BND-Affäre Airbus erstattet Strafanzeige wegen Industriespionage

  • Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus will Strafanzeige wegen Industriespionage erstatten.
  • Medienberichte hatten enthüllt, dass die NSA mithilfe des deutschen Auslandsgeheimdienst BND europäische Politiker und Unternehmen ausspähte.

Anzeige stützt sich auf Medienberichte

Die mutmaßliche Ausspähung europäischer Unternehmen durch den US-Geheimdienst NSA hat ein juristisches Nachspiel. Ein Airbus-Sprecher kündigte an, dass der Flugzeug- und Rüstungskonzern wegen des Verdachts der Industriespionage Strafanzeige gegen Unbekannt erstatten wird.

Man habe die Bundesregierung um Auskunft gebeten. Eigene Erkenntnisse zu Presseberichten über Spähaktionen hat das deutsch-französische Unternehmen nach eigenen Angaben aber nicht. "Deshalb wollen wir uns nicht an Spekulationen zu den Vorwürfen beteiligen", sagte der Sprecher.

Konzerne wurden jahrelang ausspioniert

Auslöser des Skandals waren Medien-Berichte, wonach die NSA mit Wissen des Bundesnachrichtendienstes jahrelang Konzerne wie den Airbus-Vorgänger EADS ausspionierte. Das für den BND zuständige Kanzleramt kritisierte daraufhin den deutschen Auslandsgeheimdienst ungewöhnlich scharf.

Zuletzt berichtete die Süddeutsche Zeitung, in der Affäre gebe es nur vereinzelt Hinweise auf Wirtschaftsspionage. Ziel seien vielmehr hochrangige Beamte in Frankreich und der EU-Kommission gewesen. Über die Strafanzeige von Airbus hatte zuerst das Handelsblatt berichtet.