein Jahr verschwiegenen Abhöraktion, bei der auch eine Spiegel-Reporterin abgehört wurde, eindeutig Rechtsbruch begangen. Dennoch darf BND-Präsident Uhrlau bleiben. Warum?
Maizière: Es ist ein Fehler passiert, unbestritten. Auch Präsident Uhrlau selbst hat einen Fehler gemacht, weil er das Kanzleramt wochenlang nicht informiert hat. Wir müssen jetzt aber nach vorne sehen. Jeder darf einen Fehler machen.
SZ: Wie viele Fehler darf der BND-Präsident noch machen?
Maizière: Die Erfahrungen der vergangenen Woche waren für alle Beteiligten nicht schön. Niemand arbeitet fehlerfrei. So etwas darf sich nicht wiederholen.
SZ: Steht Uhrlau jetzt unter Bewährungsaufsicht?
Maizière: Nein.
SZ: Sie schicken ihm eine Prüfgruppe ins Haus. Was ist das anderes als scharfe Beobachtung?
Maizière: Die Prüfgruppe soll die Abläufe in der betreffenden Abteilung prüfen. Damit es zum Beispiel nicht mehr passiert, dass der Präsident über ein Jahr lang nicht informiert wird. Hier geht es nicht um Razzien wie sie Renate Künast fordert. Das ist Unsinn.
SZ: Darf Uhrlau nur bleiben, weil es derzeit in der Koalition nicht opportun ist, den SPD-nahen BND-Präsidenten zu opfern?
Maizière: Ich kenne diese Stimmen. Sie waren aber für meine Entscheidung nicht ausschlaggebend. Aber ich werde Ihnen auch nicht alle meine Motive offenlegen.
SZ: Haben Sie Rücksicht auf Außenminister Steinmeier genommen, der mit Uhrlau in seiner Zeit im Kanzleramt eng zusammengearbeitet hat?
Maizière: Nein.
SZ: Ist der BND-Präsident jetzt nicht eine "lame duck", so geschwächt, dass er im eigenen Dienst nicht mehr ernst genommen wird?
Maizière: Nein. Ihr Vokabular möchte ich mir nicht zueigen machen. Wir müssen den Dienst schützen und dazu gehört auch, die Autorität des Präsidenten nicht zu beschädigen. Ich lasse mir den BND-Präsidenten nicht von anonymen Briefeschreibern wegschießen.
SZ: Und wenn Ihre Prüfgruppe doch noch feststellt, dass nicht alles so war wie es der Präsident Ihnen berichtet hat?
Maizière: So etwas schließe ich aus.
SZ: Das Parlament fordert seit Jahren mehr Kompetenzen bei der Kontrolle des BND. Ist die neue Affäre nicht der schlagende Beweis dafür, wie dringend notwendig das ist?
Maizière: Ich bin dafür, die Reform der parlamentarischen Kontrolle noch in diesem Jahr in Gesetzesform zu gießen. Aber bei der Kontrolle eines Geheimdienstes kann nicht alles öffentlich sein. Auch nicht die Aufarbeitung von Fehlern. Kontrolle von Nachrichtendiensten und Transparenz sind zwei paar Stiefel.
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(SZ vom 29. April 2008/odg)
Verantwortlich für den BND: Staatminister de Maiziere/ CDU, der Kanzleramtsminister von Kanzerin Merkel.
In was besteht seine Verantwortung? Sprechblasen produzieren reicht nicht. Der Mann, der Kommando geben müsste, lässt sich von über 6.000 BND-Mitarbeitern auf der Nase tanzen.
Das gesamte innenpolitische Klima wird erstickt von den Schäuble`schen Phantasien zu nicht gesezeskonformem Vorgehen im Sicherheitsbereich der Bundesrepublik, ergänzt durch die ungezügelte Schweigsamkeit von de Maiziere und Kanzlerin Merkel.
Ich kann keine Verantwortungs-Übernahme darin erkennen, daß der Verantwortliche de Maziere/CDU meint, lieber keine Fragen zum BND zu stellen und damit klar macht, daß er nicht daran denkt, seine Aufgaben wahrzunehmen.
Oder will man an höchster Stelle bewußt einen solchen autoritären Zusammenbruch? Und Schäuble steht mit seinen gesetz-losen Vorhaben auf einmal als Retter des Vaterlandes dar?
da BND noch Bayerischer Nachrichtendienst hieß und - de facto - aus München geführt wurde. Noch eine Sache, die FJS's Erben nicht packen.
Nicht jedoch: Recht und Strafe.
Leider hakte die SZ da auch nicht nach.
Nicht einmal, als Maiziere sagte, er wede seine Motive nicht offenlegen. Da könnten shon gedanken aufkommen ...
Ich stimme einigen anderen hier zu, die Frage ist, wann de Maiziere, trotz des traditionsschwangeren Namens, gehen muss - und wann ist es mit der lieben Angela so weit?
Allerdings sind Bespitzelungen hunderttausender Menschen längst üblich, wenn -noch- nicht in Deutschland, dann im Land unseres engsten(??) Freundes, den USA!
Und was bei diesem, Deutschlands engstem Freund und VORBILD längst gängige -und vom Präsidenten legaslisierte- Parxis ist, kann doch beim eng befreundeten Nachahmer nicht sooo verkehrt oder gar "ungesetzlich" sein!
Schliesslich dient DAS nicht nur in den USA, sondern selbstverständlich auch in Deutschland einem guten Zweck, ja sogar dem Verfassungs-Auftrag "Schaden vom deutschen Volk abwenden"!!
Ja, wenn wir damit dem schlimmen Russland oder gar dem derzeit besonders schrecklichen China nacheiferten, dann wäre es natürlich etwas ganz anderes!!!
Paging